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Test : Kinefinity MAVO LF - Der Large Format Preisbrecher?

von Di, 20.August 2019 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Rolling Shutter
 4K-Debayering
 Fazit



Rolling Shutter



Dafür kann die MAVO mit recht guten Rolling Shutter Werten punkten: Für das Auslesen von vollen 3984 Zeilen benötigt sie ca. 20ms. Das ist für einen FullFrame-Sensor mit 6K-Auslesung schon ein sehr guter Wert. Da man in 6K jedoch oft in einem 16:9/17:9 HD-Seitenformat filmen wird (z.B. mit 5760x3240 Pixeln) kommt die Kamera bei 3240 Zeilen auf noch einmal deutlich bessere 16,5 ms. Das gleich gilt auch für ProRES Formate im Oversampling (z.B. 4K Encoding bei 6K Sensorauslesung). Filmt man in Cinemasope verbessert sich die Auslesezeit prinzipbedingt durch eine noch geringere Zeilenanzahl sogar noch weiter.



4K-Debayering



Wie kaum anders zu erwarten gibt es beim 4K-Debayering nur gutes zu berichten: Wird unser Chart in 6K aufgenommen und in 4K ausgespielt, sorgen sowohl das interne als auch das externe Debayering in der Post für perfekte Ergebnisse:



Bemerkenswert ist höchstens, dass die Kinefinity in 6K ein sehr pures, ungefiltertes Debayering abliefert, bei dem auch noch einzelne Sensel als Rauschpixel deutlich zu erkennen sind. Dies war bei den alten Blackmagic Kameras mit CDNG-Aufzeichnung ähnlich. Mit dem neuen BRAW gibt es bei Blackmagic keine einzelnen Pixel mehr zu entdecken, genauso wie bei der MAVO LF in den ProRES-Oversampling Modi. Bei der Terra hat man so gesehen noch die Wahl, was vielleicht für manchen Interessenten noch eine wichtige Information gegenüber Blackmagic darstellen könnte, die kein pures CDNG mehr anbieten.



Fazit



Die Kinefinity MAVO LF bietet (für einen FullFrame-6K-Sensor) ein sehr gutes Rolling Shutter Verhalten, hohe Frameraten und einen extrem kleinen Body. Überrascht hat uns dagegen die nur mittelmäßige Dynamik. Hier hätten wir eigentlich einen deutlichen Vorteil für die MAVO LF gegenüber anderen Kameras mit kleineren Sensoren erwartet.

Dazu plagen die Kamera immer noch einige Bugs, die man in dieser Preisklasse eigentlich nicht antreffen sollte. Schließlich will die MAVO LF ein hochprofessionelles Werkzeug auf Augenhöhe mit professionellen Cinekameras darstellen. Immerhin hat Kinefinity in der Vergangenheit häufig Updates nachgereicht und so ist auch zu erwarten, dass die MAVO LF noch weiter an Stabilität gewinnt. Aus der undokumentierten Color Science können wir uns keinen richtigen Reim machen, weshalb die meisten Anwender wohl aktuell zu Fremd LUTs (z.B. von Arri) greifen dürften.


Standard-Komponenten / Signalverarbeitung


Kinefinity MAVO LFim Vergleich mit:

Listenpreis: 17850 €
Markteinführung: März 2019
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: EF-Mount (aktiv)/Nikon F/PL-Mount

Platz 12 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
Panasonic AU-EVA1
Listenpreis: 8675 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Sony PXW-FS5
Listenpreis: 6965 €
Super35 / APS-C

4 Seiten:
Einleitung
Standard-Komponenten / Signalverarbeitung
Rolling Shutter / 4K-Debayering / Fazit
  

[2 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Christian Schmitt    14:00 am 5.9.2019
Mit der Canon 500 M2 für 16.000$ fällt jetzt wohl der Titel "Preisbrecher" weg... So interessant ich Kinefinity Kameras grundsätzlich finde, ohne eine deutlichere US/EU...weiterlesen
Kamerafreund    18:32 am 20.8.2019
"Dazu plagen die Kamera immer noch einige Bugs, die man in dieser Preisklasse eigentlich nicht antreffen sollte." Mit diesem Satz ist die Messe eigentlich gelesen. Wer kauft schon...weiterlesen
[Kommentare ganz lesen]

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