Wie bei den Kameras spielen ja auch bei den Objektiven viele Kriterien eine Rolle.
Ich fände es mal interessant, die Vor- und Nachteile von Objektiven zu diskutieren und hier aufzulisten.
Zunächst mal müsste man sich mal die Kriterien überlegen, auf die es ankommt und die man vergleichen könnte.
Mal einige hier als Beginn:
- Gewicht
- Größe
- wasser- und staubgeschützt
- Focus-Weg bei manueller Scharfstellung
- Abbildungsleistung bei Offenblende Center
- Abbildungsleistung bei Offenblende Ecken (S35)
- Abbildungsleistung bei Offenblende Ecken (FF)
- Abbildungsleistung bei idealer Blende Center
- Abbildungsleistung bei idealer Blende Ecken (S35)
- Abbildungsleistung bei idealer Blende Ecken (FF)
- kleinste verwendbare Blendenstufe (für maximale Schärfentiefe)
- Lichtstärke
- Verzeichnung - bei S35, FF und kleiner
- Bokeh
- besondere Bildwirkung
- Stabilisation
...
Ich habe z.B. schon festgestellt, dass ein vermeintlich schlechteres Objektiv
in Sachen maximaler Auflösung bei f11 über das gesamte Bild besser war.
Ein Objektiv, das im Center grandios ist, aber zu den Ecken hin schwach, ist aus meiner Sicht problematisch, denn es schränkt die Bildkomposition ein.
Mechanische Einschränkungen lassen sich eventuell durch eine Rehouse-Variante beheben.
Schwere Objektive erfordern natürlich zusätzlichen Aufwand - nicht zuletzt eine Objektivstütze.
Ein kleines leichtes Objektiv kann gerade bei Gimbal-Einsatz etc. helfen, das Gesamtsystem sehr viel leichter zu halten.
Man sollte auch nicht denken, dass teure Cine-Kleinserien automatisch besser sind als Foto-Großserien-Objektive, die weit weniger kosten.
...
Man könnte eine Tabelle anlegen, sobald alle Kriterien klar sind, die berücksichtigt werden müssten.
Mit einem Noten- oder Punktesystem wäre eine Übersicht und Abwägung möglich.
Aber generell fände ich schon eine objektive Diskussion über verschiedene Objektive sehr hilfreich.
Antwort von Adam:
Man könnte eine Tabelle anlegen, sobald alle Kriterien klar sind, die berücksichtigt werden müssten.
Mit einem Noten- oder Punktesystem wäre eine Übersicht und Abwägung möglich.
Ich liebe Tabellen!
Daher fände ich so eine Auflistung prima.
Weitere Möglichkeit:
Einen mathematischen Faktor aus den Punkten für die Leistung und dem Kaufpreis = Kosten/Nutzenfaktor
Grundproblem: Die verschiedenen Testmethoden. Klar, Preis und weitere 'harte Fakten' (Brennweite etc.) zusammenzustellen ist kein Problem. Aber wie bemisst man Verzeichnungen etc. und macht sie vergleichbar, wenn die Daten aus verschiedenen 'Testlaboren' stammen.
Und: Gibt es nicht schon solche Vergleichstabellen? Z.B. bei Tiefflieger?
Antwort von iasi:
Man könnte eine Tabelle anlegen, sobald alle Kriterien klar sind, die berücksichtigt werden müssten.
Mit einem Noten- oder Punktesystem wäre eine Übersicht und Abwägung möglich.
Ich liebe Tabellen!
Daher fände ich so eine Auflistung prima.
Weitere Möglichkeit:
Einen mathematischen Faktor aus den Punkten für die Leistung und dem Kaufpreis = Kosten/Nutzenfaktor
Grundproblem: Die verschiedenen Testmethoden. Klar, Preis und weitere 'harte Fakten' (Brennweite etc.) zusammenzustellen ist kein Problem. Aber wie bemisst man Verzeichnungen etc. und macht sie vergleichbar, wenn die Daten aus verschiedenen 'Testlaboren' stammen.
Und: Gibt es nicht schon solche Vergleichstabellen? Z.B. bei Tiefflieger?
Vielleicht wäre ja schon eine einfache Einstufung wie +, o , - hilfreich.
Eine Gesamtaufrechnung mit einem Punktewert ala 88/100 sagt mir aber eben nicht genug. Was bringt es mir z.B., wenn das Tele-Objektiv super Abbildungsleistung schon bei Offenblende bietet, aber der Focus-Weg gerade mal 30° beträgt.
Antwort von wp:
- Vergütung und Gegenlichtverhalten; flart es und wenn ja, wie?
- 'Focusbreathing'
- bei Zooms: (halbwegs) parfocal??
- Focusshift beim Ab-, bzw. Aufblenden??
- bei vielen Makros verändert sich die Blende bei kürzerer Fokusdistanz (weiß nicht, wie der Efekt heißt)
- Vignettierung
- Kontrast vs. Schärfe, Differenzierung - was ist überhaupt 'scharf'?
- Die beliebte 'Verzeichnung' bei Weitwinkeln könnte man besonders ausgiebig diskutieren; was einerseits als 'verzeichnisfreies' rectalinerares Design für Architektur geeignet erscheint, kann andererseits zur Pest für Closeups von Personen auf engstem Raum werden (Fahrstuhl, Ballonkanzel, Boot etc.)
- Form und Anzahl der Blendenlamellen
- anamorphisches Gedöns :-)
...
Du wirst Testszenarien finden, in denen sich eine 30,- € gebrauchte Fotolinse nur unmerklich von einer 30.ooo,- Cinemaoptik unterscheiden wird... *gg*
Antwort von wp:
@ adam
photozone.de ist bekannt?
Antwort von rush:
DXO Mark liefert zu vielen Objektiven bereits theoretische (Mess)-Werte in Hinblick auf Schärfe, Vignettierung und Co sowie auch technische Daten zu Anzahl der Linsenelemente, Gewicht, Blendenöffnung usw...
Smoother Focus, Blendenring (möglichst entklickt, auch für Foto) ganz wichtig!, kreisrunde Blendenöffnung, möglichst kleiner Durchmesser, ordentliche Entfernungsskala, also all das was ältere Fotoobjektive so bieten.
So richtig scharf ist fast kein Objektiv bei Offenblende, selbst sehr teure Optiken schwächeln da oft. Das ist oftmals der Preis für hohe Lichtstärke.
Antwort von iasi:
DXO Mark liefert zu vielen Objektiven bereits theoretische (Mess)-Werte in Hinblick auf Schärfe, Vignettierung und Co sowie auch technische Daten zu Anzahl der Linsenelemente, Gewicht, Blendenöffnung usw...
Smoother Focus, Blendenring (möglichst entklickt, auch für Foto) ganz wichtig!, kreisrunde Blendenöffnung, möglichst kleiner Durchmesser, ordentliche Entfernungsskala, also all das was ältere Fotoobjektive so bieten.
So richtig scharf ist fast kein Objektiv bei Offenblende, selbst sehr teure Optiken schwächeln da oft. Das ist oftmals der Preis für hohe Lichtstärke.
Offenblende ist immer relativ:
Ein f1.4-Objektiv ist bei Offenblende vielleicht schlechter als ein f2.8-Objektiv, aber abgeblendet auf f.2.8 dann doch weit besser.
Andererseits ist ein Objektiv im Center vielleicht super, aber zu den Ecken hin schlecht.
Oder die tolle Schärfe wird durch enorme Verzeichnung erkauft.
Übrigens gibt es durchaus Objektive, die schon bei Offenblende sehr gut sind:
z.B. das Zeiss 135/2 ... oder auch so manches teure Cine-Objektiv (daher sind sie dann wohl auch so teuer).
Aber hier beginnt doch schon die Diskussion:
Ein Zeiss CP.2 50 mm/T2.1 ist, obwohl fast 4 mal so teuer, eben nicht besser als ein Sigma 50/1.4 Art. Wenn man das Sigma dann auf Filmansprüche umrüsten lässt, hat man eine interessante Alternative.
Antwort von 20k:
Was würdest du am 50/1.4 Art denn umrüsten? Auf DSLRs von CaNikon ist es doch eine hervorragende Foto- und Video-Optik. Das Objektiv hat bekanntermaßen eine spitzenmäßige Schärfe und muss sich vor keinem anderen 50er, außer dem fast 5 Mal so teurem Otus, verstecken. Der einzige Nachteil der mir an diesem Objektiv einfällt, ist der Fokusweg, der noch ein bisschen länger sein könnte.
Antwort von rush:
Was würdest du am 50/1.4 Art denn umrüsten?.... Der einzige Nachteil der mir an diesem Objektiv einfällt, ist der Fokusweg, der noch ein bisschen länger sein könnte.
Korrekt... deswegen gibt es sogenannte Rehousings... wird beim 18-35er vom Sigma scheinbar hin und wieder durchgeführt um noch einen längeren Fokusthrow hinzubekommen oder die Optiken auch wieder auf eine entklickte manuelle Blende umzubauen. G.L. Optics ist da scheinbar gut dabei und baut alle möglichen Gläser um. ( http://www.glcinemod.com/english.html bzw. http://cinemaglass.com/ )
Antwort von iasi:
Mal eben ein wenig verglichen:
altes Pentax-M SMC 50/1.4 mit Sigma 50/1.4 Art an der Canon 5dII
Center: offen ist das Sigma besser, doch wenn das Pentax auf f2 abgeblendet wird, schlägt es sich nicht schlecht (im Vergleich zum Sigma bei f1.4)
Zu den Seiten hin: da tut sich das Pentax auch bei f2 schwer. Ich muss mal testen, wie es sich bei f5.6 schlägt.
Out of Focus: Der Hintergrund ist beim Sigma viel weicher und ruhiger.
Selbst wenn es also nicht auf absolte Schärfe ankommt (z.B. Portrait), ist das Sigma bei f1.4-f2 daher besser als das Pentax, sofern Gewicht und Größe keine Rolle spielen.
Natürlich ist das Sigma ein schwerer Brocken, wenn man es mit dem alten Pentax vergleicht.
Ich denke, ich muss auch mal mein altes Pentax Takumar 50/1.4 herauskramen.
Auch mal sehen, wie der Vergleich bei f4-5.6 ausfällt.
Antwort von Fader8:
Wie so oft ist die Ausgangslage und der Job massgebend;
als One Man Show und bewegter Kamera kann AF gold wert sein. Habe grad die Erfahrung dieses Wochenende mit dem 18-200 auf der FS 700.
Eine interessantere Frage fände ich; inwieweit hat es eine Verlagerung gegeben, beim Wechsel vom Film auf Digital RAW und der Möglichkeit von drastischen Color Grading eingriffen? Sind Objektive abgesehen von der Schärfe wirklich noch so wichtig?
Antwort von iasi:
Wie so oft ist die Ausgangslage und der Job massgebend;
als One Man Show und bewegter Kamera kann AF gold wert sein. Habe grad die Erfahrung dieses Wochenende mit dem 18-200 auf der FS 700.
Eine interessantere Frage fände ich; inwieweit hat es eine Verlagerung gegeben, beim Wechsel vom Film auf Digital RAW und der Möglichkeit von drastischen Color Grading eingriffen? Sind Objektive abgesehen von der Schärfe wirklich noch so wichtig?
Ich denke mal, Objektive sind zentral.
Bilddetails, die das Objektiv nicht überträgt, bekomme ich auch in der Post nicht wieder hergestellt.
Und sehr interessant fand ich wie weich das Sigma im Vergleich zum Pentax im Hintergrund in der Unschärfe die Lichter zeichnete - insgesamt sind die Verläufe weicher.
Ich sage nicht besser, denn es gibt vielleicht Aufnahmen, da ist gerade das Bild des Pentax geeigneter. Selbst meine 135/1.8-Scherbe, die eigentlich keine brauchbaren Aufnahmen liefert, ist für ganz spezielle Situationen/Anforderungen genau das richtige Objektiv - in der Post bekommst du das Bild, das diese Scherbe liefert, nicht hin.