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Ratgeber : Gedanken zum Stromverbrauch

von Mo, 15.August 2011


Sommerpause, unser Team wird durch permanente Urlaubstermine auseinander getrieben und interessante Hardware-Tests stehen auch erst wieder nach der Urlaubszeit an. Also Zeit, die Gedanken kreisen zu lassen und vielleicht auch einmal Themen anzureissen, für die sonst keine Zeit bleibt.

Wie Ihr ja schon gemerkt habt, werden wir bei slashCAM in Zukunft auch gelegentlich das Thema Home-Media streifen. Wir wollen aber nicht wie schon viele vor uns die hundertste Streaming-Box testen, oder die Blickwinkelabhängigkeit eines FlatScreens messen. Vielmehr machen wir uns Gedanken, wie eine besonders smarte Lösung fürs Wohnzimmer aussehen könnte. Weder bei der Bedienung noch bei der Optik wollen wir eine Frickellösung, sondern die Teile, die man von dem System sieht, sollen nicht unschick aussehen und das ganze soll für jedermann leicht und schnell bedienbar sein, sozusagen Babysitter-gerecht.

Doch wenn ein Gerät (Internet-)Radio, PVR-Recorder sowie DVD-/Bluray/Media/Netzwerk-Player sowie die Stereoanlage in sich vereinen soll, sollte es immer schnell einsatzbereit sein. Wenn man erst einmal eine Minute booten muss, bevor man den ersten Ton vom Frühstücksradio zu hören bekommt, entspricht dies nicht gerade unserem Verständnis von "smart". Daher ist uns bei einem solchen Projekt der Stand-By Verbrauch des gesamten Systems wichtig. Also z. B. der Strom, den ein Gerät zieht, wenn sich der Rechner in einem Sleep-Modus befindet, aus dem er schnell in einen aktiven Zusstand zurückkehren kann.
Aktuelle Rechner kommen hier mit Werten zwischen 0.8 und ca. 3 Watt aus, ältere Desktop Rechner erweisen sich hier dagegen als echte Energie-Schweine, die auch gerne 20 Watt und mehr saugen können.

Bei einem angenommenen Strompreis von 0,23 Cent/KW-Stunde kostet jedes Watt Standby-Strom im Jahr übrigens ziemlich genau 2 Euro.
D.h, wenn man einen gut gebauten Atom-Mini-PC oder einen Mac mini der letzten Generation permanent im Sleep-Modus bereit hält, fallen die 2 Euro/Jahr kaum ins Gewicht. Wer sich dagegen einen älteren Rechner zum Wohnzimmer-PC umgemodelt hat, zahlt für diesen Hack schnell 40 Euro oder mehr. Dies sind Strompreisregionen, die schon in Relation zum Anschaffungspreis eines neuen Rechners gesehen werden müssen. Ein günstiger Atom-Nettop kann schon für 200 Euro erstanden werden, was sich nach dieser Rechnung bereits nach 5 Jahren komplett durch den gesparten Strom amortisieren würde.

Dadurch dass ein HomeMedia-PC (HMPC) im besten Fall ja gleich mehrere Geräte ersetzt (HomeServer/DVB-Recorder/DVB-Reciever/Internet-Radio/DVD-BluRay-Player, Internet-Terminal usw.) für die alle separat Standby-Strom anfallen würde, ist ein Verbrauch von ca. 1-2 Watt für den Komfort des direkten Zugriffs sicherlich vertretbar. Wer dies immer noch als ökologischen Unsinn betrachtet, kann den Rechner auch noch nur morgens bzw. vor dem ersten Einsatz booten und ihn Abends vom Netz trennen. Zur Automatisierung dieser Vorgänge finden wir sicherlich auch noch an späterer Stelle ein paar passende Worte.

Doch nicht nur der Media-Player selbst braucht Strom, die größeren Stromdiebe finden sich meist in der Infrastruktur. So verbraucht ein WLAN-Router ohne optimierte Energie-Einstellungen gerne mal 15 Watt und auch das NAS/ bzw. der Medien-Server gönnt sich schnell 20 Watt oder mehr. Dazu kommen in die Rechnung auch Audio-Clients im Bereitschaftsmodus oder sogar eventuelle DECT-Telefone mit ein paar Watt, die sich auch bei guter Planung in ein Home-Media-Konzept reduzieren lassen. Wer hier nicht hinsieht hat schnell seine 50 Watt Dauerstromverbrauch zusammen, was sich auf der Stromrechnung mit 100 Euro im Jahr niederschlägt.

Wer maximal 2 Stunden am Tag einen Film ansieht, für den dürften die Stromkosten bei der Wiedergabe nicht sonderlich in Gewicht fallen. Wer jedoch auch viel Musik konsumiert und den Rechner 8 Stunden und mehr im Betrieb hat, der sollte auch ein kritisches Auge auf den Stromverbrauch im laufenden Betrieb haben.

Beispielsweise verbraucht ein Atom-Nettop beim Radio hören meist nur ca. 15 Watt und selbst selbst bei einer BluRay Wiedergabe maximal 30 Watt, während ein “anständige” PC-Plattform selbst “beim fast nichts tun” gleich gerne 60 Watt aufwärts schluckt. Darüber sollte auch nicht die offensichtlich geringere Prozessorauslastung des großen Systems hinwegtäuschen.

Daher werden wir bei der Auswahl geeigneter Komponenten für unser Projekt dem Punkt Stromverbrauch besonderes Augenmerk schenken. Und dabei die Infrastruktur nicht aus dem Auge verlieren. So könnte beispielsweise auch der Media-Player eigentlich typische NAS-Funktionen übernehmen. Oder eben auch der WLAN-Router. Aber was macht mehr Sinn? Behindern solchen Stromspar-Synergien dann letztlich doch die flüssige HD-Wiedergabe? Wir werden es ausprobieren und berichten.


    

[6 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Frank Glencairn    23:38 am 2.9.2011
Ehrlich gesagt ist mir der Stromverbrauch ziemlich wurscht. Ich schalte meinen Hauptrechner morgens um 7:30 an und er läuft meistens bis 24:00 - manchmal, je nachdem wie lange...weiterlesen
radneuerfinder    16:07 am 20.8.2011
Ja, um ein einfach und schnell zu bedienendes System kreisen meine Gedanken auch schon länger. Gedanklich angefangen habe ich mit einem MacMini + EyeTV. Mittlerweile bin ich zu...weiterlesen
kgerster    13:10 am 16.8.2011
Nein, das geht natürlich nicht. Wir sollten uns lieber alle anstrengen so viel Strom wie möglich zu verschwenden. Vielleicht kommt es dann noch zu Neueinstellungen. Also...weiterlesen
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