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Frage von fabstyle:


Hallo Slashcamforum meine erster von vielen Beiträgen, hoffe ich!

Ich benutze eine HV-20 und möchte mir ein Studioset zwecks Ausleuchtung von Produktvideos zulegen. Da am Set oftmals Tageslicht vorhanden ist, dieses aber meist nicht ausreicht brauche ich demnach mehr Licht.
Ich habe zwei Sets bereits im Blick, bin mir jedoch über die Relevanz der Kelvinzahl nicht sicher. Je höher die Zahl, desto mehr Tagelischtcharakter, richtig?
Zwei Kaiserleuchten (Typ:Studiolight 2000): 2000 Watt je Leuchte. 2x 1000 Watt Brenner mit Filtern und Stativen

oder

Studioset Daylight 1260 Watt (Photo&Video Technik), bestehend aus 2 Studioleuchten zu je 630 Watt mit 2 Stativen und Schirmen. 11400 Lumen. angeblich Weisses Tageslicht durch Spirallampen.

Zu welcher Variante würdet ihr mir rein von der Lichtqualität raten?
Sind diese Spirallampen zu empfehlen, benutzt die jemand?
Welches Set bringt tatsächlich die größte Lichtausbeute.

Vielen Dank, fabstyle!

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Antwort von Axel:

Ehrlich gesagt ist Kunstlicht immer die dritte Wahl, wenn es um Aufhellung von Tageslicht geht, es sei denn, du hast ein paar fette 2,5 KW HMI Scheinwerfer am Start, deren Miete allein wahrscheinlich das halbe Budget ausmacht (abgesehen davon, dass mit einem davon ein standardmäßig mit 16 A abgesicherter Stromkreis voll belastet ist).

Was ist also die erste Wahl? Das sind Aufheller. Es gibt sehr gute und praktische fix + fertig (z.B. bei Foto Walser), auch nicht schockierend teuer, und es gibt Styropor und Rettungsdecken (Gold- und Silberseite) für die No Budget Filmer. Aufheller haben nur Vorteile, es fällt schwer, einen Nachteil zu finden. Mit ihnen lässt sich das Licht mit ein paar Tricks fast genauso formen wie mit den teuersten Studiolampen.

Die zweite Wahl ist, das Tageslicht zu verbannen und alles per Kunstlicht und Streuer / Aufheller (da sind sie wieder) zu machen. Die Farbtemperatur sollte homogen sein, aber letzten Endes entscheidet der Weißabgleich, welche Farbe das Licht hat. So gesehen ist es kein Problem, mit einem Haufen warmem Licht über den Weißabgleich Tageslicht zu simulieren.

Diese Energiesparfluter werden viel von Fotografen benutzt. Ihr Vorteil ist, dass sie ein weiches Licht abgeben, dessen Intensität mit der Entfernung sehr rasch abnimmt. Das ist zugleich ihr Nachteil. Der Vorteil von Glühlicht ist, dass es sich auch fokussieren lässt (Spot) und im Vergleich zu den Flutern dadurch aus größerer Entfernung eingesetzt werden kann (und halt auch punktuell > Akzente, Dramaturgie).

Nachteil der dritten Wahl: Mischlicht läßt sich nur sehr aufwändig mit Filtern und einem Farbtemperaturmesser vermeiden, da die Farbtemperatur des Tageslichts in Wirklichkeit schwankt und eine Abweichung von über 100 Kelvin bereits ins Auge "sticht".

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Antwort von fabstyle:

Ok, das mit der Lichtmischung "leuchtet" ein. in einigen Fällen habe ich Tageslicht durch Oberlichter und dazu noch Neonröhren. Wenn ich jetzt mit Tageslichtleuchten loslege, die nicht den notwendigen Bumms haben, wird wohl das gelbe Neonlicht gewinnen.

Es macht ja auch Sinn, wo man wenig Energie reinsteckt, da kommt auch halt nicht viel Lichtenergie raus, hm?

Demnach tendiere ich wohl eher zu gelbem, dennoch kräftigerem Licht durch die Kaiserleuchten. Wenn ich Stryropor oder Durchlichtschirme verwende, dann wird das gelbe Licht von einer weißen Fläche auch weiß reflektiert bzw. gefiltert?

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Antwort von Axel:

Styropor und Streufolien beeinflussen nicht die Lichtfarbe. Würdest du also mit den Kaiser-Leuchten einen Weißabgleich machen, würde der Raum nach Tageslicht aussehen, das bisschen echtes Tageslicht kann (!) dabei u.U. vernachlässigt werden. Wenn du aber auf die Oberlichter schwenkst, werden diese dann leuchtend blau sein, was ekelhaft aussieht. Du könntest aber die Fenster auch mit Filterfolien bekleben. Oder du besorgst ein Set Filterfolien für die Lampen, in verschiedenen Stärken.

Solche Videoleuchten sind blöde. Bei 2000 Watt pro Stück hast du einen guten Heizlüfter, inklusive dem Lüftergeräusch, und zwei davon kicken wahrscheinlich die Sicherung.

Diese Dinger sind nachgebaute Ianiro Redheads und gehen, nachdem, was ich beobachtet habe, für sehr wenig Geld raus. Die Originale habe ich selbst. Die sind bruchsicher, sehr leicht, und sie lassen sich sogar ein bisschen fokussieren, Lüfter brauchen sie keine. Sie passen auf die kleinsten Lampenstative und können auch mit einer Manfrotto Superclamp zur Not an einer Stuhllehne befestigt werden. Es hieß hier in einem Thread mal, das seien ja bessere Baustrahler. Genau! In sehr vielen Punkten besser. Im Allgemeinen hat man drei davon ("Lichtkoffer"), die übrigens zusammengeklappt alle in eine Sporttasche passen.

Außerdem benötigst du Holz-Wäscheklammern, Filter- und Streugels. Die Aufheller hatte ich ja schon erwähnt. Schwarzes Molton, zum Abschatten und Abhängen (z.B. der blöden Oberlichter, sodass von da kein Mischlicht kommt). Molton nimmt auch ein klein wenig den Raumklang, was bei szenischer Arbeit sehr nützlich sein kann.

Selbst ein ambitionierter Amateur, kann ich nur dazu raten, das bloße "Hellmachen" zu verachten. Ein Typ mit einer Kaiserleuchte und keiner Ahnung, wie er die ungebremste Lichtflut kontrolliert, verglichen mit einem anderen, der nur mit Hilfe von Reflektoren, aber bewusst, sein Licht setzt ....

Was glaubst du, wessen Bilder besser sind?

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Antwort von camworks:

ich kann axel nur beipflichten. übrigens hab ich neben ein paar stufen auch einen lichtkoffer mit (echten) redheads.

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Antwort von fabstyle:

Nun gut,
viel Licht hilft nicht immer viel, wenn man damit nicht umgehen kann?

Dachte ich kann mit solch einem evtl. auch gebrauchten Studioset, alles notwendige im Paket schießen. Momentan benutze ich tatsächlich die guten Bauleuchten, aber es sieht eben auch etwas behelf gegenüber dem Kunden aus.

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