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Test : Blackmagic Resolve Micro Panel - Solides Grading-Pult für 1.100 Euro

von Di, 4.April 2017 | 3 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Anschluss und Platz am Arbeitsplatz
Keine Treiber(probleme)
Rudimentäre Vorschau auch am Laptop
Nur für Resolve
Fazit



Schon beim Auspacken spürt man den seriösen Anspruch des bislang günstigsten Bedienpanels von Blackmagic. Das Gewicht (rund 3,5kg!) und die Verarbeitung machen einen sehr ernsthaften Eindruck. Alle Knöpfe besitzen einen klar definierten Druckpunkt und die Bälle mit den umliegenden Ringen sind nicht zu leichtgängig, aber dennoch sehr definiert zu bewegen.



Anschluss und Platz am Arbeitsplatz



Der Anschluss erfolgt über ein einziges mitgeliefertes USB-C Kabel, das auf einem normalen USB-Stecker endet und sogar an einem USB2-Port des PCs problemlos funktionierte. Nur eine drahtlose Verbindung in Kombination mit einem integriertem Akku könnte für noch weniger Kabelsalat am Arbeitsplatz sorgen.



Mit einer Fläche von ca. 43 x 27 cm nimmt schon dieses kleinste Pult deutlich mehr Stellfläche ein, als eine typische Tastatur, was auch tatsächlich für einen Präferenzen-Konflikt auf dem Arbeitsplatz sorgt. Stellt man das Pult vor die Tastatur, so lässt sich diese nicht mehr bequem nutzen und hinter der Tastatur gelingt wiederum die Bedienung des Panels nicht mehr bequem. Nebeneinander ist ebenfalls kaum ein ergonomisches Gleichgewicht ohne Herumschieben möglich.



Es empfiehlt sich daher zu dem Panel eine möglichst schmale Tastatur anzuschaffen, die man vor dem Panel platziert. Vielschreiber dürften hier seufzen, aber wer sich ein Grading Pult anschafft wird vielleicht auch seinen Grading-Arbeitsplatz nicht unbedingt zum verfassen größerer Texte (wie wir gerade in diesem Fall) nutzen. Gerade mit dem Micro Panel bleibt eine zusätzliche Tastatur weiterhin obligaorisch, um sich in Resolve schnell zu bewegen. Erst mit den größeren Panels muss die Tastatur deutlich weniger zum Einsatz kommen.



Keine Treiber(probleme)



Nach dem Einstecken braucht man sich ebenfalls um nichts weiter zu kümmern, als eine aktuelle Version von DaVinci Resolve zu starten. Ohne Treiberinstallation ist das Pult sofort nach dem Start des Programms einsatzbereit.

Seine Betriebsbereitschaft signalisiert das Pult mit seinen subtil beleuchteten Tasten. Die Beleuchtung der Tasten kennt dabei zwei Stärken. Einen dezenten, gedimmten Level sowie eine Vollbeleuchtung, die anzeigt, dass eine bestimmte Funktion aktiviert ist. Hierbei fehlen in der aktuelle Resolve-Version 12.5.5.026 noch ein paar Tasten, die wir bei Aktivierung auch gerne voll leuchten sehen würden, wie beispielsweise “Loop” oder “Play Still”.

Gegenüber der Bedienung mit Tastatur und Maus sollen Bedienpulte wie das Micro Panel dafür sorgen, dass man beim Graden nicht den Blick vom Vorschaumonitor zur grafischen Oberfläche wandern lassen muss. Mit dem Micro Panel gelingt dies in erster Linie nur bei einer primären Farbkorrektur. Spätestens wenn man Masken anlegen muss wird der Griff zur Maus obligatorisch. Für ausgefallenere Funktionen bieten erst die größeren Pulte auch entsprechende Regler. Doch auch wenn man keine neuen Nodes direkt am Micro Panel anlegen kann,ist es dennoch möglich mit zwei Tasten (PREV NODE und NEXT NODE) zwischen den Nodes zu springen. Es ist also möglich zuerst die Nodes mit der Maus und Tastatur anzulegen und dann die Feinarbeiten direkt vom Pult aus zu machen, indem man zwischen den Nodes hin- und hersteppt.



Rudimentäre Vorschau auch am Laptop



In kleineren Projekten kann das Pult sogar eine separate Vorschau-Karte für Resolve überflüssig machen, solange der angeschlossene Monitor einigermaßen farbecht ist. Denn erstens kann man mit dem Pult viele Korrekturen nun in der Vollbildvorschau von Resolve durchführen ohne die Oberfläche von Resolve zu nutzen. Und zweitens gibt es auf dem Micro Panel auch einen eigenen Knopf um schnell zwischen Vollbildvorschau und Oberfläche zu wechseln.

Wer allerdings über 1.000 Euro für dieses Pult investiert, sollte eigentlich nicht eine weitere Investition von 200 Euro für eine separate Vorschaukarte scheuen. Denn oftmals ist ein kurzer Blick auf die Oberfläche beim Graden dennoch sehr hilfreich. Noch hilfreicher ist allerdings meistens der Blick auf die Resolve Messinstrumente, die permanent ohne weitere Hardware auf einem zweiten Monitor angezeigt werden können. Richtig effektiv arbeitet es sich letztendlich mit drei Monitoren (1 x Vorschau, 1 x Oberfläche, 1 x Messinstrumente).



Wirft man in Resolve einen Blick auf die dort symbolisierten Kreise der primären Farbkorrektur, so sieht man, dass es eigentlich vier Trackbälle geben müsste (Lift, Gamma, Gain + Offset). Nur das große Advanced Panel von Blackmagic bietet auch diese 4-Kugel-Anordnung (für 30.000 Dollar!). Wer mit den kleineren Panels Zugriff auf die Offset-Werte haben will, kann die rechte Kugel per Offset-Taste temporär umwidmen, während die beiden anderen Kugeln ihre Funktionen verlieren.

Ein vertraut analoges Gefühl vermitteln die globalen Bildeinstellungen über 12 Drehregler, die an der Oberseite des Pultes angeordnet sind. Sehr lehrreich ist dabei in der Tat, einfach einmal frei an den Reglern zu spielen und die entsprechenden Auswirkungen auf der Oberfläche zu erkunden. Die “Feinheit” der Bälle und einiger Regler lässt sich übrigens unter Resolve sehr feinfühlig auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.



Als enorm praktisch empfinden wir, dass sich die Drehregler durch Drücken einen Reset des einzelnen Parameters erlauben. Es gibt dazu auch Tasten für einen globalen Node Reset, einen Node-Bypass und ein Deaktivieren der aktiven Node. Weiters gibt es auch noch Tasten, um Stills als Gradingszustände zu speichern und abzurufen.



Nur für Resolve



Negatives gibt es wirklich kaum zu berichten. Man bindet sich sich mit dem Micro Panel auf jeden Fall momentan fest an DaVinci Resolve als Grading-Programm, da das Pult von keinem anderen Programm unterstützt wird und eine zukünftige Unterstützung uns auch unwahrscheinlich erscheint. Es ist auch kein Customizing der Regler möglich, was aber aufgrund der festen Beschriftung auch wenig Sinn machen würde. Als letzten Kritikpunkt in diesem Zusammenhang kann man noch anführen, dass die Beschriftung der Drehregler an der Oberseite des Pultes nicht beleuchtet sondern nur aufgedruckt ist, was in sehr dunklen Arbeitsumgebungen vielleicht schwer zu lesen ist. Allerdings soll die Bedienung ja sowieso im besten Fall ohne Blick auf die Regler erfolgen.



Fazit



Über 1000 Euro sind zwar wahrlich kein Pappenstiel, jedoch wird sich dieses Pult unter allen aktiven Resolve-Nutzern wahrscheinlich wie geschnitten Brot verkaufen. Der haptische Zugriff auf die elementaren Farbkorrektur-Funktionen von DaVinci Resolve öffnet durch den alternativen Zugang tatsächlich das Tor in eine andere Welt. Da das Pult extrem “wertig” konstruiert ist, kommt auch niemals das Gefühl auf an einem Spielzeug zu arbeiten.

Tatsächlich macht der Erwerb des Micro Panels in unseren Augen aber nur Sinn, wenn man wirklich bereit ist, Zeit und Fleiß in die Kunst der Panel-Bedienung zu investieren. Denn auch wer heute schon meint in Resolve mit der Maus ganz gut klarzukommen, dürfte überrascht sein, wie oft man sich an den drei Trackbällen in eine farbliche Sackgasse manövrieren kann. Da hilft dann kein Undo sondern nur noch ein Node-Reset und die gewonnene Effektivität des Pultes ist dann schnell dahin.


  

[5 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
sottofellini    18:02 am 1.6.2017
Habe auf Grund eurer guten Replik dieses Panel erworben und im Betrieb und muss sagen, dass es von der Verarbeitung und der Haptik her den viel teureren Profipanels derselben Firma...weiterlesen
rob    09:56 am 5.4.2017
Das bemerkenswerte an der Kombination Resolve + Micro Panel ist, wie flexibel sie eingesetzt werden kann. Das hier genannte 3-Monitor Setup ist sicherlich das komfortabelste Setup...weiterlesen
klusterdegenerierung    18:52 am 4.4.2017
Ooh, doch soo einfach! ;-) Danke Dir :-)
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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