Echtzeit
Mit 3.5 hat Echtzeit bei Xpress DV Einzug gehalten. Insgesamt 104 Effekte, in der Effektpalette mit einem grünen Punkt gekennzeichnet, sind nunmehr in Echtzeit zu haben. Kein anderes mir bekanntes Schnittprogramm im DV-Bereich bietet derzeit mehr Echtzeit-Effekte.
"Echtzeit" ist allerdings immer auch eine Art Zauberformel für das Marketing von Bewegtbild-Applikationen gewesen. Persönlich bin ich mir nicht sicher, inwiefern 60 verschiedene "Wipes" in Echtzeit die Qualität der Arbeit eines Cutters entscheidend steigern, zumal bei der Ausgabe auf Band nachwievor gerendert werden muss. Es wird jedoch mittlerweile von Programmen, die in der Liga von Avid spielen, erwartet, echtzeitfähig zu sein und drum freuen wir uns ob der renderfreien Timeline, denn schaden tuts jedenfalls auch nicht. Anders sieht dies übrigens bei der oben beschriebenen Farbkorrektur aus - hier bedeutet die Echtzeitfähigkeit auf jeden Fall effektiveres Arbeiten.
Die Konfiguration von Effekten geht leicht von der Hand: Gewünschten Effekt aus der Effekt-Palette des Project- Windows auswählen und auf die entsprechende Sequenz auf der Timeline ziehen. Handelt es sich um einen Übergang, wir dieser direkt auf der Schnittmarke platziert. Individuell konfiguriert können die Effekte im Nachhinein werden, indem man den Positions-Zeiger über dem Track positioniert, auf dem sich der Effekt befindet und dann den Button "Effect Mode" aktiviert. Der entsprechende Effekt steht nun mit seinen individuellen Settings und, optional, Keyframe-Einstellungen zur Verfügung. Wer mehrere Effekte auf einen Track anwenden möchte, muss zum sog. "Nesting" greifen: Hierbei werden Gruppen von Tracks mit dem jeweilig individuell konfigurierbarem Effekt erzeugt. Pro Track können so 4 weitere Tracks genestet werden.
Tonbearbeitung

Die Soundtools von Avid Xpress sind umfangreich. Zu den erfreulichen Neuerungen gehört die sogenannte Punch-In-Funktion, mit der sich live Videosequenzen über ein angeschlossenes Mikro vertonen lassen - hilfreich für denjenigen, der mit Xpress auf einem Laptop vor Ort einen Schnitt zu vertonen hat. Durch die seit Mitte der 90er Jahre zu Avid gehörende Protools-Familie von Digidesign öffnet sich dem Avid-User die Plugin-Palette der Audio-Suite-Effekte, die Avid Xopress beigelegt hat und die sich durchgehend alle auf qualitativ hohem Niveau befinden. Etwas irritierend fiel das zu langsame Updaten der Audio-Spur auf, wenn man mit der Maus auf der Timeline scrubbt. Zwar läßt sich das Problem durch JKL-Tastaturkontrolle umgehen - für die Maus-Benutzer bleibt dies jedoch verbesserungsbedürftig. Positiv hingegen fiel die Möglichkeit auf, die Tonspuren einzeln abzumischen - hier können sich andere Programme noch was abschneiden. Wem die diversen Sound-Bearbeitungsmöglichkeiten, die bis hin zu einzelnen Tonhöhenveränderungen reichen, nicht genug sind, der exportiert den Sound als OMF-Datei und kann dann in Pro Tools oder anderen das OMF-Format unterstützenden Sound-Editoren, Sequencern etc. nach Lust und Laune seinen Waveforms fröhnen.


















