Die Nachricht machte ja bereits die Runde im Internet: Durch das alternierende Auslesen der Sensor-Zeilen mit verschiedenen ISO-Werten kann der Dynamik-Umfang der Canon EOS 5D MK3 (und der 7D) im RAW Modus auf ziemlich beeindruckende 14 Stops erweitert werden. Und zwar auch bei der Videoaufnahme. Der Preis hierfür ist eine reduzierte (jedoch keineswegs halbierte), vertikale Auflösung und evtl. Aliasing.
Besonders interessant ist jedoch, dass Magic Lantern Entwickler A1ex diesmal auch ein sehr detailliertes PDF zu den technischen Hintergründen der Kamera veröffentlicht hat. So kann man beispielsweise lesen, dass nicht alle ISO-Veränderungen auch die analoge Sensorauslesung beeinflussen, sondern nur die vollen Blenden-Äquivalenzen. Zwischen-ISOs wie 160 oder 250 werden dagegen durch digitalen Zusatz-Gain erzeugt, was man bisher nur durch Rauschanalysen vermuten konnte.
Auch, dass beim Readout nur jedes zweite Linienpaar in der ISO geändert wird funktioniert nur, weil der Sensor bei der 5D MK3 8-Kanalig ausgelesen wird. (Wie bei der 7D). Alle anderen Kameras bleiben daher auch in Zukunft außen vor.
Es folgen extrem interessante Analysen und Ideen, wie man die beiden Zeilen anschließend wieder korrekt zusammenfügt.
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Lohn der Mühe ist dann eine ISO100-DNG-Ausgabe mit deutlich saubereren Schatten, die jedoch tatsächlich ein leichtes Chroma-Aliasing aufweisen können. Dies könnte jedoch vor der RAW-Entwicklung vielleicht noch durch verbesserte Interpolation abgefangen werden.
Kurz: Ein höchst interessanter Proof-Of-Concept, mit einem äußerst lesenswerten White-Paper zur Magic Lantern Entwicklung, das ganz nebenbei demonstriert, wie viel bodenständiges Know-How Leute wie A1ex an die Community verschenken. Quasi unbezahlbar coole Sache dies.


















