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Test : RED KOMODO 6K in der Praxis: Autofokus, Gimbalshots, Hauttöne, 6K RAW, Zeitlupe ...

von Fr, 20.August 2021 | 7 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Ergonomie und Handling
Autofokus
Hauttöne
Belichtungstools
Komodo Remote via RED CONTROL
RED Komodo und DJI Gimbal RS2
Stromverbrauch
Fazit



Mit der RED KOMODO 6K hat RED seine bislang kompakteste und zugleich günstigste raw-fähige Cine-Kamera vorgestellt. Wir wollten wissen, wie sich die erste RED mit Global Shutter und Autofokus in der Praxis inkl. Gimbal-Shots schlägt und haben einige Überraschungen erlebt …

Hier unser Videoclip mit der RED KOMODO:


Bei dem wir neben der RED auch den DJI RS2 Gimbal, das Canon RF 35mm F1.8 und RF 70-200mm F2.8, unseren Eclipse Vario ND, den Blackmagic Videoassist 12G, ein iPhone 12Pro, den Tilta RED Cage inkl. Tilta V-Mount Akku-Adapter, einen kleineren 98Wh (für das Gimbal-Setup) und einen größerem 167 Wh Akku sowie das Sachtler Flowtech 75 mit FSB 8 Kopf genutzt haben. Als Videospeicher diente das im Langzeittest bei uns befindliche LaCie 1big Dock SSD Pro.



Ergonomie und Handling



Der ersten Eindrücke beim In-die-Hand nehmen der RED KOMODO sind bei uns der kompakte Formfaktor und die robust-hochwertige Anmutung.

RED KOMODO 6K


Mit ihren würfel-nahen Abmessungen von ca. 9x9x9cm bei einem Gewicht von ca. 0,95 kg stellt die KOMODO klar die kompakteste Cine-Cam im aktuellen Lineup von RED dar. Hier zeichnen sich für uns bereits Einsatzgebiete in besonders engen oder schwer zugänglichen Locations ab – umso mehr weil die Komodo mit RED Control über eine der besten Remote Control Apps gesteuert werden kann.

Drehfertig mit Tilta RED Komodo Cage (ohne Holzgriff, Tophandle und externer Monitor) inkl. Tilta V-Mount Adapter, Canon 35mm RF, Bebob 98 Wh Akku und DJI-Bodenplatte lagen wir bei vergleichsweise immer noch schlanken 2.4 kg.

Damit lässt sich die RED KOMODO drehfertig ohne Probleme in einem Tagesrucksack transportieren und man hat sogar noch Platz für einen Gimbal: Vor allem für Solo-Shooter, die mit möglichst wenig Gepäck im RED-Universum unterwegs sein wollen, eine sehr gute Option.

Ebenfalls den möglichst kompakten Abmessungen dürfte der eher kleine 2.9“, integrierte Touchscreen LCD der RED Komodo geschuldet sein. Da sich der Motivaussschnitt zudem nur in der oberen Hälfte des LCDs befindet, raten wir klar zum Arbeiten mit einem externen Display – zumal sich der LCD an der KOMODO weder neigen noch schwenken lässt.

RED KOMODO LCD


Wer jetzt befürchtet, dass man RED-typisch für besseres Monitoring in hochpreisiges RED-Equipment investieren müsste, liegt bei der KOMODO falsch: Denn eine deutlich bessere Monitoring-Option gibt es quasi umsonst mit der bereits erwähnten RED Control App (sowohl für iOS als auch für Android verfügbar). Hier wird das Handy zum Kontrollmonitor und das funktionierte bei unserer Kombination (mit dem iPhone 12 Pro und der iOS RED CONTROL App) absolut vorbildlich.

Hierfür muss das WLAN der KOMODO aktiviert werden (wir hatten es in der „Ad Hoc“ Variante laufen) und nach dem Verbinden mit dem iPhone in das RED WIFI kann via RED CONTROL App die KOMODO ausgewählt werden.

Handy als Remote-Konsole inkl. Monitoring


Auf dem Handy-Screen lässt sich nun u.a. ein deutlich größeres Kamerabild betrachten, das bei unseren Tests nahezu latenzfrei übertragen wurde. Hier dürfen sich andere Hersteller gerne ein Beispiel nehmen (mehr zur RED CONTROL APP im eigenen Kapitel). Wer noch höherwertigeres Monitoring benötigt, dürfte mit einem externen Monitor am besten bedient sein. Dieser lässt sich via 12G SDI Out mit bis zu 4K 4:2:2 60p betreiben. Wir hatten bei unseren Aufnahmen vor allem den Blackmagic VideoAssist 12G via SDI an der RED KOMDO angeschlossen und sind mit diesem sehr gut ausgekommen. Wollte man die Monitoring-Optionen der RED Komodo in einer qualitativ aufsteigende Reihe bringen wären dies für uns also: 1. integriertes Display, 2. Smartphone mit RED Control App und 3. externer Monitor via SDI.

Doch nicht nur beim Thema Monitoring schlägt RED neue Wege mit der KOMODO ein. Auch bei den Speichermedien unterscheidet sich die RED KOMDO positiv von der bisherigen RED-Praxis. So können nun CFast 2.0 Karten von Drittherstellern problemlos genutzt werden. Wir hatten bei unserem Testkit zwei Angelbird AV Pro CF mit je 256 GB Kapazität beliegen, die sich während unseres Tests problemlos verhalten haben.

Der würfel-ähnliche Formfaktor der RED KOMODO prädestiniert sie nicht nur für den Einsatz in engen Locations sondern stellt auch eine gute Grundlage für diverse Rigging-Optionen dar. In diesem Zusammenhang hat uns der Tilta RED Komodo Cage recht gut gefallen.

RED KOMODO mit Tilta Cage


Zum einen vergrössert er kaum die kompakten Außenmaße der KOMODO zum anderen stellt er in unseren Augen einen guten Kompromiss aus Schutzfunktion und diversen Anbauoptionen dar. Essentielle Riggingkomponenten für die KOMODO sind für uns: Externe Monitor- (oder Smartphone-) Aufnahmen, seitlicher Handgriff für Handkamera-Setups, V-Mount Akku-Optionen sowie 15mm Rodaufnahmen. Bei der Zubehörauswahl würden wir auf entsprechende Optionen achten.

Bevor wir mit der RED KOMODO loslegen konnten, stand bei uns allerdings ein Firmware-Update an, weil die KOMODO noch auf einer älteren 1.4er Firmware lief und wir grundsätzlich versuchen, mit der aktuellsten (in diesem Fall 1.5.3 Firmware) unsere Tests zu machen. Allerdings entpuppte sich das Firmware-Update als Geduldsprobe, da nach dem Aufspielen der aktuellen Firmware die KOMODO in einen Auto-Start-Loop verfiel, der nicht mehr zu durchbrechen war. Erst eine schnell von Teltec nach RED UK weitergeleitete Support-Anfrage brachte dann die Lösung via Hard-Reset, (für den die Aufnahme-Taste der KOMDO während des Starts für 30 Sekunden gehalten werden muss.)

Zumindest konnten wir so auch Mal den Support von Teltec und RED UK testen, die beide kompetent und schnell agierten. An dieser Stelle sei auch dem stets freundlichen Team des Berliner Kameraverleihs 25p gedankt, das uns unkompliziert eine zusätzliche RED KOMDO als Backup zur Verfügung gestellt hat (die wir dann beim Testdreh glücklicher Weise nicht mehr benötigt haben).

Die RED Komodo bietet für den R3D RED RAW Codec (RECODE) insgesamt 3 unterschiedliche Kompressionssettings: HQ, MQ und LQ, wobei HQ die höchste Qualität mit der geringsten Kompression und den größten Files darstellt. Auf eine 512 GB Karte passen in 6K Auflösung 30 Min in HQ, 48 Min in MQ und 1h 17 Min in LQ. Wir waren bei unseren Tageslichtaufnahmen vor allem mit HQ in 6K 2.4:1 (6144 x 2592 Pixel) unterwegs da dies auch die höchste Auflösung der Komodo darstellt, mit der noch in 50p gedreht werden kann.

Apropos Bildraten: Hier ein Überblick über die maximalen Bild- und Datenraten der RED KOMODO:



Die Startzeit der RED KOMODO mit aktueller Firmware haben wir mit 28 Sekunden gestoppt. Damit legt sie im Cinebereich im guten Mittelfeld. (Zum Vergleich: Bei der Sony Venice hatten wir 17 Sekunden gemessen, die ARRI LF benötigt unserem letzten Kenntnisstand nach ca. 38 Sekunden).



Autofokus



Mit der KOMODO verbaut RED erstmalig den Canon RF-Mount. Mit dieser cleveren Lizenzierung (oder dem cleveren Tausch: Canon hat komprimiertes RAW in seinen Kameras) kann an der KOMODO aktuell eines der modernsten, videoafinen Objektivportfolios genutzt werden. Zudem lassen sich via Adapter weiterhin EF und PL Objektive nutzen und besonders spannend: Mit dem Canon „Speedbooster“ EF-EOS R 0.71X sollten sich auch Vollformatperspektiven für den S35 Sensor der RED auftun.

Darüber hinaus bietet RED für die Canon RF Objektive erstmalig auch eine kamerainterne Autofokusfunktion an. Diese ist zwar auch im RED Menü unübersehbar mit einem kapitalen „BETA“ Schriftzug versehen, doch das hat uns nicht davon abgehalten, eine erste Bestandsaufnahme der Autofokusperformance mit zwei Canon RF Objektiven - dem RF 35mm F1.8 MACRO IS STM und dem Canon RF 70-200mm F2.8L IS USM zu machen.

Aktuell sind die AF-Modi der KOMODO noch überschaubar: Es kann zwischen Single und Continuous Betriebsmodus unterschieden werden, die Größe des AF Feldes (Small, Medium, Large Wide und Vertical) sowie die Position (Left, Center, Right) angepasst werden.

Entsprechend niedrig waren unsere Erwartungen an die Performance des AF-Systems und umso überraschter waren wir von dessen Performance in der Praxis. Denn auch ohne intelligente Trackingfunktionen gelangen mit dem AF der RED KOMODO vergleichsweise sichere AF-Shots, so lange sich das Motiv im zuvor definierten AF-Feld befand. Bemerkenswert fanden wir hierbei, dass die aktuelle BETA Implementierung des KOMODO AF keine Spur von vor-und zurück Jagd-Bewegungen zeigte, was für eine solide Implementierung von Phasendetektion spricht.

Sowohl mit dem Canon 35 als auch mit dem 70-200 fuktionierte der AF mit obigen Einschränkungen gut. Selbst als wie Caro auf die Kamera mit komplett geöffneter Blende haben zurennen lassen, konnte der AF mitziehen. Für uns sind die durchaus brauchbaren AF-Funktionen der KOMODO damit auch ein weiterer Fingerzeig in Richtung Haupteinsatzzweck: Solo-Shooter.

Wir sind gespannt darauf, wie sich die Autofokusfunktionen der RED KOMODO weiterentwickeln werden - eine solide Basis wurde hier auf jeden Fall gelegt.



Hauttöne



Die Postproduktion von REDCODE RAW Material spiegelt den beachtlichen Weg wieder, den RED mittlerweile im professionellen Cinebereich zurückgelegt hat. Hierzu zählen externe Tools wie REDCINE-X PRO ebenso wie die ausgefeilte aktuelle IPP2 Image Processing Pipeline inkl. Colorengine, Highlight-Handling, etc. sowie der gut integrierte RED RAW Workflow in Postproduktionssuiten wie DaVinci Resolve u.a..

Für die Farbkorrektur unseres RED KOMODO R3D.Materials haben wir den IPP2 LUT Creator von REDCINE-X Pro genutzt und eine Standard REC709 LUT für BT1886 Gama inkl. soft Highlight Roll-Off und minimiertem Kontrast ausgespielt, die wir dann als Standard LUT in Davinci Resolve genutzt haben. Damit sind wir recht nahe am RED Best Practice Postproduktionsworkflow geblieben, der mit wenig Aufwand im LOG/LUT -Workflow gute Ergebnisse liefert.

Die Low Contrast Variante unserer 709LUT hat uns ausreichend Spielraum in Resolve ermöglicht, um finale Gamma-Werte zu definieren. Insgesamt arbeitet die RED Colorscience auf angenehm hohem Niveau. Zu den Highlights des RED R3D Workflows zählen für uns die umfassenden Debayering- und Preview-Optionen.

Bei den Hauttönen war vor allem eine leichte Tint-Korrektur nötig, (wie wir es von vielen anderen Log-Formaten kennen) um zu guten Hauttönen zu gelangen.



Belichtungstools



Ein eigenes Kapitel ist uns das Thema Belichtungstools bei RED wert, denn hier zeigt RED seit geraumer Zeit vorbildlich, wie sich die Belichtung recht effizient – selbst ohne Waveform-Monitor - kontrollieren lässt. Das von uns bei unserem Testdreh meistgenutzte RED Belichtungstool stellt die „Clipping-Ampel“ dar. Hier werden - in RGB aufgeteilt - sowohl Unter- als Überbelichtungen mit einem einfachen Warnlicht angezeigt. Wer also beispielsweise nach ETTR belichten möchte, kann hier sehr schnell den Clippinpunkt bei Tageslicht ablesnen (zumeist der Grünkanal) und dann entsprechend die Belichtung korrigieren.

Diese RED-eigene RGB-Clipping-Anzeige ist ein sehr schnelles Verfahren, das wir z.B. gerne bei Schwenks anwenden, bei denen wir aus dem Schatten in helle Bereiche schwenken: Einmal kurz den hellsten Motivbereich nach Clipping gescheckt und bei Bedarf den Vario-ND-Filter entsprechend justiert und fertig.

Für genauere Belichtungskontrolle in komplexeren Motiven bietet die RED KOMODO darüber hinaus zwei False Color Modi (Exposure und Video) an und zusätzlich findet sich auch ein RGB-Histogramm stets auf dem Home-Bildschirm aktiv. Wem das immer noch nicht reicht, der kann sich auf einem externen Display ggf. noch entsprechende Waveforms anzeigen lassen. Hierbei sollte man jedoch den Output Color Space der RED KOMODO im Hinterkopf behalten. Dieser kann je nach Monitoring-Device zwischen DCI P3, REC 709 und REC 2020 eingestellt werden.



Komodo Remote via RED CONTROL



Mit der RED CONTROL Smartphone App für iOS und Android bietet RED ein mächtiges Erweiterungswerkzeug der RED KOMODO. Dass hiermit bei aktiviertem Livestreaming auch die bessere Monitoring-Funktion im Vergleich zum internen Display gegen ist hatten wir ja schon erwähnt aber die RED CONTROL App geht noch weit darüber hinaus.

Alle wesentlichen Aufnahmeparameter lassen sich mit der RED CONTROL App remote eistellen. Hierzu gehören u.a. ISO, Blende, Verschlußwinkel. Aufnahmeformat inkl. Bildrate, Farbtemperatur, R3D Kompression, Project Timebase, Peaking etc. Und natürlich kann die KOMODO auch via RED CONTROL remote ausgelöst und gestoppt werden.Zudem lassen sich unterschiedliche Presets konfigurieren, so dass man die wichtigsten Parameter stets zur Hand hat.

Darüber hinaus lassen sich die einzelnen Takes auch inklusive umfassender Metadatenansicht am Handy nach erfolgter Aufnahme sichten und auswerten. Die Monitor-Funktion funktioniert also nicht nur während der Aufnahme sondern auch bei der Wiedergabe von Clips.

All dies mag RED DSMC2 User stark an FoolControl erinnern und das kommt nicht von ungefähr. Denn schließlich wurde die RED CONTROL App unseres Wissens nach ebenfalls von Mikael Lubtchansky entwickelt, der bekanntlich auch der Kopf hinter FoolControl ist.

Wer also auf der Suche nach einer umfassend und zugleich einfach zu bedienenden S35 Cine Remote-Kamera ist, erhält mit der Kombination RED KOMODO und CONTROL App eine möchtige Option. Für uns auch ein weiterer Fingerzeig Richtung Solo/Small Crew Eignung der RED KOMODO. Allerdings soll an dieser Stelle auch nicht verschwiegen werden, dass Fans von externen Schalterfunktionen bei RED eher falsch sind oder - wenn verfügbar - zu entsprechendem RED Zubehör mit RED-eigener Preisgestaltung (KOMODO Outrigger Handle = 565,25 Euro brutto) greifen müssen.

(Mit obiger Einschränkung) haben uns die REMOTE-Funktionen der RED KOMODO auf jeden Fall beeindruckt.



RED Komodo und DJI Gimbal RS2



Die RED KOMODO eignet sich aus drei Gründen besonders für Gimbalaufnahmen: 1. Kompakter Formfaktor, 2. sehr gute Remote-Funktionen (s.o.) und 3. eingeschränkt durchaus brauchbare Autofokusfunktionen.

RED KOMODO 6K und DJI RS2


Wir haben uns bei der Gimbalwahl für den DJI RS2 (und gegen den DJI RSC2) entschieden, weil der RS2 mehr Platz auf der Z-Achse erlaubt. Da wir bei unserem RED Komodo Setup mit dem Titla V-Mount Adapter und entsprechendem V-Mount Akku stärker nach hinten bauen, schein uns dies die einfachere Lösung zu sein. Wer hingegen mit den Canon BP Akkus an der KOMODO unterwegs ist, könnte vermutlich auch – je nach Objektiv – mit dem RSC2 auskommen. Wer möglichst flexibel bei der Objektivwahl der KOMODO bleiben möchte (oder auch mit Objektiv-Adaptern unterwegs ist, dem raten wir auf jeden Fall zur RS2 Gimbal-Klasse.

Entscheidend bei der Gimbalmontage der RED KOMODO ist auf jeden Fall, wieviel Gewicht das jeweilige Objektiv vorne und die Akku-Lösung hinten mitbringen. Mit unserem 98 Wh Akku hinten und dem sehr leichten Canon RF 35mm F1.8 vorne waren wir fast schon am Verstell-Limit für rücklastige Kamerasetups am DJI RS2 angekommen. Dank Vario-ND und Step-Up Ring kam dann vorne an der KOMODO genug Gewicht für eine korrekte Tarierung zusammen. Die Gewichtsverteilung im Gimbalrig gilt es also je nach Setup im Auge zu behalten, bzw. umsichtig vorauszuplanen. Wir empfehlen auf Fall eine Probemontage vor dem Dreh mit der wichtigsten Optik+Akkulösung (wodurch der Aufbau des Gimbals am Set Dank dann bereits Dank vortarierter Achsen auch spürbar beschleunigt wird.)

Cooles Gimmick für´s Monitoring: Mit der oben beschriebenen RED Control App auf dem Handy lässt sich das Kamerabild kabellos monitoren und die KOMODO remote bedienen. Damit stehen dann viele individuelle Monitoring/Remote/ Setups direkt am Gimbal (oder am Unterarm des Operators für Shots am Gimbal-Boom) zur Auswahl.

Das Handling der KOMODO am DJI RS2 war dann auch entsprechend unkompliziert. Wir hatten vor allem das Canon RF 35mm F1.8 inkl. Vario-ND im Gimbalsetup. Zum Einsatz kam die KOMODO am Gimbal sowohl auf gleicher Höhe mit Caro laufend, bei Low-Shots auf dem Boden stehend mit motorisiertem Tilt und handgehalten für Detail-Closeups. Alle Gimbal-Aufnahmen haben wir in R3D HQ 6K 2.4:1 in 50p gedreht, um möglichst flexibel bei den Bildraten in der Postproduktion zu sein.

Und da wir hier gerade auch beim Thema „bewegte Kamera“ sind: Der Global Shutter Sensor der RED eignet sich Dank fehlender Rolling Shutter Effekte hervorragend sowohl für bewegte Kamera-Shots als auch für schnell sich bewegende Motive. Wir waren auf jeden Fall von dem angenehm „ruhenden“ Bild der KOMODO durchaus angetan.



Stromverbrauch



Zu den klaren Stärken der RED KOMODO zählt ihr vergleichsweise geringer Stromverbrauch. Wir hatten nach einem ca. 4-stündigen Dreh (inkl. kurzen Gimbal-Passagen mit einem kleineren Akku) noch satte 75% auf unserem Cine 150 Akku: Ein hervorragenden Wert für diese Kameraklasse.

RED KOMODO 6K mit Canon Akku-Aufnahmen


Damit dürfte die RED KOMODO aktuell die sparsamste Kamera im RED-Portfolio sein, was durchaus auch für diverses Zubehör eine Überlegung wert sein kann. Mit dem von uns hier genutzten TILTA V-Mount Adapter lässt sich bsp. mit den beiden P-TAP DC-Outs bzw. mit den 2-Pin DC-Outs (alle 14,8V) jede Menge Zubehör wie EVF, Fieldrecorder etc. zusätzlich am Laufen haben.

Die KOMODO selbst bietet übrigens via 9-Pin LEMO ebenfalls noch eine DC-Out Option an - allerdings „nur“ 5V AUX.



Fazit



Die RED KOMODO überzeugt mit ihrem kompakten Abmessungen, dem ausgereiften RED RAW Codec inkl. professionellen Postproduktionsworkflows, dem erstmalig verbauten S35 Global Shutter und ihren hervorragenden Remote-Funktionen. Auch der noch im Beta-Stadium befindliche phasendetektions-basierte Autofokus lässt sich (mit Einschränkungen) bereits für einige Aufnahmesituationen nutzen. Und auch bei den Schnittstellen punktet die RED KOMODO mit 4K SDI-Out und optionalem Timecode In/Out, Genlock, Tally etc.

Nicht zuletzt hat uns die RED KOMODO auch deshalb „überraschend“ gut gefallen, weil RED hier weitestgehend auf proprietäres Zubehör (Speicherkarten, Monitore, Akkus etc.) verzichtet hat.

Allerdings dürfte dies auch dem stark umkämpften Marktsegment geschuldet sein. Mit der Canon C70, R5 und der Sony FX6 steht leistungsstarke Konkurrenz bereit und auch die Blackmagic Pocket 6K Pro braucht sich mit interner RAW-Aufnahme mit max. 50p (in sogar noch etwas höherer 6K Auflösung zu einem deutlich geringeren Anschaffungspreis - jedoch mit Rolling Shutter- ) nicht vor der KOMODO zu verstecken.

Die RED KOMODO sehen wir vor allem in Cine-Produktionen an schwer zugänglichen Orten sowie für kleine Teams und sogar SOLO-Shooter mit vorzugsweise szenischen Drehs geeignet, die in das RED-Universum einsteigen möchten.


  

[13 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
klusterdegenerierung    13:53 am 24.8.2021
Ach ja, hier, und nicht vergessen, nicht vergessen, nicht vergessen..... :-) https://www.youtube.com/watch?v=m4nU2Y5oQYM
iasi    10:48 am 24.8.2021
Auch HDRx würde sich anbieten.
RUKfilms    07:06 am 24.8.2021
Das Einzige was ich and er Komodo noch immer vermisse, ist eine Timelapsefunktion. Hatte gehofft das dies eher nachgereicht wird, aber bisher warte ich vergeblich...weiterlesen
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