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Test : 50mm F1.4 Video-Shootout: Sony G Master versus Zeiss Planar an der Sony A1

von Mi, 15.März 2023 | 6 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Design und Handling
AF-Eye-Tracking in 4K und 8K
Fokusgeräusche
Manueller Fokus
Fokusbreathing
Sunstar, Diffusion und Kontrastverhalten
Farbkonsistenz
Chromatische Aberrationen
Bokeh
Fazit



Das neue Sony G-Master FE 50mm F1.4 ist in der slashCAM Redaktion angekommen und wir haben es uns an der Flaggschiff Sony A1 Vollformat-DSLM sowohl im 8K als auch im 4K Video-Betrieb angeschaut. Wir wollten wissen: Wie gut ist das neue Sony G Master im Vergleich zum bisherigen Zeiss Planar T* FE 50mm F1.4 und für wen lohnt sich die Anschaffung der neuen Version im Bewegtbildzusammenhang

Sony G Master FE 50mm F1.4



Vorab ein Paar Testaufnahmen von uns mit Caro. Zum Einsatz kam hier die Sony A1, das neue ony G Master FE 50mm F1.4 sowie das Zeiss Planar T* FE 50mm F1.4. Wir haben uns hier unter anderem das Focus Breathing, das Augen/Gesichtstracking, die Farbkonsistenz, das Kontrastverhalten u.a. angeschaut:





Design und Handling



Bereits beim ersten in die Hand nehmen des neuen Sony G Master FE 50mm F1.4 wird schnell klar: Sony hatte beim Design des neuen 50mm F1.4 eine leichtere, kompaktere Alternative zum bisherigen Zeiss Planar T* FE 50mm F1.4 im Sinn. Mit 516g bei einer Länge von 96 mm (Filterdurchmesser 67cm) ist es spürbar schlanker geraten als das Zeiss (778g, Länge = 108mm, Filterdurchmesser 72mm).

Zeiss Planar T FE 50mm F1.4



Das reduzierte Gewicht schlägt sich auch in der Haptik nieder: Während das Zeiss mit einer massiven Metallkonstruktion daher kommt, verfügt das G Master über ein Kunststoffgehäuse. Zwar strahlt das Zeiss damit einen höheren Grad an Solidität aus, aber das Sony G-Master fühlt sich trotzdem recht hochwertig an. Es agiert damit klar in der Oberklasse der kunststoffbasierten Objektive.

Parallel hierzu ergeben sich beim Kamerahandling im Vergleich der beiden Objektive recht unterschiedliche Eindrücke. Vorweg sei geschickt, dass wir grundsätzlich eher zu schwereren Kamerasystemen tendieren, da hier häufig ruhigere Aufnahmen aus der Hand möglich sind. IM Verbund mit der A1 verhält es sich jedoch etwas anders: Da die A1 selbst zu den eher leichten und angesichts ihrer Leistung zu den äußerst kompakten Pro-Kameras gehört, macht sich das schwerere Zeiss bei längerem Handling mit stärkerer Frontlastigkeit bemerkbar. Das leichtere Sony G Master verlagert hingegen den Schwerpukt deutlich mehr ins Zentrum des Syatems. Wer mit minimalen Kamera-Setups unterwegs ist, dürfte das neue Sony G Master balancetechnisch klar vorziehen.

Beide Objektive verfügen über Metallbajonette, einen seitlichen AF/M Schalter, eine dekclickbare Blende sowie Gummidichtungen gegen Staub- und Spritzwasser.

Sony G Master mit Fokushaltebuttons


Das neue Sony G Master FE 50mm F1.4 verfügt darüber hinaus noch über zwei Fokushaltetasten sowie einen Iris-Lock Schalter gegen das versehentliche Verstellen der Blende.

Auch bei den Bedienringen zeigen sich Unterschiede: Das Sony G-Master verfügt über einen stärker profilierten Blendenring. Beim Zeiss ist hingegen der manuelle Fokusring deutlich breiter gehalten (mehr zum Thema manuelle Fokussierung im entsprechende Kapitel weiter unten).



AF-Eye-Tracking in 4K und 8K



Erste Disziplin war das AF-Tracking mit aktivierter „Gesichts-Augenpriorität“ sowohl in 10 Bit 4K 50p als auch in 10 Bit 8K 25p – stets mit S-Log 3 Gamma und komplett geöffneter Blende F1.4.

Erneut zeigt sich hierbei, weshalb der Sony Hybrid-Autofokus zu den besten AF-Systemen am Markt zählt: Wir mussten keinen Take wegen eines nicht sitzenden Fokus wiederholen. Dies gilt sowohl für das neue Sony G Master 50mm F1.4 als auch das altgediente Zeiss Planar T* FE 50mm F1.4.

Weder im 4K-50p Betrieb (APS-C) noch im 8K 25p Fullsensor Readout hatte das AF-System mit einem unsicheren AF zu kämpfen – ganz gleich welches Objektiv wir genutzt haben.

Um die Tracking-Sicherheit auch bei höheren Geschwindigkeiten zu testen, haben wir Caro auf die Kamera während der 4K 50p Aufnahme zurennen lassen – ebenfalls wieder mit einer komplett offenen F1.4 bei beiden Objektiven.

Und auch hier lässt sich erneut kein klarer Gewinner küren. Sowohl das neue Sony G Master als auch das Zeiss Planar bewältigen diese Aufgabe ohne Probleme.

Unterschiede ergaben sich bei unserem Test erst, als wir mit Frameraten oberhalb von 50p - also mit 100fps aufgenommen haben. Hier konnten wir sowohl bei Fokusverlagerungen als auch beim Fokustracking einen klaren Geschwindigkeitsvorsprung des G-Masters feststellen. Nach Auswertung der für die Fokussierung benötigten Frames gelangte das neue Sony Objektiv bei der Fokusverlagerung rund 1.6x mal schneller zum korrekten Fokus als das sieben Jahre ältere Design des Zeiss Planar.

Unser Tip:
Wer häufig mit Frameraten, bzw. Zeitlupen oberhalb von 50 fps unterwegs ist und einen entsprechend reaktiven Autofokus benötigt, ist mit dem Sony G Master FE 50mm F1.4 besser bedient. Wer hingegen nicht über 50p hinaus geht, sollte auch mit dem Zeiss Planar gut zurechtkommen.



Fokusgeräusche



Einen klaren Unterschied gibt es bei der Geräuschentwicklung der beiden 50mm Objektive im Vergleich zu hören. Während das neue Sony G Master quasi komplett lautlos im Autofokusbetrieb agiert, ist das Zeiss durchaus zu hören.

Letzteres zwar nicht in übermäßiger Lautstärke - doch wer in sehr leisen Umgebungen mit AF aufnehmen muss oder mit einem auf der Kamera montiertem Mikrofon im AF-Betrieb O-Töne mitnehmen will, dürfte besser mit dem neuen Sony G Master beraten sein.



Manueller Fokus



Sowohl das neue Sony G Master FE 50mm F1.4 als auch das Zeiss Planar T* FE 50mm F1.4 sind als Focus-By Wire Objektive ausgelegt. Für die manuelle Fokussierung werden also ebenfalls die elektronischen Fokussiermotoren genutzt.

Zeiss Planar T FE 50mm F1.4 mit stärker gedämpftem Fokusring


Allerdings gibt es unserer Erfahrung nach große Unterschiede bei der Implementierung von manuellen Fokus-By-Wire Systemen und sowohl das Sony G Master als auch das Zeiss Planar glänzen mit einer quasi latenzfreien und sehr fein aufgelösten manuellen Fokussierung. Mit beiden Objektiven lässt sich (für AF-Optiken) bemerkenswert gut manuell arbeiten (sofern keine Follow-Fokus Systeme genutzt werden).

Sony betont, dass das manuelle Fokussierverhalten des G Master FE 50mm F1.4 bewußt linear ausgelegt wurde - was wir bestätigen können. Der Drehwinkel beträgt ca. 180°. Beides trifft auch für das Zeiss Planar T* FE 50mm F1.4 zu. Letzteres verfügt über einen deutlich besser gedämpften Fokusring - das Sony G Master bietet dafür einen besser profilierten Fokusring.

Unser Tip:
Wer häufig auch mit manuellem Fokus unterwegs ist, sollte vorab testen, welches Focus-By-Wire System den eigenen Anforderungen an Haptik am besten entspricht – beide manuellen Focus-By-Wire Systeme sind erfreulich hochwertig ausgelegt.



Fokusbreathing



Sowohl das neue Sony G Master als auch das Zeiss Planar zeigen recht deutliches Fokusbreathing bei Fokusverlagerungen bei offener Blende.

Bei unserem Praxistest lagen beide Objektive hier bemerkenswert nah beieinander. Im Vergleich zu anderen 50mm F1.4 Vollformat-Objektiven bewegt sich das Fokusbreathing hier auf mittel bis kräftigerem Niveau.

Unser Tip:
Wer über eine Sony-Kamera inklusive Breathing-Korrektur verfügt, sollte diese hier gut zur Anwendung bringen können.



Sunstar, Diffusion und Kontrastverhalten



Bei unsere Dreh mit Caro haben wir ein Paar kurze Sonnenphasen genutzt, um uns die Sonnenstern-Abbildung bei geschlossener Blende (beide F16) anzuschauen. Hierbei glänzte das Sony G Master mit einem spürbar besseren Kontrastverhalten bei Gegenlicht. Der Sonnenstern beim G Master war recht klar konturiert, während beim Zeiss eine eher diffusere Aura drumherum zu sehen war.

Wir wollten es dann nochmal etwas genauer wissen und haben unter kontrollierteren Bedingungen eine Gegenlichtszene in der Redaktion getestet. Hierbei bestätigte sich das bessere Kontrastverhalten des neuen G Masters in entsprechenden Extremsituationen. Während das Zeiss Planar mehr Diffusion an Strahlungskanten zeigte, zeichnete das G Master das Hauptmotiv kontrastreicher.

Schaut man auf die Kontrastwiedergabe in Extremsituationen, sehen wir das Sony G Master hier recht deutlich vor dem Zeiss. Die höhere Kontrastleistung des Sony G Master – vor allem in der Bildmitte – findet sich auch im entsprechenden MTF-Chart wieder.

Bildästhetisch gesprochen fällt die Bewertung nicht ganz so einfach, weil etwas Diffusion und verminderter Kontrast im unseren Augen auch einen organischeren Eindruck generieren. Allerdings steht diese Option beim G Master auch nachträglich (und kontrollierter) mit entsprechenden Filtern zur Verfügung. Andersherum wird man jedoch eher schwer mehr Kontrastauflösung in das Zeiss hinbekommen.

Unser Tip:
Wer via Filter maximale Kontrolle über die Bildanmutung benötigt, erhält mit dem Sony G Master die hochwertigere Ausgangsbasis – insbesondere bei stärkeren Gegenlichtsituationen. Wer hingegen sowieso stets einen ProMist Filter auf dem Objektiv hat, könnte mit dem Zeiss Planar besser bedient sein.



Farbkonsistenz



Um unterschiedliche Gewichtungen bei der Farbreproduktion zu erkennen, haben wir beide 50mm Objektive mit Farbkarte (8K S-Log 3) aufgenommen. Hierbei zeigte sich eine bemerkenswert enge Angleichung.
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Die Hauttöne fallen quasi auf die exakt gleichen Positionen. Wer also seinen Farbkorrekturworkflow bislang auf das Zeiss Planar eingerichtet hatte, sollte diesen 1:1 für das Sony G-Master übernehmen können.



Chromatische Aberrationen



Beim Außendreh mit Caro sind uns keine chromatischen Aberrationen negativ aufgefallen. Wir haben in der Redaktion hier auch nochmal kurz draufgeschaut und finden beide Objektive auf hohem Niveau gegen CAs korrigiert.

Legt man es darauf an, lassen sich kleine, grünstichige chromatische Aberrationen mit hartem Gegenlicht bei offener Blende an Konturkanten provozieren. Allerdings muss man hierfür schon in einen extremen Pixelpeeping-Modus schalten, um diese zu erkennen.

Unterm Strich bleibt für uns beim Thema CAs stehen: Beide Objektive sind im Videobetrieb gut bis sehr gut gegen chromatische Aberrationen korrigiert.



Bokeh



Beim Bokeh präsentieren beide Objektive eine sehr ähnliche Anmutung. Lichter werden bei offener Blende Dank 11 Lamellen-Konstruktion rund und gleichmäßig gefüllt abgebildet. Schaut man sich die Lichter am Bildrand an, werden diese in gleichem Maß bei beiden Objektiven ovaler.

Auch bei unseren Außenaufnahmen mit Caro bei komplett geöffneter Blende konnte das Hintergrund-Rendering bei beiden Objektiven überzeugen.



Fazit



Mit dem G-Master FE 50mm F1.4 stellt Sony dem sieben Jahre alten Zeiss Planar T* FE 50mm F1.4 eine modernere Variante an die Seite. Diese zeichnet sich vor allem durch eine kompaktere und leichtere Bauweise aus, die beim Kamera-Handling (ohne weiteres Rigging) eine bessere Balance vor allem für die von Hause aus bereits kompakten Sony Alpha Kameras mitbringt. Hier macht sich auch der Unterschied zwischen einem Metall- und (hochwertigem) Kunststoffgehäuse recht deutlich bemerkbar.

Optisch bewegen sich beide Objektive auf hohem Niveau – allerdings kann sich das neue Sony G Master FE 50mm F1.4 in einigen Disziplinen vom Zeiss Planar absetzen: Die Kontrastwiedergabe bei starkem Gegenlicht, die Autofokusgeschwindigkeit bei Frameraten oberhalb von 50p sowie ein quasi komplett lautloser AF-Betrieb gehören zu den klaren Vorteilen des neuen Sony G Masters.

Mit einer UVP. von 1.700,- Euro liegt das neue Sony G Master FE 50mm F1.4 rund 200,- Euro oberhalb des Zeiss Planar. Wer die verbesserten Funktionen des G Masters für die Bewegtbildarbeit nutzen kann, dürfte den Mehrpreis schnell wieder eingespielt haben.


  

[1 Leserkommentar] [Kommentar schreiben]   Letzter Kommentar:
klusterdegenerierung    16:15 am 15.3.2023
Sicherlich sind die Objektive nicht nur für Besitzer einer modernen Sony Cam interessant, aber genau da wird sich ein AF performance Unterschied deutlich zeigen. Bislang war es...weiterlesen
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update am 31.März 2023 - 12:07
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