Oha, diese Webcam mit Mini-PTZ-Aufhängung ist wirklich unerwartet winzig. Öffnet man das bereits kleine mitgelieferte Softcase für den Transport, so wirkt die kleine 4K-Kamera selbst in dieser Hülle noch etwas verloren - was damit zugleich noch genügend Platz für USB-Kabel sowie eine Monitorhalterung bietet. Wer dieses Softcase dabei hat, soll damit laut OBSBOT an jedem PC oder Mac direkt mit dem Streaming loslegen können- inklusive problemlosem Sound und PTZ-Steuerungsmöglichkeiten. Die Schutzhülle selbst macht auch durch ihre Robustheit Eindruck und sie scheint durchaus geeignet, das empfindliche Gelenk der Kamera auf Reisen zuverlässig zu schützen.

Mit Abmessungen von 37 × 37 × 49 mm und einem Gewicht von nur 63 g wirkt die Tiny 3 erst einmal nicht wie ein ernstzunehmendes Werkzeug. Tatsächlich ist sie damit nicht nur kleiner und leichter als ihre Vorgängerin, die Tiny 2, sondern beansprucht für sich auch den Titel " kleinste 4K-PTZ-Webcam der Welt". Doch spätestens beim Anfassen des leichten Gehäuses merkt man, dass es sich hier nicht um ein billiges Gerät handelt. Das Gehäuse aus einer Aluminiumlegierung verleiht ihr eine hochwertige Haptik, die man so von typischen Plastik-Webcams nicht kennt. Da die Kamera tatsächlich im Betrieb ziemlich warm werden kann, sorgt das Aluminium-Gehäuse nicht nur für eine seriöse Anmutung, sondern auch für eine effektive Wärmeableitung.

Die Kamera basiert auf einem 1/1,28 Zoll CMOS-Sensor, der für Webcam-Verhältnisse somit ziemlich groß ausfällt. Die Videoausgabe unterstützt 4K mit bis zu 30 fps sowie Full HD mit bis zu 120 fps. Aus der professionellen Videotechnik kennt man die DCG (Dual Conversion Gain) Technologie, welche hohe Dynamik ohne Mehrfachbelichtungen (Single-Frame HDR) verspricht. Da der Sensor aufgrund seiner Größe tatsächlich eine geringere Schärfentiefe aufweist, kann man einen verlässlichen Autofokus gut gebrauchen. Der Autofokus der Tiny 3 basiert dabei auf Dual All-Pixel PDAF, außerdem steht eine manuelle Fokus-Funktion zur Verfügung.
Die Montage
Die Tiny 3 lässt sich über einen übliche 1/4- Zoll Schraube auf einem Stativ oder ähnlichem befestigen, wobei sie selbst auf einer kleiner Stativplatte dann schon sehr verloren wirkt:

Dazu gesellt sich u.a. für die obere Display-Kante eine separate Halterung. Diese besteht aus einer ausklappbaren Magnetklappe, auf der sich die Tiny dann ohne weitere Schrauben magnetisch "festkleben" lässt.

Die Tiny 3 wird über ein einziges, mitgeliefertes USB-C Kabel verbunden. Ein USB-A-Adapter für ältere Geräte wurde ebenfalls beigelegt. Nach dem ersten Einstecken und Einschalten kommt gleich futuristisches Feeling auf. Der Kamerakopf hebt sich andächtig und fängt an, behutsam in der Gegend herum zu luren.
Was uns gleich zum Datenschutz-Thema "Abschalten" führt. Viele Laptops bieten ja einen manuellen Kameraverschluss, um eine ungewollte Aufzeichnung mit der Kamera garantiert ausschließen zu können. Die OBSBOT Tinty 3 bietet hierfür einen Standby Modus, den man einfach aktivieren kann, indem man den Kamera-Kopf in Richtung Boden dreht. In diesem Fall sieht sie nur noch ihre Fußplatte und wird zugleich deaktiviert. Ebenso schaltet man sie anschließend wieder an, indem man den Kopf der Kamera wieder in Blickrichtung "nach vorne" dreht. Zudem wird die aktive Aufzeichnung durch einen LED-Leuchtstrich im Sockel deutlich signalisiert. Leuchtet dieser Tally Strich grün, dann ist die Kamera aktiv, leuchtet der Strich dagegen blau, so signalisiert sie, dass auch ein KI-Verfolgungsmodus aktiv ist und die Kamera bereit ist, Handgesten umzusetzen.
Die Tiny 3 reagiert nicht nur auf solche Gesten – etwa das Heben der Hand für die Gesichtsverfolgung –, sondern auch auf Sprachbefehle. Ein einfaches "Hi Tiny" weckt sie auf, "Track me" startet die Verfolgung und "Sleep, Tiny" schickt sie wieder in den Ruhemodus . Das funktioniert im Test erstaunlich zuverlässig, auch wenn man es vielleicht nicht während eines Meetings nutzen will. Außerdem ist es durchaus denkbar, dass die Kamera auch einmal in einem normalen Dialog meint, einen solchen Befehl erkannt zu haben. Und irgendwie ist es auch bedenklich, dass die Webcam sämtliche Dialoge somit immer mithört und analysiert. In einem sicherheitsrelevanten Umfeld dürfte man die Tiny 3 alleine deswegen wohl niemals einsetzen.
Als Befehlssprache steht neben Chinesisch übrigens nur Englisch zur Auswahl, die Programmoberfläche der Steuerungssoftware kann jedoch auch auf Deutsch umgestellt werden - was jedoch aufgrund der teilweise schlechten Eindeutschung mancher Punkte auch für Verwirrung sorgen kann.

















