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Praxis : Hands-On: DJI Quadrocopter Inspire 2 + X7 und Interview mit Top-Pilot Ferdinand Wolf

von Mi, 29.November 2017 | 5 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Objektverfolgung via Spotlight Pro
Gimbal / Camera Kontrolle via ChristalSky Display
Flugmodi
Akku Hot-Swap und Flugzeiten
Bildqualität X7
Unterm Strich



DJI hatte zum Drohnenworkshop nach Italien geladen: Für ein Hands-On mit der neuen Inspire 2 sowie der neuen raw-fähigen S35 Kamera: X7. Eine Kombination, mit der DJI u.a. Heavyliftern für Alexa und RED Paroli bieten will. Wir hatten selbst Gelegenheit, die neue Inspire 2 testweise zu fliegen und mit der X7 zu filmen. Neben viel Tech-Talk zur X7 und Inspire 2 geht es im Interview auch um Einsteigerfragen ins Drohnenfliegen, Europäische Fluggenehmigungen im Vergleich u.v.m.

DJI Inspire 2



Wir hatten hier bereits ausführlich über DJIs neues Quadrocopter Flaggschiff Inspire 2 und die X7 S35 Kamera berichtet. Beim DJI Drohnenworkshop im Vorfeld des mit Peugeot zusammen ausgetragenen Drone Film Festival hatten wir jetzt erstmals selbst Gelegenheit, die Inspire 2 zu fliegen und erste Eindrücke von der Bildqualität der raw-fähigen S35 X7 (Cine)Kamera von DJI zu sammeln.

Hier unser umfassender Interviewclip inkl. diverser Inspire 2 + X7 Aufnahmen vor Ort mit Top-Pilot (und mittlerweile DJI Europe Creative Director) Ferdinand Wolf:

DJI Inspire 2 + X7 Testfootage + Interview mit Top-Pilot Ferdinand Wolf



Wir haben kompetente und interessante Antworten von Ferdinand zu ganz unterschiedlichen Themen erhalten. Unter anderem zu:

Inspire 2 und X7

- Bedienung 2-Man vs Single Operator
- Auflösungen und Formate
- der neue DL-Mount
- die neuen X7 Objektive
- Flugzeiten mit Smart-Akkus
- zukünftige Entwicklungen
u.v.m.

Drohnenfliegen allgemein

- Bildqualität – welche Drohne für welchen Dreh und für welche Bodenkamera?
- Wie viel Erfahrung braucht es, um professionelle Flugaufnahmen zu produzieren?
- Wie sehen Fluggenehmigungen im europäischen Vergleich aus und wo reiht sich Deutschland ein?
u.v.m.

DJI Inspire 2 X7 Proxy Footage (ungraded)



Hier unsere ersten Erfahrungen mit der Kombination DJI Inspire 2 und X7:



Objektverfolgung via Spotlight Pro



Bei unseren Testshots vom in Fahrt befindlichen neuen SUV von Peugeot haben wir auch mal kurz die Tracking-Funktion (Spotlight Pro) ausprobiert. Hierbei haben wir das Auto auf dem Display markiert und zunächst einen Parallel-Flug auf Höhe des sich bewegenden Autos gestartet. Das Tracking hat hier vergleichsweise gut funktioniert – allerdings sollte das Auto nicht zu schnell unterwegs sein. Bei höheren Geschwindigkeiten wurde das Tracking leicht instabil. Hält man entsprechende Voraussetzungen ein, hat das derzeit verbaute Tracking durchaus das Potential, bei einfachen Shots den Gimbal-Operator zu ersetzen. Plant man jedoch komplexere Shots, ist ein Gimbal-Operator mit zweiter Fernsteuerung - wie Ferdinand auch im Interview erwähnt – zumindest derzeit noch unverzichtbar.

Inspire 2 im Tracking-Modus



Das wurde auch bei unseren Testshots deutlich, als wir aus dem Parallel-Flug auf Höhe des Autos zu einem Überflug gestartet sind, um auf der anderen Seite etwas vor dem Autos zu fliegen: Eine vor allem in der Autowerbung recht gebräuchliche (Flug/Kamera)Sequenz. Hier konnte Spotlight Pro das Auto nicht mehr korrekt als Tracking-Objekt identifizieren, weil sich die Perspektive auf das Auto zu stark geändert hatte.

Von daher gilt ähnlich wie bei aktuellen Kamera-AF-Systemen: Kann für Single-Operator ein wertvolles Feature sein, das auch mal einen Shot retten oder überhaupt ermöglichen kann – vor allem auch in Kombination mit der zweiten FPV-Kamera und der Tap-Fly Funktion. Wenn kritisches (Zeit)-Budget hinter dem Shot steht (also fast immer ;-) - raten wir auf jeden Fall zur manuellen Kamera-Führung via zweitem Operator.



Gimbal / Camera Kontrolle via ChristalSky Display



Wir haben uns vor Ort kurz beide ChristalSky Displays von DJI anschauen und ausprobieren können. Zum einen das 5,5 Zoll Display mit 1.000 nits und das 7,85 Zoll Display mit 2.000 nits. Die Tageslichttauglichkeit ist beim 2.000 nits deutklich besser. In vielen Situationen dürfte man hier ohne zusätzliche Abschattung auskommen, was wir von 1.000 nits Display nicht sagen würden.

ChristalSky 2000 Nits vs 1000 Nits im Vergleich



Wer mit knappem Budget unterwegs ist und vor der Entscheidung steht, zwei Displays (1 für den Piloten und 1 für den Gimbal/Cam Operator) anzuschaffen, sollte das 2.000 Nits Display für den Cam-Operator vorsehen. Gerade auch, wenn mit größeren Brennweiten kontrolliert die Schärfe manuell im Flug gezogen werden soll, erleichtert das hellere Display hier die Bildkontrolle deutlich. Für den Flug kann man unserer Erfahrung nach eher noch mit dem dunkleren Display klar kommen.

DJI Focus Handrad 2



Gut gefallen hat uns die Haptik des DJI-Flollow Focus Handrads (DJI Focus Handrad 2), das sich als kompaktes Fokusrad an der linken Seite der Fernsteuerung anbringen lässt.



Flugmodi



Die einzelnen Flugmodi haben wir nur kurz angetestet (s.a. die Tracking-Funktionen oben). Beeindruckt war en wir vom Sportmodus, der sehr schnelle Flugmanöver und entsprechend hohe Endgeschwindigkeiten ermöglicht. Knapp 100km/h sind hier jetzt bei der Inspire 2 verfügbar.

DJI Inspire 2 mit X7



Für Filmaufnahmen, bei denen es nicht in erster Linie um Topspeed geht, scheint uns der bereits bekannte Atti-Modus (Attitude) einer der vielseitigsten zu sein. Hier schätzen wir vor allem das Ease-In und Ease-Out beim Abbremsen, das im Filmzusammenhang häufig besser funktioniert, als die abrupten Stops. Dafür muss hier aber auch aktiver gegengesteuert werden.

Bei unseren Testflügen hatten wir nahezu ideale Bedingungen mit sehr wenig Wind. Entsprechend konnten wir die Inspire 2 auch nicht an ihre Grenzen führen. Einfache Manöver wie gerade Flugstrecken für Aerials, Steig- und Sinkflüge, Top-Down Shots mit fixer Flupositionen waren alle völlig problemlos realisierbar.

Wo wir noch Potential sehen ist bei der Geräuschkulisse des Inspire 2. Leise ist definitiv anders. Dass es auch deutlich leiser geht zeigt DJI bei der aktuellen Mavic Pro Platinum. Wer die neue Mavic mal gegen andere Copter (Inspire 2, Phantom 4, etc.) „gehört“ hat, wird den Flüsterbetrieb der Platinum nicht so schnell vergessen. Verantwortlich hierfür ist ein neues Propellerdesign (nachrüstbar auch für Nicht-Platinum Mavics soweit wir wissen).

Zwar dürfte im professionellen Zusammenhang die Lautstärke eher selten eine entscheidende Rolle spielen, aber der allgemeinen Akzeptanz von Drohnen ist ein leiserer Betrieb definitiv zuträglich, auch wenn es mit einem entsprechenden Propellerdesign ein wenig Top-Speed kosten sollte.



Akku Hot-Swap und Flugzeiten



Mit dem neuen Akku-Design mit den sog. „Intelligent Flight Batteries“ verspricht DJI ein besseres Handling durch neues, integriertes Akku—Management. Grundsätzlich bedürfen Lithium-Polymer Akkus i. Vgl. zu Lithium-Ionen Akkus mehr Pflege und sind auch anfälliger gegenüber Temperaturschwankungen. Auch die neuen Inspire 2 Akkus basieren auf LiPo. Wie gut such das neue Akku-Management im Alltag schlägt bleibt abzuwarten.

Funktional gut durchdacht ist auf jeden Fall die Hot-Swap Fähigkeit der Akkus, die damit deutlich kürzere Unterbrechungen bei Filmaufnahmen ermöglicht.

Mit beiden voll geladenen Akkus sind je nach Betrieb und Flugmodus ca. 20 Minuten Flugzeit mit der Inspire 2 möglich.



Bildqualität X7



Zur Bildqualität der X7 können wir noch nicht so viel sagen – dafür sind ausführlichere Tests nötig. Zudem hatten wir beim Workshop auch nur Zugang zum Proxy-Material von der SD-Karte. Aber auch das Proxy-Material lässt schon das Potential der X7 aufblitzen.

DJI-Inspire 2 und X7 - viel Potential bei der Bildqualität





Unterm Strich



Als zentrale Erfahrung nehmen wir mit, wie leicht es mittlerweile geworden ist, Drohnen mit dem Anspruch von Cine-Qualität zu fliegen. Hut ab vor dieser Leistung - DJI.

DJI Inspire 2 X7 + F2.8 24mm Proxy Footage (ungraded)



Nicht minder spannend finden wir die Frage, wann Kameras vom Schlage der X7 als superkompakte, rawfähige S35 Cine-Kamera für das Stativ (oder den kleinen Handgimbal) verfügbar sein werden. Dass hier ein Hersteller entsprechendes liefern wird, dürfte nur noch eine Frage der Zeit (und / oder der Lizenzierung) sein...

Aktuelle Marktforschungsstudien zum Thema Drohnenverkäufe sehen den Zenit bei Drohnen überschritten. Zwar kommt man von einem sehr hohen Niveau aber der Trend bei den Drohnenverkäufen ist seit 2016 wohl eindeutig rückläufig. Entsprechend könnten „Bodenkameras“ in welcher Form auch immer eine spannende Alternative für DJI werden.

Das Know-How, großformatige Sensoren von Drittherstellern in eine kompakte, raw-fähige Kamera zu bauen, ist bei DJI zumindest mit der X7 jetzt auch vorhanden – schauen wir mal, was uns da demnächst noch alles in`s Haus steht – spannende Zeiten auf jeden Fall ...


  

[9 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
klusterdegenerierung    16:12 am 22.12.2017
Ah guck, dann sind wir Deutschen ja doch nicht so dämmlich wie ich dachte ;-)
Jott    13:20 am 22.12.2017
Gibt's genauso von der deutschen Flugsicherung.
klusterdegenerierung    12:25 am 22.12.2017
Klasse!! Das ist ein guter Weg!! Da weiß jeder was er darf und bei Fragen der Bevölkerung gibt es eine rechtliche Rechtfertigung! Die deutsche würden Jahre für so ein simple...weiterlesen
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update am 22.Februar 2020 - 15:02
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