ARRI und RED betroffen

Und leider gehören zu diesen "Geräten" unter anderem die Flash-Speicher von ARRI und RED. Bei RED hält sich der Schaden in Grenzen, weil sich hier die Medien auch mit dem weiterhin problemlosen FAT32 formatieren und nutzen lassen. Anders jedoch bei ARRI, das sowohl für seine CFast 2.0 Karten als auch für die Codex Compact Drives eine UDF-Formatierung obligatorisch nutzt bzw. vorraussetzt.



ARRI und RED Medien unter Windows nicht mehr lesbar -  Microsoft UDF Probleme : codex compact drive




Am Mac lassen sich diese Medien weiterhin problemlos lesen, mit aktuellen Windows Rechnern ist jedoch bereits seit fast 9 Monaten kein Zugriff mehr auf diese UDF-Speicher möglich. Und dieses Problem ist natürlich ebenso für RED-Anwender ärgerlich, die noch UDF-formatierte Medien mit wichtigem Material im Schrank haben.




Was sagt und macht Microsoft?

MIcrosoft ist zwar seit fast 9 Monaten über die Probleme im Bilde, jedoch scheint die Nische von ARRI und RED nicht groß genug zu sein, um hier akuten Handlungsbedarf zu sehen. Der Support vertröstet weiterhin auf eine Lösung des Problems irgendwann in der Zukunft.



Als Lösungsvorschlag findet sich in diversen Support-Foren der Hinweis, dass man in dringenden Fällen seine Windows Updates "rückabwicklen" kann. Also alle Updates ab November 2021 rückwirkend zu deinstallieren. Das ist nicht nur zeitaufwändig, sondern dürfte auch aus Sicherheitsaspekten ein zweifelhaftes Vorgehen sein, das wir nicht empfehlen würden.



Alternativ kann man sich in einer virtuellen Maschine ein älteres Windows installieren, das man man ausschließlich zum Einlesen der Daten nutzt. Doch auch hier gibt es eine Menge Stolpersteine, wie das Durchreichen des USB-Readers in die virtuelle Maschine.




Selbst anpacken...

Die einfachste Lösung des Problems ist zudem technisch nicht sonderlich kompliziert. Eigentlich muss man nur eine Systemdatei durch eine ältere Version austauschen. In der Praxis gibt es dennoch auch hier ein paar Haken:



Erstens muss man diese Datei bekommen. Denn ein einfacher Download aus dem Internet ist nicht über Microsoft möglich und aus nicht vertrauensvollen Quellen definitiv nicht empfehlenswert. Der korrekte Weg ist hier über eine (weitere) Windows-Installation zeitlich vor dem November-Update stehen zu bleiben und dort dann die entsprechende Datei (partmgr.sys) in der Version 10.0.19041.1110 (Windows 10) oder 10.0.22000.71 (Windows 11) aus dem Windows-Systemverzeichnis (C:⁄Windows⁄WinSxS⁄) zu kopieren.



Mit dieser Datei überspielt man anschließend die partmgr.sys in der aktuellen Windows Installation. Hierfür sind nicht grundlos Administratorenrechte verpflichtend, denn mit dem Partitions-Manager (zu dem dieses File gehört) lassen sich unter Windows schlimme Dinge anrichten. Und schon deswegen sollte man hiervon nicht grundlos eine veraltete Version auf seinem System halten. Schließlich kann man nicht wissen, ob man mit der alten Datei nicht vielleicht eine bekannte Sicherheitslücke aktiv offen lässt, von der das Betriebssystem glaubt, dass sie längst geschlossen ist.




Fazit

Microsoft sollte schnellstmöglich wieder eine korrekte UDF-Funktionalität unter Windows zur Verfügung stellen, allerdings weiß man weder wann noch ob dieses Problem überhaupt jemals wieder gefixt wird. Alternativ wäre es für ARRI vielleicht auch an der Zeit, auf ein zeitgemäßes Dateisystem zu setzen, weil mit dem stark aus der Mode gekommenen UDF in Zukunft immer wieder ähnliche Probleme auftreten können. Auch auf dem Mac gibt es diese Gefahr, zumal Apple dafür bekannt ist, alte Zöpfe kurzfristig und abrupt abzuscheiden.


Eine Forumsmeldung von ARRI zur UDF-Unterstützung unter Windows findet sich übrigens hier.


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