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Infoseite // Canon Cinema RAW Light zu 422 10 Bit konvertieren, aber ohne Media Encoder



Frage von Fassbrause:


Hallo Leute,

ich möchte gerne die riesigen Cinema RAW Light Dateien einer C200 in ProRes 422 oder DNX 422 mit 10 Bit konvertieren. Aber ich mag die Creative Cloud von Adobe nicht und habe deshalb keinen Media Encoder.

Ich habe es mit Handbrake probiert, der erkennt das Format nicht. FFmpeg habe ich auch schon versucht, ist mir auf Dauer auf den ersten Blick zu kompliziert. Und die kostenlose Software von Canon, der RAW Developer, hat meiner Ansicht nach keine Funktion um mein gewünschtes Format herauszuexporten.

Ich wills jetzt mit DaVinci versuchen, jedoch frage ich mich wie ich die Exports als DNxHR / DNxHD als Einzeldateien exportieren kann....

Habt eine Idee für einen Workflow oder eine Meinung / Tipp?

Viele Grüße :)

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Antwort von Paralkar:

https://www.youtube.com/watch?v=eirsXjXRuas

Das hat jetzt wirklich 1 min googlen gedauert,

Warum willst du dnxhd 185 X exportieren, fürn Schnitt reicht auch DNXHD 36 mbit vollkommen aus, wenns n bisserl besser beim Schnitt aussehen soll ein DNXHD 120.

Im Grading gehst du ja ehhh aufs Original zurück oder?

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Antwort von Fassbrause:

Sorry, ich wusste nicht so recht welche Begriffe ich googeln muss. Hast ja Recht. Ich danke dir für das Video, das hat mir weitergeholfen.

Nein, ich möchte keine Proxies machen. Manchmal habe ich so Interviews, die sind locker 1-2 Stunden lang. Und da möchte ich nicht die RiesencinemaRAW Files parken sondern nach dem Dreh direkt das Rohmaterial in ein etwas platzsparendes Format umkonvertieren. Und nein, das MP4 420 8 Bit, welches alternativ möglich ist reicht mir da nicht...

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Antwort von Paralkar:

Okay nachvollziehbar, da gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten bzw. Flavour des DNXHD/HR Codecs


DNXHD 185 X 422 10 bit (maximal Full HD)
DNXHD 365 X 444 10 bit (maximal Full HD)
DNXHR HQX 422 10 bit (4k bis max 8k)
DNXHR 444 12 bit (4k bis max 8k)

Die Frage ist was soll alles im Grading passieren, wird in der Post nachkadriert, gibt es gegebenfalls VFX (Plates, Green/ Blue Screen), DNXHR 444 12 bit wäre das beste ist aber in 4k größer als Cinema Raw Light

Canon Cinema Raw Light: 5 Mbyte/ Frame (4k)
DNXHR HQX: 3,6 Mbyte/ Frame (UHD) & 1 Mbyte/ Frame (2k)
DNXHR 444 12 bit: 7,3 Mbyte/ Frame (UHD) & 1,9 Mbyte/ Frame (2k)

Wenn du bei 2k/ Full HD bleiben kannst und was retten musst, oder Spielraum fürs Graden brauchst, dann DNXHR 444 12 bit 2k

2 wichtige Punkte noch

- stell am besten ne flache Gammakurve in den Raw Settings ein, Clog 2 oder 3 um den kompletten Dynamic Range zu kriegen, auch sowas wie ISO sollte schon so eingestellt sein, das du deine gewünschten Ergebnisse bekommst, sprich ISO nicht hochstellen, wenn das Bild garnicht heller werden soll, sonst trankcodierst du nur viel Rauschen mit rein und dann wirds wieder dunkel gegradet. Weißabgleich/ Tint auch richtig und gewünscht einstellen

- Wenn du auf 4k exportieren möchtest, musst du in die Projekteinstellung gehen und die Auflösung auf da gewünschte Format einstellen, dann rendern, weil falls die Timeline in Projektsettings auf Full HD ist, skaliert Davinci das Full HD Bild auf 4k hoch, anstatt die wirkliche 4k Auflösung des Materials zu nutzen, wenn er 4k exportieren soll.

Für was ist das ganze eigentlich, in was wird abgegeben, Rec 709, P3?

Beim Export kannst du im Ausklappmenü noch "Force Sizing to Highest Quality" & "Force Debayer to Highest Quality" anmachen, dauert länger, erhöht aber die Qualität vom Exportierten

Soweit so gut, hoffe ich hab nix vergessen

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Antwort von Fassbrause:

Vielen Dank für die ausführlichen Tipps!

Es wird in REC 709 abgegeben, damit es Fernseh- bzw. Webkonform ist.

Wir haben wenig, bis garkeine VFX oder Greenscreens in Verwendung. Ich dachte, dass ich die langen Interview Sequenzen dann in einer handelbaren Größe verwende... Ist halt echt ne Mischung aus Kompromiss und Qualität irgendwie (Ich hatte da an DNxHR SQ oder sogar LB gedacht... Sind meine ich 8 bit, aber immerhin 422 und nur ein Sechstel an Dateigröße).

Alles was nicht Interview ist und wo nicht stundenlang Rohmaterial entsteht lasse ich in RAW für maximale Flexibilität beim Grader.

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Antwort von Jott:

Fassbrause hat geschrieben:
Und nein, das MP4 420 8 Bit, welches alternativ möglich ist reicht mir da nicht...
Genau dafür ist es aber da. Zu schlecht? Ausprobiert oder nur angelesen? Du musst es wissen.

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Antwort von Paralkar:

Also du willst aufjedenfall in 4k bleiben und daher so beschnittene Codecs nehmen?

Der LB wird zu Kompressionsartefakten führen, das is das selbe wie DNXHD 36, also der Proxy Codec, der SQ is in Ordnung (entspricht DNXHD 115 mbit), aber ich rechne den meistens auch für Proxy Editing raus, damit man nicht die Artefakte so sehr drin hat bei Editing Previews und Vorschnitten etc....

Du nimmst dir damit aufjedenfall ne große Freiheit weg, 422 is noch okay für ne vernünftige Sekundärkorrektur und n Key, aber 8 bit beschneidet schon stark mit ner flachen Gammakurve und lässt nicht soviel Platz für Änderung in der Farbkorrektur oder im Grading, besonders wenns um Kontraste geht, letzteres fängt der In der Datenrate beschnittene SQ auch an Artefakte zu bekommen, wenn du Ihn zu sehr verbiegst.

Da gäbe es gegebenfalls 2 bessere Ideen,

1. Falls die Interviews in nem konstanten, guten, gleichbleibendem Licht sind und vielleicht nicht ein enormer Kontrast im Bild ist, könntest du überlegen, SQ in Rec 709 rauszurechnen und davor die Raw Settings der Clips so einstellen das nichts clippt, wichtig dabei wäre, das die Protagonisten dann nicht unterbelichtet rüberkommen, falls du die Highlights aufgrund eines hohen Motivkontrasts so weit runterdrehen musst. Du kannst da mit den Curves, den High Soft Reglern & Log Wheels (Highlights & High Range) versuchen nur die Highlights runterzuziehen und somit alles in dein Rec 709 zu drücken,

2.Offline Edit, für diese Szenen renderst du ein Offline Proxy raus, entweder du gibst dem Coloristen wirklich das Original Raw Material (2h sind 900 GB), oder du renderst für diese Übergabe dann nur den wirklich geschnittenen Teil der Interviews raus (ich vermute es werden keine 2h Interview am Ende sein), als vernünftiges DNXHR 4k 444 12 bit clog 2/3, das muss dann gegebenfalls nochmal von dem Coloristen geschnitten werden, damit er es einzeln graden kann, dafür kannst du aber deine Timeline als XML exportieren, er ruft sich diese auf, sieht dein Schnitt/ Timeline ohne Bild mit "Media Offline" und kann die von dir gerenderte DNXHR Wurst genau an den selben Stellen zerschneiden, geht mega schnell (darauf achten das er entweder den exakten Timecode hat wo es losgeht, damit deine Timeline & seine DNXHR Wurst, die du ihm gibst, identisch sind, am einfachsten, du ziehst/ kopierst diese Interview Szene in eine neue Timeline und exportierst daraus die besagte XML)

Somit hätte er ein vernünftiges Bildsignal und das auch nur exakt so lang & groß wie es am Ende sein soll ohne den Overhead.

Sorry etwas ausschweifend geworden

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Antwort von Jörg:

Sorry etwas ausschweifend geworden mensch, paralkar, es ist sowas von erfrischend, hier von jemandem zu lesen, der weiß was er tut,
also weiter so ausführlich bitte
Wird ja immer seltener hier ;-((

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Antwort von Paralkar:

Danke,

Achso ne Option 3 is mir eingefallen, da es ein Interview ist, könntest du es davor graden (lassen), das funktioniert natürlich nur wenn auch da das Licht gleichbleibend ist. Falls die Protagonisten an der selben Stelle bleiben und du keine bis kaum Kamerabewegung im Bild hast geht da auch ne weich ausgefadete Maske bzw. Window, falls sowas gewünscht und oder nötig ist.

Also nehmen wir an es is vom Stativ, das Licht is gleich, dann könnte man von jeder Kameraeinstellung die in diesem Interview ist, kurz jeweils 30 sekunden aneinander schneiden und rausrechnen in DNXHR 4k 12 bit 444, diese an Coloristen geben, der zerschneidet es auf die einzelnen Einstellungen und gradet alle aneinander so das alle mit dem Look etc. zufrieden sind, dann gibt er dir entweder ein Davinci Projekt oder falls nicht auf Davinci final gegradet wird ne LUT (mit LUTS sind keine Keys/Qualifier & keine Windows möglich) pro Kameraeinstellung, du übernimmst entweder in Davinci das Projekt und übernimmst die Gradings oder LUTs auf die richtigen jeweiligen Einstellungen bzw. Clips des Originalmaterial, dann renderst du alles in DNXHR SQ und schneidest damit. (wichtig dabei ist, die LUts oder Gradings im Davinci Projekt vom Vorgrading müssen auf die selbe Gammakurve angewandt werden, die zum rausrendern verwendet wird, also Colorist kriegt Log, dann die LUTs oder Gradings vom Coloristen auf das Log für die Renderings der DNXHR SQ anwenden, nicht auf das Rec 709)

Somit kommst du aufjedenfall mit dem gewünschten Look für die Szene an dein Ziel und die Daten werden kleiner, falls die Bedienungen so stimmen

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Antwort von Fassbrause:

Paralkar, ich danke dir für die ausführlichen Beiträge und Tipps. Ich werde sie mir hinter die Ohren schreiben :)

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