Eine besondere Herausforderung beim Filmen mit VR-Kameras ist die (Nah-)Aufnahme von Personen. Hier berichtet Michael Naimark von seinen Erfahrungen mit dem Google / GoPro Jump VR Rig, das aus 16 Hero4 Black Kameras besteht. So kann es im Nahbereich bei der Aufnahme von Menschen mit Multi-VR-Kamera Rigs bei der 3D Darstellung mittels Headset Probleme geben und das per Rundum-Mikrophon aufgenommene Audio ist nicht ausreichend gut, wenn einzelne Personen eingefangen werden sollen. Aber wenn der Ton ganz traditionell geangelt wird - wo soll sich der Tonmann bei 360° Videoaufnahme verstecken?
Naimark stellte einige Experimente an, um zu verstehen, wie das GoPro Jump VR Material, das die stereoskopischen Bilder rein rechnerisch aus den Bildern der verschiedenen, konzentrisch angeordneten GoPros erzeugt, bei Nahaufnahmen wirkt. Getestet wurde u.a. bis zu welcher Nähe von Menschen zur Kamera diese noch dreidimensional dargestellt werden oder ab welcher Entfernung Gesichter nicht mehr zu unterscheiden sind (wichtig für Aufnahmen auf öffentlichen Plätzen wegen der Persönlichkeitsrechte).

Andere Versuche sollten herausfinden, inwiefern die klassische Filmsprache auch für VR gilt: welchen Einfluss hat die Höhe der Kamera in Relation zur gefilmten Person? Wie wirken POV Aufnahmen in VR? Wie wird ein Dialog in VR gefilmt - ist die Kamera besser zwischen den Sprechenden aufgehoben oder neben ihnen? Wie kann die Aufmerksamkeit des Zuschauers gelenkt werden? Wir wirkt eine "Hyperaction"-Szene, in der rundum verschiedene Personen miteinander zu interagieren scheinen, die in Wirklichkeit aber einzeln aufgenommen und nachträglich zusammengefügt wurde (samt Retuschierung des Tonanglers)?
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Naimarks Probeaufnahmen vom Google Campus sind sehr interessant und zeigen, wie sehr bei VR-Aufnahmen die bisher gelernten filmischen Regeln und Wirkungsmechanismen neu überdacht werden müssen, um eine den besonderen Bedingungen von VR angepasste neue Filmsprache zu formulieren. Was sind Eure Erfahrungen beim Filmen mit VR?