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Editorials : Kommen bald Monitore mit integrierter Grafikkarte?

von Do, 2.Juni 2016


Gerüchteweise soll Apple bereits mit der Entwicklung eines 5K-Modells sehr weit sein, jedoch würde es uns wundern, wenn nicht auch schon andere Hersteller hier ein Bein in der Tür hätten. Die Rede ist von der Idee, die Grafikkarte gleich im Monitor zu verbauen.

Angeschlossen wird so ein Monitor dann über Thunderbolt, was für 90 Prozent aller Anwender gehörige Vorteile bringen dürfte: Die GPU ist dort, wo man deren Rechenleistung meistens am dringendsten benötigt, nämlich am stationären Arbeitsplatz mit großem Bildschirm. Bei der Arbeit unterwegs benötigt man dagegen eher selten die brachiale GPU-Power, weil man Schnitt und Compositing schon aus Ergonomie-Gründen eher nicht im großen Stil in der U-Bahn auf dem Schoß betreibt.

Die Anbindung per Tunderbolt3 liefert mit maximal 40 Gbps (ca. 5 GB/s) nur ein Drittel der maximalen DatenrateDatenrate im Glossar erklärt von PCIe3.0 x16 (bis zu 16 GB/s), jedoch dürfte dies für das Gros der Anwender keinen kritischen Flaschenhals darstellen. Der Vorteil ist dagegen, dass der eigentliche Rechner sehr mobil bleibt und auch vom Arbeitsplatz entkoppelt werden kann. Bei einem entsprechenden Workflow und einem Kompromiss bei der maximalen CPU-Leistung kann so ein einziger potenter Laptop dann für alle Arbeitsbereiche verwendet werden.

Dass nicht nur Apple diese Idee verfolgt, zeigt sich unter anderem daran, dass seit geraumer Zeit auch die PC-Treiber von Nvidia und AMD spezielle Funktionen bieten, eine Grafikkarte extern über Thunderbolt anzusprechen. Zur Computex zeigten zudem viele Hersteller externe Gehäuse die genau für diesen Zweck ausgelegt sind. Bislang werden diese jedoch in erster Linie als GPU-Erweiterungboxen für Gaming-Laptops vermarktet. Doch was für Gamer gut ist, war in den letzten Jahren auch immer für die Videobearbeitung höchst interessant. Der damit verbundene Kabel- und Netzteil-Salat zwischen Box, Rechner und Display bleibt dabei jedoch definitiv uncool.

Der Sprung der Grafikkarte ins Display dürfte daher ein fast zwingender nächster Schritt für viele Hersteller sein. Und ein eleganter noch dazu. Denn nur ein Kabel und ein (etwas üppiger ausgelegtes) Netzteil als Desktop-Erweiterung dürften für viele Anwender ein echtes Kaufargument darstellen. Auch Displays, die einen eigenen PCIe-Steckplatz besitzen, um selber eine beliebige Grafikkarte nachzurüsten dürften dann schnell folgen. Da passt es natürlich auch recht gut, dass die neuen 14/16nm GPUs mal wieder deutlich weniger Kühlleistung benötigen, als die noch im Markt befindlichen Vorgängermodelle.

Auf jeden Fall scheint Apple mit der Idee mal wieder am weitesten fortgeschritten zu sein und es würde uns nicht wundern, wenn dazu auch der Mac Mini eine passende Generalüberholung erfahren würde. Entweder mit wirklich starken CPUs bei ähnlichen Gehäusemaßen oder vielleicht sogar nur noch als Tastatur mit integriertem Micro-Rechner. Denn in dieser Richtung erwarten wir demnächst ebenfalls spannende Entwicklungen. Back to the Commodere 64 nur in extraschlank...


    

[10 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Anonymous    13:07 am 1.7.2016
Gerade jetzt wo wir die flachsten Flachbildschirme aller Zeiten haben, baut man hinten ein paar potente GPUs ein... wers mag. Für mich kommt sowas genauso wenig in Frage wie der...weiterlesen
thyl    13:01 am 1.7.2016
Besser wäre es, endlich externe GPUs zu gestatten. Das verhindert derzeit ja wohl Intel. Könnte nicht nur für schwachbrüstige Laptops interessant sein, sondern sogar für...weiterlesen
thyl    12:58 am 1.7.2016
Es sei denn, das wird per üblichem PCIe-Steckplatz realisiert. Aber das nimmt vermutlich niemand ernsthaft an. :-(
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