Ähnlich wie der Vorgänger liefert auch die VG20 nur einen mittelmäßigen Schärfeverlauf ab. AVCHD-Camcorder in der 1.000 Euro Preisklasse sind hier deutlich schärfer.
Luminanzauflösung
Das ISO-Chart bildet starke Aliasing-Artefakte ab, welche durch die Skalierung der überschüssigen Pixel entsteht. Bei großen Bildwandlern kein unbekanntes Phänomen.
ISO-Testbild
Der Farbpegel liegt knapp am praktischen Limit, die Farbauflösung ist ohne Beanstandungen und auch mit guten AVCHD-Camcordern vergleichbar.
Chrominanz-Auflösung
Gegenüber dem Vorgänger bildet das Kit-Objektiv an der VG20 sogar noch verzerrungsfreier ab. Ein Zeichen für eine integrierte, digitale Optikkorrektur.
Objektiv-Verzeichnung
In der Grundeinstellung zeigt die neue Sony für unseren Geschmack etwas zu warme Farben. Leider gibt es faktisch keine Bildeingriffsmöglichkeiten mehr, außer einer alternativen Gamma-Kurve.
1200 Lux (Klicken für Bild in voller Auflösung)
Mit dem Kit-Objektiv ist das Low-Light-Verhalten sogar noch einen Tick besser, als bei der VG10. Mit licht stärkeren Optiken kommt die Kamera allerdings erst richtig in Fahrt.
12 Lux Automatik (Klicken für Bild in voller Auflösung)
Selbst mit dem nicht so lichtempfindlichen F3.5 Zoom-Objektiv zeigt die Kamera im optimierten Lowlight-Bild schon gute Ergebnisse.
12 Lux mit 1/25 Sek und manuellem Weißabgleich. (Klicken für Bild in voller Auflösung)
Ein Alpha-Objektiv mit Anfangsblende 2.8 kitzelt aus der NEX schon deutlich mehr heraus. Der Tiefenschärfe-Bereich verengt sich spürbar, das Bild wird bei gleichen Parametern nochmal deutlich heller.
12 Lux mit 1/25 Sek und manuellem Weißabgleich. (Klicken für Bild in voller Auflösung)
Der Störgeräuschpegel verläuft sehr linear auf niedrigem Niveau und wird auch nicht spürbar in den Höhen beschnitten.
Störgeräusche
Fazit
Die Sony-NEX-VG20 sieht auf den ersten Blick ziemlich vielversprechend aus: Großer Filmsensor mit manueller Kontrolle beim Filmen, gepaart mit dem Handling eines klassichen Camcorders. So etwas findet man bei keinem anderen Hersteller in dieser Preisklasse. Doch Aufgrund der fixen Bildcharakteristik-Einstellungen wird die NEX kaum Einzug in die Herzen der angepeilten Zielgruppe (sprich DSLR-Filmer) erhalten. Da sich dazu die Bildqualität nur auf mittlerem DSLR-Video-Niveau befindet, bietet das Gerät außer dem gewohnten Formfaktor kaum Vorteile gegenüber den DSLR-Konkurrenten. Eine Zoom-Wippe oder ein ND-Filter wären schon mal ein erster Weg. Dazu muss Sony einfach noch lernen, dass es gerade die freien Einstellmöglichkeiten sind, die Firmen wie Red, Canon oder Panasonic im Bereich Großformat-Sensor-Film so erfolgreich agieren lassen.
Derzeit arbeite ich mit dem Vorgänger der VG10. Allerdings nur mit analogen festbrennweiten, da mir das Kit Objektiv zu wuchtig ist.
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