Schnittstellen / Audio
Das Angebot an Schnittstellen fällt bei der ARRI AMIRA vorbildlich aus. Vor allem in Sachen Power Outputs wird mit Hirose 12pin (für ENG-Zooms), D-Tab, Hirose 4pin, Lemo 2pin sowie RS 3pin (24V) so ziemlich alles an robusten Energieoutputs geboten, um die AMIRA bestmöglich extern zu erweitern.

An Video Outputs stehen 2xHD-SDI zur Verfügung die für 1.5G, 3G und 6G ausgelegt sind. Alle SDI-Outs übertragen auch Metadata (Embedded Audio nur bei 1.5G und 3G).
Über die verbaute USB 2.0 Schnittstelle können AMIRA Look Files, User-Setups, Framelines, Lizenzschlüssel, Stills und Sofware Updates (SUPs) übertragen werden.
Darüber hinaus finden sich Timcode In/Out sowie Genlock verbaut. Und Schließlich findet sich auch noch eine Ethernet LAN RJ-45 Schnittstelle unterhalb der CFast-Slots integriert, die für Remote-Kamerafunktionen ausgelegt ist.
Audio wird bei der ARRI AMIRA auf 4 Kanälen in 24 bit PCM / 48 kHz aufgezeichnet. Hierfür stehen zwei XLR 3-pin Schnittstellen mit Mic, Line und Phantom Speisung inkl AES3 Support zur Verfügung sowie eine XLR 5-pin für Stereo-Signale ebenfalls mit Phantom Power und Line. Für das Audio Monitoring werden kabelgebunden eine 3.5mm Klinke oder drahtlos Bluetooth Audio angeboten.

Das Pegeln des Kopfhörersignals sowie die Konfiguration der XLR-Inputs (Line, Phantom Power AES3 etc.) erfolgt auf der rechten Kameraseite, auf der sich auch die XLR-Inputs befinden. Das Pegeln sowie die Verwaltung der Signalinputs geschieht auf der linken Kameraseite wo sich ein extra LCD-Monitor befindet, auf dem das Audio-Menü aufgerufen werden kann und auf dem auch die Pegel für die Kanäle dargestellt werden und mit Hilfe von darunter befindlichen Rädern ausgesteuert werden können.
Formfaktor / Verarbeitungsqualität
Wenn man sich das Gewicht der ARRI AMIRA mit ihren 4.1 Kg (Body only inkl. PL Mount) anschaut mag das im Vergleich zu modularen Kamerasystemen zunächst mal viel erscheinen – man darf hierbei allerdings nicht vergessen, dass die AMIRA bereits von Haus aus alles an Anschlüssen und Tonabteilung mitbringt, was woanders erst modular angebracht werden muss. Als Leichtgewicht würden wir die AMIRA trotzdem nicht bezeichnen – doch ihr Gewicht hat auch gute Gründe.
Die ARRI AMIRA besitzt den mit Abstand robustesten und mechanisch hochwertigsten Kamerabody den wir bislang bei slashCAM im Test hatten. Die hohe Verarbeitungsqualität zeigt sich hierbei nicht nur in der Solidität des Gehäuses sondern erstreckt sich über die gesamte mechanische Abteilung: Hierzu gehört z.B die aufwendig gedichtete und extrem robust ausgeführte Card-Slot Abdeckungen für die CFast 2.0 Karten, die den Eindruck vermittelt sowohl im Regenwald als auch in Sand- und Eiswüsten die Medien bestmöglich gegen Feuchtigkeit, Staub und Sand zu schützen:

Und hierzu gehört ebenso die präzise und hochwertig gearbeitete obere Verschiebeschiene inkl. Skala für den oberen Griff und die Suchereinheit.

Und auch die auf der Unterseite eingearbeitete Aufnahme mit dem langen Tarierungsbereich für die ARRI Wedge- oder Bridge-Plate gehört zu den mechanisch auf hohem Niveau gearbeiteten Gehäusefunktionen der ARRI AMIRA. Das Austarieren der Kamera erfolgt hier mit Hilfe des Schnellverschlusshebels an der Wedgeplate, die genauso robust ausgeführt ist, in Sekunden – perfekt für schnelle Einsatzbereitschaft.
Die AMIRA lag im Verbund mit der in die Wedge-Plate eingearbeitete Schulterstütze angenehm satt auf der Schulter. Die hohe mechanische Präzision mit der die Einzelteile gefertigt sind, macht sich auch klar beim Riggen der Kamera bemerkbar: Die 15mm Rods werden präzise und ohne Hakeln in den Aufnahmen geführt und geklemmt, das Aufziehen unseres MMB2 Kompendiums erfolgte ohne Verkanten und mit einer weichen Führung – all dies sind kleine aber feine Hinweise auf die hohe mechanische Präzision mit der ARRI zu Werke geht – ziemlich beeindruckend.

















