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Workshop : Brennweiten und ihre (Raum)Wirkung am S35 Sensor

von Mo, 4.Mai 2015 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  135mm
  85mm
  50mm
  35mm
  24mm
  14mm
  Brennweitenvergleich von fixem Kamerastandpunkt



85mm



Das 85mm gilt (wie das 105) und 135er in der Fotografie als klassische Portraitbrenweite und auch im Cine-Zusammenhang wird es gerne für Close-Ups genutzt.

Aber auch in Situationen, wo ein Gleichgewicht zwischen komprimiertem und noch abgebildetem Raum gefunden werden soll, kann es im Gegensatz zum extremeren 135er auftrumpfen.

Focal Length Comparison on S35 Sensor 85 & 35mm



Auch das 85er funktioniert in unserem Medium Close Up (MCU-Shot) von Ricarda sehr gut und ermöglicht immer noch eine deutliche Kameradistanz von mehreren Metern, fühlt sich jedoch nicht ganz so stark distanziert wie das 135mm an.

Das 85mm stellt in der Regel immer noch genügend Raum zwischen Motiv und Kamera auch für komplexere Lichtaufbauten zur Verfügung, ohne im Ausschnitt sichtbar zu sein.

Wir schätzen am 85 mm vor allem seine hohe Flexibilität: In kleineren Innenräumen kann es immer noch da zum Einsatz kommen, wo für das 135er die Wand längst hätte eingerissen werden müssen. Außerdem kann das 85mm eher noch brauchbare Ausschnitte selbst an Crop-Sensoren liefern, an denen das 135er nur noch für Tierfilmer von Bedeutung ist.

Wenn man Foto-Objektive adaptieren möchte sind 85mm Optiken in der Regel günstiger zu haben als die spezialisierteren 135mm - und häufig auch in einer recht lichtstarken Variante erhältlich.



50mm



Das 50 und das 35mm kommen dem menschlichen Sehempfinden beim hier genutzten Objektiv-Set mit am nächsten. Das bedeutet, dass Proportionen, Entfernungen und auch Bewegungen auf die Kamera zu und von der Kamera weg, einen eher realistischen Eindruck von Entfernung, Größe und Geschwindigkeit vermitteln.

Focal Length Comparison on S35 Sensor 50 & 35mm



Bei unserem Beispielclip sehen wir die Entfernung der Kamera zu Ricarda weiter schrumpfen - wir sind noch einen deutlichen Schritt näher am Geschehen dran - ohne jedoch aufdringlich zu wirken.

Das 50mm steht häufig in direkter Konkurrenz zum 35mm (und 40mm) und wird gerne mit diesem abgeglichen: Wird etwas mehr Raum benötigt, greift man zum 35er, soll der Ausschnitt etwas enger gefasst werden, kommt das 50er zum Einsatz.

Beim Thema 50 kann es auch um möglichst hohe Lichtstärke gehen und vielen dürfte in diesem Zusammenhang die wunderbare Episode um Stanley Kubricks f0.7er 50mm Zeiss Objektiv in den Sinn kommen, das ursprünglich für die NASA für Satellitenaufnahmen entwickelt worden war und das Kubrick für seinen Film „Barry Lyndon“ (1975) umfangreich adaptiert (hin zu f0.7 36.5mm) und eingesetzt hat.

Kubrick hatte sich in den Kopf gesetzt, die Innenszenen des Schlosses ausschließlich mit natürlichem Kerzenlicht auszuleuchten – ohne zusätzliche Aufhellung – dafür mussten die Mitchel-Kameras extra für die f0.7er 50 und 35mm Objektive angepasst werden – ein enormer Aufwand, der jedoch zu einzigartigen Bildern führte und u.a. den Oscar für die beste Kamera einbrachte ...

Kubrick hatte ursprünglich nur das 50mm f0.7 zur Verfügung, empfand jedoch dessen Bildwinkel als zu limitierend. Entsprechend wurden mit Hilfe von optischen Vorsätzen aus dem 50mm noch 36.5mm sowie ein 24mm zur Verfügung gestellt – beide ebenfalls mit einer Anfangsöffnung von f0.7. Da das 24mm zur viel Verzerrung mitbrachte, kamen schließlich nur das 50 sowie das 36.5mm zum Einsatz – womit wir beim 35mm angelangt wären...

135mm
35mm / 24mm / 14mm / Brennweitenvergleich von fixem Kamerastandpunkt


4 Seiten:
Einleitung
135mm
85mm / 50mm
35mm / 24mm / 14mm / Brennweitenvergleich von fixem Kamerastandpunkt
  

[20 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
iasi    10:10 am 20.9.2015
Mir ist nicht klar, weshalb in dieser Einstellung der "Vertigo-Effekt" eingesetzt wurde. Was soll der Effekt transportieren? Aussagen? Auf mich wirkt er ablenkend...weiterlesen
Borke    09:57 am 20.9.2015
Michael Ballhaus hat diesen Effekt verbesserungsfähig ausgeführt. Da hackelt es ja richtig. Sauber sieht anders aus. Hitchcock war ein Perfektionist und das sieht man nach all...weiterlesen
Fader8    19:30 am 7.5.2015
Bist Du sicher, dass dies Dolly-Zooms sind in Spellbound? ;)
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update am 30.Mai 2020 - 15:51
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