Workstation / HEDT

Wünscht man sich bei einem Windows-Rechner noch mehr Speicherdurchsatz oder mehr Steckplätze für PCIe 5.0 Grafikkarten, so muss man in eine Workstation-Umgebung investieren, die von Intel auch lange Zeit aktiv unter dem Begriff HEDT (High End Desktop) vermarktet wurde. Intel hat diesen HEDT-Markt jedoch in den letzten Jahren weitgehend den Threadripper-Prozessoren von AMD überlassen. Beide Plattformen gibt es mit vier oder acht DDR5-Speicherkanälen, wofür man als Anwender jedoch einen verhältnismäßig hohen Aufpreis zahlen muss. Teilweise sogar deutlich mehr als bei Apple - ohne jedoch in deren Ultra Gefilde zu gelangen.



Mit Workstation Boards bekommt man bis zu 8 Speicherkanäle
Mit Workstation Boards bekommt man bis zu 8 Speicherkanäle


Eine Workstation/Server Plattform mit 8 DDR5-Speicherkanälen kann momentan ca. 300 GB/​s Speicherdurchsatz erzielen, indem hier 8 steckbare DDR5-Speichermodule im Verbund betrieben werden. Die günstigste Kombination aus 8 Kanal DDR5-Mainboard und Prozessor ist sogar seit dem letzten Jahr deutlich günstiger geworden. Ab 1.000 Euro ist man mit der günstigen 8 Channel Mainboard + Prozessor Kombination jetzt dabei (ASRock W790 WS R2.0 (Intel 4677) + Intel Xeon Bronze 3508U, 8P/8T, 2.10-2.20GHz). Das zugehörige DDR5-RAM muss sich natürlich auch über 8 Module erstrecken und kostet bei 64 GB Ausbau aktuell ca. 700 Euro. Da man hier spezielle E-ATX-Gehäuse benötigt, darf man für den restlichen Aufbau auch gerne noch einmal 500 Euro einplanen. Und erhält dafür dann einen standesgemäßen Unterbau für eine RTX5090.



Bei AMD muss man für Octa Channel mit DDR5 mindestens 2150 Euro nur für Mainboard und kleinsten Prozessor hinlegen (ASRock WRX90 WS EVO (AMD sTR5) und Ryzen Threadripper PRO 7945WX (800 + 1350 Euro). Auch kleinere Workstation-Plattformen mit Quad-Channel Anbindung wirken gegenüber der angeführten Intel 4677 Plattform nicht sonderlich attraktiv, egal ob von AMD oder Intel, da man hier nicht wesentlich günstiger wegkommt.




Und KI?

Natürlich lässt sich das Thema KI für einen aktuellen Rechner nicht aussparen, jedoch ist das Thema mittlerweile sehr komplex geworden. Dabei ist es schwer zu sagen, wohin die Entwicklung der Programme konkret geht und außerdem werden momentan die wirklich rechenintensiven Video-KI-Funktionen exklusiv in der Cloud angeboten. Es ist in unseren Augen daher nicht unwahrscheinlich, dass generative Video-KI von Adobe oder Blackmagic überhaupt nicht als lokale Anwendung kommen wird.






Ausblick

Im Sommer 2026 dürfte es den meisten Anwenden schwer fallen, viel Leistung für die Videobearbeitung zu finden, ohne unnötig viel Geld zu versenken. Wir würden aktuell zu einem DDR5/PCIe 5 Desktop PC mit Nvidia RTX 5070 Ti für ca. 2.000 Euro oder zu einem Refurbished Studio Mac M1/M2 Max für einen ähnlichen Preis greifen.


Beim Desktop-PC bedeutet eine schwächere Grafikkarte gleich deutlich weniger Leistung bei relativ wenig Gesamtbudget-Einsparung und beim Mac bedeutet jede Investition unter einer "Max-" CPU die halbierte (Pro) oder sogar geviertelte Rechenleistung (Standard M-Prozessor). Ein verhältnismäßig guter Einstiegs-Deal könnte der kommende Mac Mini M5 werden, sofern er unter 1.000 Euro verfügbar sein wird. Aber sowohl das Erscheinungsdatum als auch die Preisgestaltung stehen hier noch in den Sternen.




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