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Test : Canon EOS-1D C Schärfe-Messungen

von Di, 30.April 2013


Die Canon EOS-1D C bietet drei interessante Aufnahmemodi im Videomodus:

4K (mit 1,3fachem Crop), FullHD bei voller Sensor-Auslesung sowie einen Super35-Crop-Modus, in dem nur die Fläche eines Super35-Sensors (also ca. APS-C) der Kamera ausgelesen und mit bis zu FullHD-Auflösung abgespeichert wird. Wir haben die folgenden Aufnahmen übrigens im Canon-Log-Modus gemacht und nicht weiter korrigiert. (Also nicht wegen der flauen Kontraste wundern.)

Beginnen wir mit dem unspektakulärsten Modus: FullHD bei voller Sensorauslesung. Dieses ISO-Testchart dürfte manchem Leser schon irgendwie bekannt vorkommen:


ISO-Chart in FullHD bei voller Sensor-Flächen-Auslesung


Die Schärfe entspricht dem Videomodus der EOS-1D X, d.h. horizontal schon sehr gut, vertikal jedoch stark gefiltert. Es gibt kaum Moiré-Ansätze jedoch wirkt das Bild vertikal stark weichgezeichnet. So gesehen gibt es in diesem Videomodus kein Vorteil gegenüber der halb so teuren Schwester. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser Modus uninteressant ist: Schließlich lassen sich nur in diesem Aufnahmemodus Objektive mit dem vollen Bildwinkel nutzen, wenn diese auf Vollbild gerechnet wurden.

Die Randgruppe der anamorphen Vollformat-Filmer kann sich hierbei über eine ausgeglichene Schärfe freuen. Alle anderen müssen beim Nachschärfen jedoch einen asymmetrischen Schärfefilter finden, bzw. nutzen. Wenn genügend Leser dies wünschen, veröffentlichen wir hierzu gerne mal einen separaten Artikel mit entsprechenden Tipps.

Die wahren Stärken der EOS-1D C offenbaren sich dann erstmals bei den Aufnahmen im Super35-Crop-Modus. Die Kamera verliert hier prinzipbedingt deutlich an Weitwinkel, weil nur ein Teil der Sensorfläche genutzt wird. Diese verkleinerte Fläche weiß Canon jedoch bei Skalierung gut zu nutzen:


ISO-Chart in FullHD bei Super35mm-Sensorfläche


Die Schärfe ist für eine FullHD-Aufnahme schon nahezu perfekt und liegt nahe an der C100/300 aus dem eigenen Hause. Dass hier keinerlei künstliche Nachschärfung mithilft sorgt für einen extrem natürlichen Bildeindruck. Einzig ganz leichte chromatische Verfärbungen sind bei sehr genauem hinsehen erkennbar.

Doch wer sich eine EOS-1D C zulegt, wird wahrscheinlich vor allem Wert auf den 4K-Modus legen. Bei diesem wird der Sensor ungefähr mit einem Crop-Factor von 1.3 ausgelesen. Nehmen wir unser normales ISO-Chart in diesem Modus auf, verdoppelt sich natürlich die Pixelbreite des relevanten Auschnitts. Mit der Folge, dass unser ISO-Ausschnitt keine wirklich "schwierigen Muster" mehr für 4K-Auflösung bereithält. Wir wollen euch aber auch diesen Shot natürlich nicht vorenthalten:



ISO-Chart in 4K bei APS-C-Sensorauslesung (Crop ca. 1.3)


Interessant ist dann natürlich auch, wie so eine 4K-Aufnahme aussehen kann, wenn man sie auf FullHD in der Nachbearbeitung sauber herunterskaliert. Das Ergebnis kann durchaus beeindrucken:


ISO-Chart in 4K auf 1920x1080 Pixel bikubisch skaliert.


Je nach Skalierungs-Algorithmus (in diesem Fall bikubische Interpolation) bekommt man hier noch imposantere Ergebnisse, als beim Super35 Crop-Modus. Dazu kann man in diesem Workflow auch mehr Sensorfläche (ca. APS-H) nutzen, was in der Praxis mehr Weitwinkel bedeutet. Alternativ ermöglicht dieser Modus bei der FullHD-Produktion auch ein nachträgliche Auswahl des Bild-Ausschnitts in der Postproduktion.

Doch eine spannende Frage bleibt natürlich noch offen: Wie gut ist die Auflösung der Kamera als echte 4K-Kamera? Bis auf weiteres behelfen wir uns bei der Beantwortung dieser Frage damit, unser ISO Chart einfach mit der doppelten Entfernung aufzunehmen. Das Chart wild dabei also bezogen auf die Bildbreite mit der halben Größe abgebildet. Schneiden wir aus diesem 4K-Bild wieder unseren bekannten, relevanten Bereich heraus, so hat dieser wieder eine Breite von ca. 340 Pixeln und die Bilddetails zeigen wieder die auflösungskritischen Frequenzen.

In der Praxis sieht das dann so aus:


ISO-Chart bei 4K in halber Größe mit EOS-1D C abgefilmt


Dieses Bild zeigt wieder die kritischen Frequenzen am Rande der machbaren 4K-Auflösung. Hierbei schlägt sich die Canon EOS-1D C schon mehr als passabel, jedoch sieht man auch, dass die theoretische Abbildungsleistung von 4K noch etwas mehr Spielraum haben dürfte. Bei den ersten FullHD-Camcordern sahen die entsprechenden Testbilder gegenüber PAL-SD jedoch noch deutlich schlechter aus.

Bei einer so hohen Auflösung gewinnen jetzt auch die Objektive einen weitaus größeren Einfluss auf die Schärfe als bei normaler FullHD-Auflösung. Wir versuchen diesen Effekt durch Einsatz eines Zeiss Distagon Objektivs weitgehend zu minimieren. Erst zukünftige 4K Tests werden hier ein sinnvolle Einschätzung und Kategorisierung möglich machen.

Auch bereitet uns etwas Magenschmerzen, dass mancher Leser in Zukunft dazu neigen könnte, FullHD-ISO Aufnahmen mit diesen 4K ISO Aufnahmen direkt zu vergleichen, was natürlich keinen Sinn macht. Wir werden hier wohl noch an den künftigen 4K-Tests etwas feilen müssen. Aber dazu mehr in kürze...


Canon EOS-1D Cim Vergleich mit:

Listenpreis: 8330 €
Markteinführung: November 2012
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: EF-Mount (aktiv)

Platz 19 DSLR/DSLM Bestenliste
Sony A7S III
Listenpreis: 4199 €
Sensorgrößen-Klasse: Kleinbild-Vollformat, FX
Nikon D500
Listenpreis: 1999 €
Super35 / APS-C

  

[4 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
joey23    14:41 am 2.5.2013
Dito.
B.DeKid    00:24 am 1.5.2013
Mich auch - Danke! MfG B.DeKid
Thunderblade    00:21 am 1.5.2013
Würde mich auch interessieren.
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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