Die Suche nach der besten Methode um große Datenmengen über längere Zeiträume sicher zu speichern, ist schon lange Gegenstand der Forschung - es gilt, das optimale Medium samt Speichermechanismus zu finden, um Daten zum Beispiel von Archiven für viele weitere Generationen aufzubewahren.
Welches Medium ist langlebig und billig?
Aktuelle Massenspeicher wie Festplatten und Magnetbänder weisen dafür eine viel kurze zu Haltbarkeit auf. Wichtige Daten für die Aufbewahrung müssen deswegen in einem regelmäßigen Turnus auf neue Medien kopiert werden, um ablesbar zu bleiben. Im Laufe der Zeit wurden schon alle möglichen neuen Verfahren als Langzeitdatenspeicher ausprobiert, sogar DNA. Die Schwierigkeit liegt darin, die optimale Balance aus Langlebigkeit und Robustheit des Mediums, Datendichte, Geschwindigkeit und - natürlich - den Kosten und Verfügbarkeit für Medium sowie der für das Lesen und Schreiben notwendigen Gerätschaften zu finden.

Per Femtolaser auf Glas
Microsoft forscht schon seit vielen Jahren an einer speziellen Methode der langfristigen Datenspeicherung, bei der Informationen mit nur Femtosekunden (eine Billionstel-Millionstel Sekunde, 10⁻¹⁵s) kurzen Laserimpulsen auf hunderten von Datenschichten in nur 2 mm dünnem Glas geschrieben werden. Das Vorgehen hat das Potenzial für eine langlebige, unveränderliche und dauerhafte Speicherung; Glas ist ein ziemlich ideales Datenspeichermedium, da es resistent gegen Wasser, Hitze und Staub ist und im Gegensatz zu Festplatten oder Speicherbändern keinen Strom braucht, um die Magnetisierung über längere Zeiträume durch wiederholtes Schreiben zu erhalten. Doch bisher war diese Methode angewiesen auf reines Quarzglas als Speichermedium, das relativ schwer herzustellen und nur von wenigen Anbietern erhältlich ist und für den kommerziellen Einsatz im großen Maßstab so viel zu teuer.

Billiges Borosilikatglas statt Quarzglas als Medium
// Top-News auf einen Blick:
- Nikon verklagt Hersteller von Z-Mount Objektiven - in Zukunft weniger und teurer?
- Fake oder nicht? Image Whisperer - neues kostenloses Profi-Tool erkennt KI-Bilder
- Apple stellt mit MacBook Neo günstigstes MacBook mit A18 Pro mobiler CPU vor
- GoPro scheint an einer kompakten Cine-Kamera zu arbeiten
- Kleines Upgrade und neues Topmodell - Apple Studio Display und Studio Display XDR
- Neue Apple MacBook Pro und Air Modelle, erstmals auch mit M5 Pro und M5 Max

Einen weiterer Vorteil bringt die neu entwickelte sogenannte Phase-Voxel-Methode: Anders als bisher reicht jetzt ein einziger Laserpuls aus, um einen Datenpunkt zu schreiben, was den Prozess schneller und günstiger macht als bisher. Außerdem bringt die neue entwickelte Technik noch weitere Verbesserungen, wie die Beschleunigung der Schreibvorgänge durch ein Mehrstrahl-System, das paralleles Schreiben ermöglicht, sowie die Tatsache, dass zum Ablesen jetzt nur noch eine Kamera benötigt wird statt bisher drei oder vier, was Kosten und Größe der notwendigen Technik beim Lesevorgang reduziert.
Zudem erfordern die Schreibgeräte weniger Komponenten, sind einfacher herzustellen und zu kalibrieren und können Daten schneller codieren. Microsoft erhofft sich durch die Technologie eine sichere Datenspeicherung für mindestens 10.000 Jahre und hat dies durch beschleunigte Alterungstests des beschriebenen Glas erfolgreich getestet.

Superman ist schon auf Glas gebannt
Microsoft hatte schon bisher die Praxistauglichkeit des Verfahrens - damals noch mit Quarzglas - demonstriert und den Film Superman von Warner Bros. auf Glas gespeichert sowie in Zusammenarbeit mit Global Music Vault Musikaufnahmen unter dem arktischen Eis für Jahrtausende konserviert. Das waren allerdings nur Demonstrationen; nach dem technologischen Durchbruch jetzt ist die eigentliche Forschungsphase abgeschlossen. Microsoft hat die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht, damit andere Unternehmen und Wissenschaftler auf dieser Basis weiterarbeiten können – denn der Bedarf an einer neuen und idealerweise standardisierten Datenlangzeitspeicherung ist enorm: Allein in Rechenzentren weltweit fallen täglich gigantische Datenmengen an, die über große Zeiträume gesichert werden müssen und auch für Filmarchive wäre die neue Technik eine interessante Alternative zu bisherigen Methoden.



















