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Test : Panasonic AG-HPX171E: Formatkünstler mit Top-Handling & sanftem Bild

von Fr, 24.April 2009 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Handling / Ausstattung
  Auflösung & Lowlight / Testlabor
  Auflösung / Reallife
  Dynamic Range Stretch
  Fazit

Zur NAB 2008 stellte Panasonic mit der AG-HPX171E eine Variante der HVX200 vor, die ausschließlich auf P2-Karten aufzeichnet und damit leichter, kleiner und auch günstiger als der direkte HVX200 Nachfolger HVX201E daher kommt. Die Format-Vielfalt ist trotzdem geblieben: In HD mit dem DVPRO HD Codec stehen eine Vielzahl an 1080er und 720er Varianten zur Verfügung, wer SD benötigt, kann in DVCPRO 50 oder DV (DVCPRO) aufzeichnen. Im Folgenden unsere Eindrücke von der AG-HPX171E:




Handling / Ausstattung



Panasonics AG-HPX171E orientiert sich am Formfaktor der alten HVX200, stellt jedoch Dank fehlendem Bandlaufwerk die kompaktere und im Vergleich zur aktuellen HVX201E (2,5 Kg exkl. Batterie) mit 1.9 Kg (exkl. Batterie) die leichtere Variante dar.

Panasonics AG-HPX171E



Das kompakte Gehäuse vermittelt einen stabilen Eindruck und fügt sich perfekt in die Hand (auch in große Hände) – womit wir bei dem ersten großen Pluspunkt der AG-HPX171E wären: Das Handling in Sachen Gewicht, Balance und Schalter-Layout ist extrem gut gelungen. Die HPX171E liegt zugleich satt und ermüdungsfrei, da perfekt balanciert, in der Hand und nimmt im Handling im HD-Camcorder-Segment bis 5.000,- (UVP liegt bei 4.635) damit einen Spitzenplatz ein. Hierbei sind es vielfach Kleinigkeiten, die in der Bedienung zu überzeugen wissen: Der große Schalter für den manuellen Weissabgleich vorne unterhalb des Objektivs lässt sich blind finden und Dank seiner Größe und merklichem Druckpunkt bestens bedienen. Die drei User-Buttons haben eine Größe und Profil, die ebenfalls leichte Bedienung ohne Absetzen der Cam ermöglichen, der On/Off-Schalter ist leicht zurückgesetzt und damit gegen versehentliches Einschalten geschützt aber trotzdem eindeutig (keine Mittelposition) und leichtgängig. Die Menue-Steuerung über den Joystick, der das schlecht (weil verkehrt herum) zu bedienende Tastenkreuz der HVX200 abgelöst hat, erlaubt schnelle und exakte Menue-Aufrufe. Scene-Files lassen sich schnell und verifizierbar per gerastertem Drehrad an der Rückseite einstellen. Es ist die Summe dieser Punkte, welche die AG-HPX171E bei der Bedienung glänzen lassen.

In Sachen Blenden-Ring versus Blenden-Rad kann die HPX171E auch uns als bislang konsequente Befürworter von Blenden-Ringen am Objektiv durchaus überzeugen. Die AG-HPX171E überlässt dem User die Wahl, ob mit dem Schärfe-Ring vorne am Objektiv die Schärfe oder die Blende manuell eingestellt werden. Gäbe es nur diese Option für die manuelle Blendenwahl, müssten wir hier von Fehlkonstruktion sprechen – doch die Blende wird im Standard-Layout über ein kleines Rädchen auf der linken Seite bedient und kann hier ebenfalls blind und leichtgängig mit dem linken Daumen im Handbetrieb eingestellt werden. Wer 35mm-Adapter an der Kamera nutzen möchte, stellt die Schärfe auf den 35mm-Adapter ein, schaltet die Kamera auf manuelles Fokussieren um und legt dann die Blende auf den Fokusring. Damit ist der Fokus gelockt – es gibt keine Möglichkeit ihn versehentlich zu verstellen und man kann sich in aller Ruhe dem Fokussieren an der 35mm-Optik widmen - hinzu kommt noch die Image-Flip-Funktion für korrekte Previews mit Adapter: Klasse Sache. Für den Betrieb von 35mm-Adaptern eignet sich darüber hinaus auch die relativ kompakte, kurze Bauform der AG-HPX171E. Man dürfte hier weniger das Gefühl haben, mit 35mm-Adapter eine Bazooka in der Hand zu halten. Die HPX171 stellt somit die erste CAM dar, bei der wir den fehlenden, eigenen Blendenring am Objektiv nicht bemängeln.

Die HVX200 ist bei ihrem ersten Erscheinen bereits als Formats-Künstler bezeichnet worden und die AG-HPX171E macht hier keine Ausnahme. Ein Blick in die Spezifikationen offenbart 17 HD/SD-Flavors und da sind nicht einmal die 60i HD-Varianten mit eingerechnet:



Wer häufig zwischen unterschiedlichen Formaten HD und SD wechseln muß, findet bei der AG-HPX171E mit ihren drei unterschiedlichen Codecs eine umfangreiche Auswahl: DVCPRO (DV) mit 25 Mbit/s, DVCPRO50 mit 50Mbit/s und DVCPROHD mit 100 Mbit/s.

Die AG-HPX171E bietet neben der Formatvielfalt ebenfalls eine Fülle von Anschlüssen. Neben SDI-OUT (HD/SD), 2xXLR, analoger Komponente und Composite, Line-Out und Stereo-Klinke für Kopfhörer bietet sie Mac/PC-konform USB 2.0 (mini) und ein sechs-poligen Firewire-Interface. Letztere ermöglichen das Backupen von Files nicht nur auf Rechnern sondern auch auf externen Festplatten vor Ort ohne dazwischengeschalteten Laptop – ideal auch für denjenigen, der aus kostengründen ein gegenüber P2-Cards günstigeres Backup-Medium benötigt. Wer ein Multi-Cam-Setup mit mehreren AG-HPX171E in Betracht zieht, kann via Firewire-Kabel Timecodes von einer Master-Cam auf mehrere Slaves quasi per Daisy-Chain verteilen und Multi-Cam-Footage so mit einheitlichem Timecode verarbeiten.

Als Optik kommt bei der AG-HPX 171E ein Leica Dicomar 13x 3.9-51mm mit optischem Image-Stabilizer zum Einsatz. Auf 35mm gerechnet beträgt der Zoom-Umfang 28-368mm und setzt damit einen Schwerpunkt im Weitwinkel-Bereich - die Konkurrenz ist häufig etwas weniger weitwinkelig. Dafür steht die Blende 1.6 leider nicht über den gesamten Zoom-Bereich zur Verfügung, sondern blendet auf 3.0 im längsten Tele ab. Mehr zur Abbildungsleistung des Objektives in den Bildqualitäts-Kapiteln (Auflösung, Lowlight).
Das Handling der AG-HPX171E ist auf hohem Niveau angesiedelt. Doch wo Licht ist, gibt es bekannter Maßen auch Schatten, selbst wenn das Licht hier eindeutig überwiegt. Weniger gefallen hat uns das Fehlen einer Shot-Transition-Funktion sowie der LCD-Monitor der AG-HPX171E. Dieser bietet mit ca. 210.000 Pixeln lediglich die Hälfte der Konkurrenz (bsp. Sony Z5) und kommt in einer 4:3-Abmessung daher, bei der im HD-Betrieb nochmals Pixel verschenkt werden. Wir hoffen, dass Panasonic hier bald den sehr guten LCD-Monitor der neuen AG-HPX301E verbaut – zumal dieser auch um einiges weniger Blickwinkel-abhängig ist, als das LCD an der AG-HPX171E – auch USER-Button kann man eigentlich nie genug haben, und obwohl sie bei der AG-HPX171E gut geformt und positioniert sind, wären 3 mehr gerne gesehen.

In Sachen Schärfe-Kontrolle bietet die AG-HPX171E einen ganzen Korb von Fokussierhilfen an: Via Focus Assist läßt sich der zentrale Bildausschnitt als Picture-im Picture vergrössern, die Kantenaufsteilung lässt sich erhöhen, der sog. Focus-Bar sowie ein Histogramm für die optimale Schärfeverteilung stehen zusätzlich noch zur Verfügung: Fast schon Overkill – jedoch sehr brauchbar auf Grund der geringen Auflösung des LCDs. Schade, dass farbiges Peaking hier keine Option darstellt.

Wie bei der Vorserie der AG HPX301E haben uns die bei der AG-HPX171E ebenfalls einblendbaren Waveform und Farb-Vektorskope sehr gut gefallen. Vor allem der Waveform-Monitor löst fein auf.

Reaktiver Waveform-Monitor der AG-HPX171E



Beide sind gut ablesbar sowie extrem reaktiv und damit hochwertig. Für kritische Belichtungssituationen hervorragende Hilfsmittel, um möglichst exakt zu belichten.

Vektorskop der AG-HPX171E



Beide stellen ein Extra dar, das den meisten anderen Camcordern fehlt - weil aber das Wünschen nie aufhört, würden wir uns beim nächsten 171er-Update über eine Farbbezeichnung im Vektorskop freuen.

Wer bereits einen P2-Workflow etabliert hat, wird die Meta-Daten-Funktionen der AG HPX171E zu schätzen wissen. Hier gibt Panasonic im Vergleich zum Wettbewerb eindeutig den Ton an, da kein anderes System in dieser Preisklasse ein umfangreicheres Meta-Daten-Handling anbietet. Speziell für die Einbindung in etablierte Workflows und Video-Datenbanken, die Panasonics mächtiges P2 CMS System – wir berichteten - für die Verschlagwortung von Video-Daten nutzen, ist die AG-HPX171E bestens gerüstet. Grundsätzlich stehen zwei Wege zur Verfügung, Metadaten auf die Kamera zu spielen. Entweder vor Ort mit der Kamera selbst (per Joystick-Steuerung wird aus einem Alphabet der Text zusammengesucht) oder komfortabel vorab vom Rechner via P2 Viewer- oder P2 CMS-Software, wo die Metadaten auf eine SD-Card überspielt werden, die dann in die Kamera hochgeladen werden. Vor allem letztere Methode bietet sich im professionellen Umfeld an: Reporterteams führen ihre personalisierten SD-Cards mit sich und daten die Kamera zum Dreh schnell mit ihren Daten up. Zu den Metadaten gehören u.a Informationen zum Aufnahmeort (Breiten- und Längengrad), zum Kameramann/frau, zum Reporter-Team, Clip-Benennung etc. Sobald die fertigen Clips dann bsp. in das P2-CMS-System geladen werden, kann die dahinter arbeitende Datenbank Abfragen ausführen, um bsp, alle Clips einer bestimmten Umgebung zu zeigen, eines bestimmten Reporterteams, Kameramanns/frau etc. pp. Zum Metadaten-Workflow beim bandlosen Arbeiten gehören auch die komfortablen Mark- und Text-Memo-Funktionen – Mark lässt sich auf einen USER-Button legen und dann während des Drehs schnell einem Take anfügen. In der Thumbnail-Übersicht der Clips im VCR-Modus der Kamera zeigt dann ein kleines „M“ am Thumbnail einen Clip an, der mit einem Marker versehen wurde. All diese Punkte lassen sich unter vorbildliches Metadaten-Handling subsummieren und dürften für Viele im professionellen Umfeld von ausschlaggebender Bedeutung sein. Metadaten-Handling: ein leider häufig viel zu vernachlässigter Punkt.

Wir hatten die 5-Jahres-Garantie von Panasonic bereits beim Preview der AG-HPX301E erwähnt. Die gleiche Garantie gilt ebenfalls für die AG-HPX171E (aber z.B. nicht für AG-HVX201AE), nachdem man sich innerhalb von 30 Tagen nach Kauf bei Panasonic registriert. Die Garantie beinhaltet u.a die Abholung defekter Geräte vor Ort und die Stellung eines Ersatz-Gerätes, falls das zu reparierende Gerät nicht nach 5 Werkstagen zurückgebracht werden kann.

Auflösung & Lowlight / Testlabor


Panasonic AG-HPX171
Plus Minus Listenpreis: 5520 Euro (inklusive Mwst.)

MEHR INFO:
Alle technische Daten sowie Testbilder und Testergebnisse in unserer Datenbank
+ guter Weitwinkel
+ professionelle Bedienelemente
+ echter 720/50p-Modus sowie variable Bildrate
- Wenig Schärfe durch Pixelshift
- P2 Karten deutlich teurer als Band.
- Display 4:3 bei geringer Auflösung

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Auflösung / Reallife
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