Gekommen, um zu bleiben - Streaming und Videokonferenzen
Gelegentliche Videokonferenzen sind sechs Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie zur Normalität übergegangen - oftmals im Zusammenhang mit Home-Office, aber auch in anderen Bereichen wie digitalen Versammlungen, Bewerbungs- oder Coaching-Gesprächen. Ebenso ist bei Seminaren und Kursen eine visuelle Online-Präsenz kein nerdiger Spleen, sondern einfach pragmatische Realität geworden.
Zugleich hat das Produzieren von moderiertem Bewegtbild für YouTube, TikTok oder auch das Live-Streaming an Beliebtheit weiter zugenommen. Und so ist man als Creator heute in der Regel eine permanent sichtbare One-Man-Show, die niemals billig wirken sollte.
Abstriche bei den Möglichkeiten - Integrierte Webcams
Doch nutzt man für all diese Anwendungsfälle die eingebaute Webcam im Laptop, stößt man meistens schnell an deren Grenzen. Sei es die mangelnde Ästhetik durch die geringe Bildqualität oder auch die technischen Einschränkungen durch die mangelnde freie Platzierbarkeit der Webcam. Wer hier in ein professionelles Gerät investiert, kann sich damit buchstäblich "in ein weitaus besseres Licht rücken".
Und wer bereits eine Nikon ZR besitzt, muss hierfür im besten Fall keinen zusätzlichen Cent ausgeben. Denn Video und Audio dieser Kamera können mit Live-Streaming-Software und Web-Meeting-Anwendungen direkt genutzt werden. Und das sogar ausgesprochen bequem, weil ein einziges Kabel zur Verbindung ausreichen kann: Im optimalen Fall bekommt die Nikon ZR dann über ein USB-C-Kabel genügend Strom, um ohne Zugriff auf den internen Akku zeitlich prinzipiell als Webcam im Einsatz bleiben zu können.
USB-C - Kabel und Anschlüsse ausprobieren
Hierfür muss allerdings die USB-C Buchse des angeschlossenen Laptops/Rechners (oder eines Tablets oder eines Smartphones) auch die externe Stromversorgung bei gleichzeitiger Datenübertragung anbieten. In der Praxis hilft tatsächlich nur Probieren über Studieren, denn es lässt sich einfach nicht vorhersagen, ob es funktionieren wird oder nicht. An allen modernen Macs in unserem Büroumfeld funktionierte dies unproblematisch, bei einem älteren Lenovo Legion Notebook bekamen wir die zusätzliche Stromversorgung jedoch einfach nicht zum Laufen.
Solche Probleme können gegebenenfalls auch an störrischen, inkompatiblen Kabeln liegen, wobei wir gute Erfahrungen mit dem von Nikon mitgelieferten USB-C Kabel gemacht haben. Dieses ist allerdings nicht sonderlich lang, wodurch sich der Vorteil einer weitgehend freien Platzierung der Kamera vom Rechner etwas relativiert. Doch zum grundsätzlichen Probieren, ob die eigene Hardware ansonsten die Rahmenbedingungen erfüllt, eignet sich dieses Kabel auf jeden Fall.
Aktivierung der externen Stromversorgung über USB-C
Die nächste Hürde ist die Aktivierung der externen Kabel-Stromversorgung, denn "per Default" ist diese noch nicht eingeschaltet, sondern man muss sie erst manuell im Setup-Menü aktivieren. Dies gelingt beim Schraubenschlüssel-Symbol unter dem Menüpunkt:[Stromversorgung über USB], bzw.[USB power delivery].

Hierzu allerdings noch ein weiterer wichtiger Hinweis: Die Kamera nimmt nur externen Strom an, wenn sich auch ein Akku in der Kamera befindet. Ist kein Akku eingesetzt, so funktioniert auch die externe Stromversorgung über USB nicht. Ob alles funktioniert, kann man dann im Anschluss an einem Stecker-Symbol in der Aufnahmeanzeige neben dem Akku erkennen:

Ist dieses Symbol aktiv, dann wird die Kamera jetzt vom externen Gerät über USB-C gespeist.
Aktivierung der Nikon ZR als Webcam
Als nächstes müssen wir nun das USB-Streaming selbst aktivieren, indem man den Punkt [USB] im Netzwerk Menü auf[USB-Streaming (UVC/UAC)] stellt.

Nun ist die Nikon als Webcam konfiguriert und sollte vom Rechner oder Streaming Gerät automatisch erkannt werden.
Dies sollte beispielsweise in OBS-Studio problemlos funktionieren. Hier erscheint die Nikon ZR dann einfach in der Drop-Down-Liste sobald man ein Videoaufnahmegerät hinzufügt:

Anschließend erscheint sie dann in der Hauptansicht der Szene und lässt sich dort wie jede andere Webcam nutzen...

Aber auch in anderen Webcam-Anwendungen ist die Nikon ZR dann nach den oben beschriebenen Schritten sicht- und auswählbar:

Mit diesen Einstellungen kann die Nikon ZR an dieser Stelle wie eine professionelle Webcam verwendet werden. Sobald ein Programm die Nikon ZR ansprechen will, wechselt diese dann vom Standby-Betrieb in den Streaming Modus und lieferte in unserem Fall auch über lange Zeiträume einen zuverlässigen Livestream ab, der aufgrund des großen Sensors gegenüber einfachen Webcams durch seine ausgesprochen szenische Bildqualität besonders hervorsticht.

















