In Las Vegas wurde neben der nächsten Kinefinity-Kamera Vista eine weitere, chinesische Pro-Kamera ausgestellt, die Bosma Vega H2. Sie wird von einem Quereinsteiger entwickelt und bringt ein paar ungewöhnliche Features mit - vor allem die Möglichkeit, den Sensorblock inklusive Objektivmount um 90 Grad zu drehen für eine "native" Aufnahme im Hochformat ist ein Alleinstellungsmerkmal.

Bosma hat "Cine" nicht in seiner Firmen-DNA, sondern stellt seit über 20 Jahren optische Systeme wie Zielfernrohre und ähnliches her, seit einiger Zeit werden auch Überwachungskameras und "smarte" Home-Geräte vertrieben. Als erste Kamera für Film bzw. eher Broadcast kam 2021 eine G1 8K-Kamera mit MFT-Mount auf den Markt, unseres Wissens ohne durchschlagenden Erfolg.

Die kommende Bosma Vega H2 ist mit einem 6K Vollformat-CMOS ausgestattet, welcher laut Hersteller einen Dynamikumfang von 14 Blendenstufen liefern soll. Welcher Sensor genutzt wird, ist nicht bekannt; Dual Native ISO ist implementiert (800 und 5000). Aufnehmen lässt sich in 6K Open Gate mit bis zu 29.97p, in 6K 2.39:1 sind 59.94p möglich. Die Aufzeichnung in ProRes oder H.264 / H.265 erfolgt auf SD-Karten, via USB-C kann eine SSD angeschlossen werden. Unterstützt werden REC.709, Log und HLG. Maximale Datenrate soll 600Mbps sein, Farbsampling max. 12bit.
Größte Besonderheit ist die anfangs erwähnte "HVS"-Funktionalität, Horizontal & Vertical Switching - soll hochformatig gefilmt werden, wird nicht die Kamera, sondern das Objektiv inklusive Sensor um 90° gedreht. Auch das Display lässt sich entsprechend kippen für die Vorschau.
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Bei der Fokussierung setzt Bosma auf ein hybrides ToF (Time of flight) AF-System (also ähnlich wie LiDAR an der DJI Ronin 4D Kamera), der Sensor sitzt im oberen Handgriff. Gezeigt wurde dies zusammen mit externen Motoren wie bei Schärfezugsystemen; ob die Kamera einen nahtlosen Fokus mit AF-Objektiven bietet, ist derzeit unklar.

Im PL-Mount lassen sich ND-Filter einschieben. Viele äußere Bedienelemente und professionelle Anschlüsse sind vorhanden, wie 12G-SDI, 3G-SDI, HDMI, XLR, Timecode/Genlock u.a. Strom kommt von einem BP-U Akku, auch einen V-Mount-Adapter wird es geben. Mehr Informationen zur Kamera gibt es u.a. bei Newsshooter, Bosma selbst hat wenig online.
Zum Sommer soll die Bosma Vega H2 voraussichtlich marktreif sein, man darf mit einem Preis um die 5.000 Dollar rechnen.


















