Ein neues, IMAX-ähnliches Premiumkino-Setup namens Epic kommt nach Europa – bis Ende 2027 will der große Kinobetreiber Vue (verantwortlich u.a. für Cinemaxx) hier über 60 Großleinwände mit HDR-fähigen Barco-Laserprojektoren und Dolby Atmos Sound bespielen können. Die erste Epic-Installation eröffnet Ende Juli in Nottingham, danach sollen in diesem Jahr noch weitere solche Leinwände in Großbritannien, Italien und den Niederlanden folgen. In Deutschland muss man mindestens bis nächstes Jahr auf das Epic-Kinoformat warten.

Die HDR-Technologie von Barco ist noch relativ neu, erst seit letztem Herbst gibt es in den USA erste Kinoprojektionen damit. "HDR by Barco" erreicht eine Spitzenhelligkeit von 300 Nits und setzt dabei auf ein eigenes, Lightsteering getauftes Verfahren, um ganz gezielt hellere Highlights, tiefere Schwarztöne sowie einen erweiterten Farbraum (DCI) darstellen zu können. Dabei macht man sich laut einem Forbes-Bericht Interferenzeigenschaften des verwendeten Lasers zunutze, damit mehr Licht dorthin gelenkt wird, wo es benötigt wird, und gleichzeitig Helligkeit an anderen Bereichen reduziert wird. Wie es scheint, arbeiten dafür zwei Laser parallel. Einer der Vorteile dieser Herangehensweise ist der relativ geringe Stromverbrauch, der gegenüber einer herkömmlichen SDR-Projektion um nur 20 % höher ausfallen soll.
Da die selektive Lichtverteilung in Echtzeit berechnet wird, verfügen die Barco LS4K-Projektoren auch über ordentlich Computerleistung. Sie sind dafür mit Nvidia Server-GPUs ausgestattet, die sich auch auf kommende, effizientere Hardware upgraden lassen.

Für die HDR-Projektion à la Barco müssen die Filme eigens dafür gegradet werden. Um HDR-DCPs auszuspielen, wird u.a. auch ein Postproduktions-Toolkit bereitgestellt, welches sich problemlos in bestehende Studio-Workflows integrieren lassen soll (unterstützt werden DaVinci Resolve und FilmLight Baselight).
Mit den neuen Epic-Sälen will sich Vue von IMAX unabhängig machen und dennoch ein eigenes, hochwertigeres Kinoerlebnis bieten können. Hintergrund dafür ist u.a. eine kinopolitische Kontroverse rund um Greta Gerwigs neuen Film Narnia, der von Netflix produziert wird und einen bevorzugten IMAX-Vertrieb erhalten wird.


















