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News : Das Sterben der Stand-Alone Compositing Programme - Fusion und Natron vor dem Aus

von Mo, 14.Januar 2019


Bis auf Nuke, After Effects und die Autodesk-Flame-Abkömmlinge darf man behaupten, dass großen Compositing-Programmen oft kein langes Leben beschert zu sein scheint. Nicht nur kommerziellen Größen wie Shake, Combustion, Softimage-DS oder Toxik erging es so. Auch im Open Source Bereich taten sich immer wieder große Hoffnungen (z.B. mit Ramen oder Jahshaka) auf, die letztendlich abstarben oder sich zu anderen Projekten hinentwickelten.

Und eben dieses Schicksal scheint nun nun auch Natron und Fusion zu ereilen. Bei Natron handelt es sich um einen beachtlich kompletten Nuke-Clone, der hauptsächlich von zwei Programmierern entwickelt wurde, die mittlerweile beide das Projekt verlassen haben. Eine Suche nach neuen Maintainern war bis heute erfolglos.

Und bei eyeon´s Fusion hat sich der Aufkäufer Blackmagic mittlerweile faktisch festgelegt, dieses Compositing-Urgestein in naher Zukunft nicht mehr als Standalone-Version anzubieten, sondern bald komplett in DaVinci Resolve aufgehen zu lassen. Für reinrassige Compositoren ist eine integrierte Version jedoch nicht effektiv genug (Schönes Zitat hierzu: "Fusion in Resolve is like Photoshop in Word"). Dass an dieser Entscheidung noch eine Petitionen der Fusion User etwas ändern können, scheint (nicht nur) uns ziemlich unwahrscheinlich.

Blackmagic Fusion wird bald in DaVinci Resolve aufgehen.



In der Compositing-Branche ist somit nun das Rätseln groß, wohin der Weg für dedizierte Compositing-Programme überhaupt führen mag. After Effects wird vor allem wegen der fehlenden Node-Arbeitsweise von den meisten Compositing-Profis oft links liegen gelassen

Das Node-basierte Nuke dürfte daher bald den Großteil der möglichen Fusion und Natron Umsteiger einsammeln. Und damit den schon jetzt sehr stabilen Marktanteil als De-Fakto Standard im industriellen Umfeld noch weiter ausbauen.

Nuke 11 von The Foundry



Als faktisch letzte Stand-Alone Alternativen stehen dann zwar noch Autodesks Flame-Abkömmlinge im Raum, jedoch scheint uns deren Verbreitung in den letzten Jahren eher ab-, als zugenommen zu haben. So könnte Autodesk für den Flame-Workflow vielleicht kurzfristig ein paar Compositoren abholen. Hierfür wäre jedoch auch ein glaubhaftes Commitment von Autodesk für die Zukunft von Flame und Co. notwendig. Denn wer jetzt von Fusion weiterzieht, will kaum riskieren, in ein paar Jahren wieder umlernen zu müssen, falls Autodesk auch den Flame-Zweig (wie viele Compositing-Programme davor) einfach auslaufen lassen sollte.

Vielleicht reichen für das absolut professionelle Compositing-Umfeld ja tatsächlich zwei oder drei Programme völlig aus. Und für den breiteren Rest gibt es ja sowieso After Effects, Blender, Motion sowie viele Compositing-Funktionen innerhalb anderer Programme wie Premiere oder Resolve. Dennoch fühlt es sich für das Jahr 2019 irgendwie komisch an, dass es im Compositing-High End Bereich nur noch so wenig aktive Mitspieler geben wird.


  

[35 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Peppermintpost    16:19 am 1.2.2019
kundesbanzler - da bin ich ganz bei dir. vor allem sind die Skills ja auch tatsächlich nicht vorhanden. Ich habe noch keinen einzigen 3Dler erlebt der auch ein guter Comper ist....weiterlesen
kundesbanzler    12:29 am 31.1.2019
Was den konkreten Fall (Resolve+Fusion) angeht, gibt es eine längliche Erläuterung im Blackmagic-Forum, die CameraRick oben schon mal verlinkt hatte: https://forum...weiterlesen
patfish    02:14 am 31.1.2019
Warum muss Compositing Software Standalone sein um zu überleben? ...Ich warte schon seit 8 Jahren darauf, dass 3D und Compositing-Tools immer näher zusammen wachsen und...weiterlesen
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