Logo
///  >

Test : Kinefinity MAVO LF - Der Large Format Preisbrecher?

von Di, 20.August 2019 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Standard-Komponenten
  Signalverarbeitung
  Rolling Shutter
  4K-Debayering
  Fazit

Mit der Mavo LF bedient Kinefinity den noch relativ jungen Markt der Large Format Cinema Cameras. Darunter versteht man Kameras mit primär cinemtischem Einsatzzweck und einer Sensorbreite weit über den typischen 24mm von S35/APS-C. In der MAVO LF ist ist hierfür ein 6K-Fullframe-Sensor mit "normalen" Kleinbild-Vollformat 3:2-Abmessungen von 36 x 24mm verbaut. Ähnliche Sensoren findet man heutzutage auch in spiegellosen Vollformat-Fotoapparaten, jedoch bieten diese im Videomodus noch keine hohen Frameraten bei voller Sensorauflösung.

Die Kinefinity MAVO LF



Dank den hohen Frameraten darf die Kamera - die in einer drehfertigen MInimalausstattung mindestens 16.000 Euro (inkl. MwSt.) kostet - dennoch aktuell als Preisschlager gelten. Denn selbst weitaus teurere 6K Large-Format Kameras wie die Sony Venice können ihren Sensor nicht mit so hohen Frameraten auslesen wie die MAVO LF:

In 6K Wide (6016x2520 Pixel) sind dies maximal 75 fps, in 5K Wide (5120x2160) 80fps und in 4K Wide (4096 x 1720) 100fps. In 2K wide werden sogar Frameraten bis zu 200 FPs möglich. Alle Formate können als 1:1 Auslesungen in CDNG-RAW (3:1, 5:1 oder 7:1) gespeichert werden. Analog dazu sind die meisten Auflösungen auch in diversen ProRES Dialekten möglich. ProRES bietet sogar optionales Oversampling, um die volle Sensorfläche mit geringerer Auflösungen abzuspeichern.

Aber auch native 6K-Auflösungen kann ProRES aufzeichnen. Das bietet beispielsweise die neue Blackmagic Pocket 6K nicht. Allerdings muss man bei der Kinefinity selber die Geschwindigkeit der eingesetzten SSD im Auge behalten. So kommt bei sehr hohen Auflösungen selbst die Hauseigene SSD (KInemag 500GB) manchmal nicht mehr mit. In diesem Fall muss man in der Kompression eben einen oder zwei Stufen runter schalten. Leider warnt die Kamera im Vorfeld nicht, dass eine SSD für ein Format zu langsam sein könnte.

Ein weiteres zur Zeit noch fast exklusives Alleinsstellungsmerkmal für eine Kamera mit einem einem FullFrame-Sensor stellt die Größe der MAVO LF dar. Der Body selber ist wirklich ein kleiner ziemlich kleiner Block (115x110x95 mm). Allerdings muss man an dieses Gehäuse so praktisch alles hinzuriggen, was bei größeren Kameras eben schon eingebaut sein kann. Also Monitor, Akku, Griff oder auch die XLR-Audio-Einheit mit Video Signal-Ausgängen (KineBACK-W). In "Summe" wird die Kamera dann wieder relativ groß, wenn man alle Anschlüsse und Funktionen braucht, die andere Hersteller schon in das Kameragehäuse packen:

Die Kinefinity MAVO LF



Das letzte Alleinstellungsmerkmal der Kinefinity ist die wohl flexibelste Mount aller verfügbaren Cine-Kameras. So gibt es neben der "normalen" EF-, PL- und Nikon-Mount auch Mounts mit eingebautem Focal Reducer oder mit elektronischem VariND-Filter. Sogar eine Sony E-Mount ist verfügbar, allerdings ist diese nur passiv ausgeführt, was viele E-Mount Objektive nur eingeschränkt nutzbar macht. Mit den neuen spiegellosen Vollformat-Kameras von Canon, Nikon und (schon länger) Sony, ist diese Flexibilität jedoch keineswegs mehr einzigartig. Es gibt nur eben nicht alle Optionen für jede Mount. Aber elektronische Vari ND gab es schon für die E-Mount zu sehen. Oder ganz neu gibt es sogar aktive E-Mount nach Z-Mount Konverter.

Das Seitendisplay ist mittlerweile gegenüber unserem letzten MAVO Test durch die aktuelle Firmware in Betrieb gesetzt worden und erleichtert die Bedienung der Kamera tatsächlich deutlich. Durch die dedizierten Tasten darunter lassen sich hier fernab vom Hauptdisplay Shutter, FPS, Blende, ISO und Kelvin/Weißabgleich einstellen.

Die Kinefinity MAVO LF



Allerdings muss man aufpassen, die Tasten nicht versehentlich zweimal zu drücken, weil diese dann in den meisten Fällen auf eine doppelt belegte, zweite Funktion springen, die nicht mehr die eben genannten Einstellungsparameter beeinflussen.

Standard-Komponenten / Signalverarbeitung


Kinefinity MAVO LFim Vergleich mit:

Listenpreis: 17850 €
Markteinführung: März 2019
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: EF-Mount (aktiv)/Nikon F/PL-Mount

Platz 9 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
Blackmagic Design URSA 4K
Strassenpreis: 3100 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Panasonic AU-EVA1
Strassenpreis: 6771 €
Super35 / APS-C

4 Seiten:
Einleitung
Standard-Komponenten / Signalverarbeitung
Rolling Shutter / 4K-Debayering / Fazit
  

[2 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Christian Schmitt    14:00 am 5.9.2019
Mit der Canon 500 M2 für 16.000$ fällt jetzt wohl der Titel "Preisbrecher" weg... So interessant ich Kinefinity Kameras grundsätzlich finde, ohne eine deutlichere US/EU...weiterlesen
Kamerafreund    18:32 am 20.8.2019
"Dazu plagen die Kamera immer noch einige Bugs, die man in dieser Preisklasse eigentlich nicht antreffen sollte." Mit diesem Satz ist die Messe eigentlich gelesen. Wer kauft schon...weiterlesen
[Kommentare ganz lesen]

Weitere Artikel:


Test: Canon EOS C300 Mark III in der Praxis: Hauttöne, 10 und 12 Bit (internes) RAW und 10 Bit XF-AVC LOG Recording …. Teil 1 Do, 7.Mai 2020
Wir hatten Gelegenheit die neue Canon EOS C300 Mark III vor dem Verkaufsstart zu testen und waren besonders gespannt auf die interne 10 und 12 Bit RAW Aufzeichnung inkl. neuem Dual Gain Sensor. Doch auch für dokumentarisches Arbeiten bringt die Kamera vieles mit.
Test: Canon EOS C300 Mark III - Neue S35 Referenz in der 4K-Signalverarbeitung? Mi, 6.Mai 2020
Die dritte C300 weist auf dem Papier bemerkenswerte technische Daten auf. Wir konnten schon mal einen ersten Blick auf die Sensor-Qualitäten von Canons neuem S35-Flaggschiff werfen.
Test: Panasonic EVA1 5,7K RAW mit dem Blackmagic Video Assist 12G HDR Fr, 3.April 2020
Der Blackmagic Video Assist 12G HDR kann einer Panasonic EVA1 5,7K (B)RAW entlocken. Kann diese Kombination der kleinen Varicam noch einmal neues Leben einhauchen?
Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 3: Ergonomie, Vario ND, Zubehör für die FX9 und finales Fazit Mi, 22.Januar 2020
Im letzten Teil unseres Sony FX9 Praxistests geht es um Ergonomie und die Bedienung der FX9. Dabei werfen wir auch einen Blick auf einige Zubehör-Lösungen (ARRI, Vocas, Chrosziel). Bevor wir zu unserem finalen Fazit der Sony FX9 kommen, sind ebenfalls die Akkulaufzeit und der elektronische Vario-ND der Sony FX9 Thema.
Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 2: Hauttöne, Bildeindruck, S-Cinetone, S-Log 3 u.a. Fr, 10.Januar 2020
Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 1: Der beste Autofokus im professionellen Vollformat-Kamerasegment? Fr, 3.Januar 2020
Test: Canon EOS C500 Mark II - die beste Doku-Kamera? Ergonomie, Stabilisierung, Sensorreadouts und Fazit - Teil 2 Mo, 18.November 2019
Test: Vollformat RAW für 2000 Euro? Die Sensor-Bildqualität der Sigma fp in 4K und FullHD Do, 14.November 2019
Test: Canon EOS C500 Mark II: Modulare Vollformat-Kamera mit 6K RAW und Dual Pixel AF - Teil 1: Hauttöne, Autofokus Do, 24.Oktober 2019
Test: Canon EOS C500 Mark II - 6K Vollformat ohne Schwächen? Di, 22.Oktober 2019
Test: Rolling Shutter Werte von Blackmagic, Canon, Fuji, Nikon, Panasonic, Kinefinity und Sony Mo, 14.Oktober 2019
Test: Blindvergleich: Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K versus 4K - Wer erkennt den Unterschied? Do, 22.August 2019


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:

Specialsschraeg
15. August - 15. November / Düsseldorf
upfront! young european video award
30-31. Oktober / Espelkamp
Filmfestival SPITZiale
6-8. November / Freyung
Kurzfilmfest Dreiländereck
27. November / Bielefeld
31. Bilderbeben zum Thema „Abschied“
alle Termine und Einreichfristen


update am 31.Oktober 2020 - 15:02
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*