Frage von ruessel:Ich merke, wie mein Filmgeschmack sich sehr stark ändert. Inzwischen bin ich bei den älteren und auch frischen französischen Filmen angekommen, meist für mich eine geistige Wohltat zu Hollywood.
Sonntags unterhalte ich mich regelmäßig auf einen Kaffee mit einen ehemaligen europäischen Kinoausstatter (dolby, THX alles was mit Theatersound oder analoge Projektoren einschl. 70mm zu tun hat) , er hat mir den Begriff Laberfilme in den Mund gelegt. Er steht auch auf diese Laberfilme, also ohne 3D Computerschlachten oder gigantische Weltuntergangsstimmungen. Filme die fast nur aus Worte bestehen. Auch merkte er an, wenn die Filmkritiker einen Film verreißen, wird er oft vom Publikum geliebt.
Gestern habe ich so ein Beispiel in der ARD Mediathek gesehen: DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN (2017). Filmkritiker 2 Punkte von 5, im Kino sah es wohl etwas anders aus, wenn auch nicht soviel wie bei Oppenheimer Besucher reingingen. Macht nix, ich wage für mich zu sagen, lieber 1mal Florence Green als dreimal Oppenheimer. Obwohl Oppenheimer auch eher zu einem Labberfilm gehört, ist aber merklich Hollywood mässiger produziert, die Figuren bleiben relativ blaß - und das bei 3 Stunden Spielzeit.
Mich begeistern die Schauspieler, der Dialog, das Menschliche, die Storie. O.K. die Story ist dünn: naives gutes Mädchen trifft auf die böse Aussenwelt. Trotzdem wollte ich den Film nicht nur in 720p auf der Platte haben und bestellte sofort nach dem schauen die BD neu für 6 Euro. Das ist es mir wert ;-)
Filmtechnisch ist der Film nix, erinnerte mich an einer digitalen Schulterkamera, scheiß Farben, keine extravaganten Filmschwenks via Kamerakran. Trotzdem hat mich der Film, die Stimmung beeindruckt. Scheint ja auch kleinere Filmpreise gewonnen zu haben.
Was will ich damit hier sagen? Vielleicht kann man sich kurz über Laberfilme austauschen? Was gibt es da an Highlights? Was ist im Film besonders gelungen?
Antwort von dienstag_01:
Der Geschmack der Kirsche, iranischer Film von Abbas Kiarostami
Antwort von Jott:
Wag the Dog.
Auch Hollywood kann was.
Antwort von ruessel:
Der Geschmack der Kirsche, iranischer Film von Abbas Kiarostami
O.K.
scheint aber extremes Kinogefühl in persisch zu sein, finde nix mit deutschen Ton. Nur Untertitel?
Antwort von dienstag_01:
ruessel hat geschrieben:
Der Geschmack der Kirsche, iranischer Film von Abbas Kiarostami
O.K.
scheint aber extremes Kinogefühl in persisch zu sein, finde nix mit deutschen Ton. Nur Untertitel?
Oh, ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich ihn mit oder ohne Untertitel gesehen habe. Müsste man mal schauen, war auf Mubi.
Antwort von ruessel:
Wag the Dog
ja, war auch für mich damals beeindruckend, wie politisch und Medien zusammenarbeiten. Inzwischen ist diese Fiktion schon überholt...in den USA.
Ein film, den ich mit zu einer einsamen Insel mitnehmen würde:
I wie Ikarus (1979, Henri Verneuil)
Ein wenig in die Jahre gekommen aber besser als jede andere JFK verfilmung. Vielleicht bin ich aber auch nur voreingenommen, da ich zu dieser Zeit auch viel mit Schmalfilm zu tun hatte. Ich schaue mir diesen Film gern alle 3-4 Jahre immer wieder an. Inzwischen auch auf BD. Die BD zerstört aber ein paar Kulissen....vorsicht.
Antwort von iasi:
Was soll der Titel: Laberfilme oder Kunst?
Du vergleichst Hollywood Blockbuster mit Laberfilmen.
Aber dann ist dir doch auch aufgefallen, dass in Oppenheimer auch recht viel geredet wird.
Zu Mein Essen mit André:
„Das allerdings ist durchaus nicht ungestaltet einfach abgefilmt, sondern entpuppt sich, spätestens beim zweiten Blick, als äußerst sensibel in Filmographie und Schnitt - und als ein modernes Filmkonzept...“
– Fischer Film Almanach 1983
Und man sollte auch mal die doch reichlichen Dialoge so manches Blockbusters beachten, in denen dem Zuschauer die Handlung erklärt und begründet wird. :)
Übrigens passt dieser Trailer vielleicht zum Titel "Laberfilme oder Kunst?"
https://www.youtube.com/watch?v=fxuZQq-QYAM
Antwort von iasi:
ruessel hat geschrieben:
Wag the Dog
ja, war auch für mich damals beeindruckend, wie politisch und Medien zusammenarbeiten. Inzwischen ist diese Fiktion schon überholt...in den USA.
Ein film, den ich mit zu einer einsamen Insel mitnehmen würde:
I wie Ikarus (1979, Henri Verneuil)
Ein wenig in die Jahre gekommen aber besser als jede andere JFK verfilmung. Vielleicht bin ich aber auch nur voreingenommen, da ich zu dieser Zeit auch viel mit Schmalfilm zu tun hatte. Ich schaue mir diesen Film gern alle 3-4 Jahre immer wieder an. Inzwischen auch auf BD. Die BD zerstört aber ein paar Kulissen....vorsicht.
Z (1969)
https://www.youtube.com/watch?v=Bm4NnDHESpE
Hier wird nicht nur gelabert - im Gegenteil: voller und grandioser Einsatz filmsprachlicher Mittel.
Antwort von Bluboy:
Von Yves Montand ist es nicht mehr weil bis William Friedkin,
der ist mittlerweile verstorben und hat us u.a French Connection hinterlassen
Antwort von iasi:
Bluboy hat geschrieben:
Von Yves Montand ist es nicht mehr weil bis William Friedkin,
der ist mittlerweile verstorben und hat us u.a French Connection hinterlassen
Bei dem er sich stark von Z beeinflussen ließ.
Dessen Finale übrigens ein Triumph der Filmsprache ist.
Antwort von Frank Glencairn:
Laberfilme ist halt schon ne extrem breite Kategorie.
Wenn sich das durch die Abwesenheit von CGI Orgien und Apokalypse definiert, ist Seven auch ein reiner Laberfilm, aber das hast du wahrscheinlich nicht gemeint.
Französische und italienische Filme sind für mich meistens völlig unerträglich, aber andere Mütter haben ja auch schöne Töchter - und eigentlich ist es mir auch egal wo ein Film her kommt, solange er gut ist.
Wie auch immer, den hier kann ich dir empfehlen:
Antwort von iasi:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Französische und italienische Filme sind für mich meistens völlig unerträglich, aber andere Mütter haben ja auch schöne Töchter - und eigentlich ist es mir auch egal wo ein Film her kommt, solange er gut ist.
https://www.youtube.com/watch?v=MMJtegFerQg
Antwort von dienstag_01:
Auch sehr eigen: Die Frau, die rannte. Südkorea, 2020, Hong-San-soo
Schöne Gespräche, lange Einstellungen, fast meditativ. Botschaft hab ich nicht entdeckt (und nicht vermisst).
Auch auf mubi gesehen, weiß nicht, ob synchronisiert oder nicht.
Antwort von Frank Glencairn:
Der einzige Truffaut dem ich was abgewinnen kann ist der hier ;-)
https://youtu.be/gkBIToB43g4?t=127
Antwort von Darth Schneider:
@Frank
Mich haben die französischen Labber und Liebesfime auch nie gepackt. Bis auf ganz wenige alte Ausnahmen, so wie die Filme von Tati und Alle mit Lois de Funes…
Aber das ging auch in eine voll andere (witzige) Richtung.
Italienische Filme kenn ich zu wenig. Bis auf die von Fellini. Schon sehr beeindruckend, und natürlich die Streifen mit Adriano Celentano und die mit Bud Spencer und Terence Hill finde ich heute noch toll..;)
Gruss Boris
Antwort von iasi:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Der einzige Truffaut dem ich was abgewinnen kann ist der hier ;-)
https://youtu.be/gkBIToB43g4?t=127
Blockbuster-Kino
Na dann auf nach Hollywood! :)
Antwort von iasi:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
@Frank
Mich haben die französischen Labber und Liebesfime auch nie gepackt. Bis auf ganz wenige alte Ausnahmen, so wie die Filme von Tati und Alle mit Lois de Funes…
Aber das ging auch in eine voll andere (witzige) Richtung.
Italienische Filme kenn ich zu wenig. Bis auf die von Fellini. Schon sehr beeindruckend, und natürlich die Streifen mit Adriano Celentano und die mit Bud Spencer und Terence Hill finde ich heute noch toll..;)
Gruss Boris
Eher Unterhaltung also.
Antwort von Cinemator:
Aus France "Cinema du Look": DIVA von Jacques Beineix, 1981. F/E/D Sprache. Romantisches Goßstadt-Märchen. Unheimlich spannend und mit überraschenden Wendungen. Wunderbare Bilder, wenn man im Kino guckt.
https://www.youtube.com/watch?v=Lugx0xX2G54
Antwort von Darth Schneider:
Beineix, den hatte ich voll vergessen.
Er hatte einige sehr gute Filme gemacht, schon ein grosses Talent, mir hatte damals schon Betty Blue jedenfalls sehr gefallen, wobei das Buch war stärker, weil doch noch ein grosses Stück beeindruckender.
Gruss Boris
Antwort von Skeptiker:
Praktisch alle Filme von Woody Allen sind Laberfilme.
Jetzt hat man die Auswahl von frühem Klamauk über gehaltvollere Psychodramen mit filmtechnischer Raffinesse bis zu romantisch-überzuckerten Spätwerken ohne allzuviel Bedeutung (aber immer noch mit eigener "Handschrift").
Antwort von Darth Schneider:
Woody Allen Filme sind aber auch echt lustige Labberfilme, gleichzeitig zum Teil auch voller Sarkasmus und auch intellektuell..
Funktionieren aber nur zusammen mit Manhattan nämlich in New York…
Und zusammen mit den Leuten die dort in der City leben.
Die französischen Filme, nun ja, es gibt sehr witzige Filme, aber die sind wiederum ganz anders,
Nicht zu vergleichen mit Woodys Filme.
Ganz andere Kulturen…:)
Ganz abgesehen davon das Woody Allen viele Geschichten selber schreibt, Regie führt, die Hauptrolle spielt, sogar Teile der Filmmusik selber spielt, und das ganze auch noch selber produziert und bezahlt …
Das soll ihm mal einer nachmachen.
Und das waren ziemliche viele sehr gute Filme…
Gruss Boris
Antwort von iasi:
Skeptiker hat geschrieben:
Praktisch alle Filme von Woody Allen sind Laberfilme.
Das stimmt nicht.
Seine frühen Filme leben auch von viel Slapstik und optischem Witz.
Antwort von Skeptiker:
A bout de souffle (1960)
Ausser Atem
Der Schwarzweiss-Klassiker von Jean-Luc Godard mit jean-Paul Belmondo und Jean Seberg ist (eigentlich) auch ein Laberfilm.
Antwort von Darth Schneider:
@iasi
Nicht nur seine frühen Filme…
Gruss Boris
Antwort von Skeptiker:
iasi hat geschrieben:
Skeptiker hat geschrieben:
Praktisch alle Filme von Woody Allen sind Laberfilme.
Das stimmt nicht.
Seine frühen Filme leben auch von viel Slapstik und optischem Witz.
Da wär' ich ohne Dich nie drauf gekommen!
Antwort von Darth Schneider:
@Skeptiker
Belmondo wurde aber nicht zum Star wegen Labberfilmen, genau so wie der Delon auch gar nicht…;))
Die beiden hatten ganz andere Qualitäten die beim Publikum sehr gut angekommen sind..
Gruss Boris
Antwort von Frank Glencairn:
iasi hat geschrieben:
Eher Unterhaltung also.
Ja natürlich - Kino = Unterhaltung, was denn sonst?
Niemand zahlt Geld an der Kinokasse um nicht unterhalten zu werden.
Unterhaltung ist quasi der einzige Sinn von Kino.
Antwort von Skeptiker:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Unterhaltung ist quasi der einzige Sinn von Kino.
Auch des Lebens ?
Antwort von Skeptiker:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
@Skeptiker
Belmondo wurde aber nicht zum Star wegen Labberfilmen, genau so wie der Delon auch gar nicht…;))
Die beiden hatten ganz andere Qualitäten die beim Publikum sehr gut angekommen sind..
Gruss Boris
... überwiegend beim weiblichen Publikum - sicher! (wir müssen diese Spontan-Bemerkung jetzt nicht gendermässig ausdiskutieren).
Von Belmondo gibt's auch amüsanten Agenten-Klamauk, siehe Le Magnifique & Co.
Antwort von Darth Schneider:
Was ich auch voll nachvollziehen kann das Belmondo beim weiblichen Publikum sehr gut angekommen sein muss.
Nicht zuletzt dank seinem sehr ästhetisch zerbombtem Gesicht und natürlich wegen seinem seinem Lachen….;)
Sogar als aller Sack ganz oben in Weiss kann der noch ganz locker mit Brad, Gerorge, Matt und Keanu mithalten…;)))
Gruss Borus
Antwort von iasi:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Eher Unterhaltung also.
Ja natürlich - Kino = Unterhaltung, was denn sonst?
Niemand zahlt Geld an der Kinokasse um nicht unterhalten zu werden.
Unterhaltung ist quasi der einzige Sinn von Kino.
Manche Filme wollen nur unterhalten - andere wollen mehr ...
Der einzige Sinn eines Mediums ist nicht die Unterhaltung.
Antwort von Darth Schneider:
@iasi
Was genau machen manche Filme denn mehr als versuchen zu unterhalten ?
Ich denke eigentlich doch nicht mehr und auch nicht weniger.
Kein einziger Film will was anderes machen…
Unterhaltung ist doch eigentlich absolut alles was einem für 2 Stunden motiviert an den Kino Sessel fesseln kann.
Voll unabhängig vom Thema oder von de Art/Stil des Films.
Gruss Boris
Antwort von Skeptiker:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
@iasi
Was genau machen manche Filme denn mehr als versuchen zu unterhalten ?
Ich denke eigentlich doch nicht mehr und auch nicht weniger.
Kein einziger Film will was anderes machen…
Vielleicht sollten wir mal definieren, was mit "Unterhaltung" in diesem Zusammenhang gemeint ist, bevor wir dieses Glencairn-Credo einfach nachbeten.
Ist ein Film wie Wim Wenders' Portrait des Fotografen Sebastião Salgado "Das Salz der Erde" pure Unterhaltung wie etwa der 7. Teil von "Mission Impossible" mit Tom Cruise's neuster Stunt-Akrobatik? Oder gibt's da evtl. Abstufungen / Unterschiede / Motivationen / Absichten seitens der Filmemacher und Regisseure?
Und klar - irgendwie muss jeder Film Zuschauer anziehen, wenn man ihn refinanzierenen will.
Wie gesagt: Das Ganze steht und fällt mit dem, was wir unter "Unterhaltung" verstehen wollen.
Antwort von iasi:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
@iasi
Was genau machen manche Filme denn mehr als versuchen zu unterhalten ?
Ich denke eigentlich doch nicht mehr und auch nicht weniger.
Kein einziger Film will was anderes machen…
Unterhaltung ist doch eigentlich absolut alles was einem für 2 Stunden motiviert an den Kino Sessel fesseln kann.
Voll unabhängig vom Thema oder von de Art/Stil des Films.
Gruss Boris
Warum macht ein Spielberg Filme wie "Schindler´s Liste" oder "Saving P.R." oder "München"?
Nur um zu unterhalten, wie bei Indiana Jones?
Was unterscheidet einen Film wie "Z" von einem Film wie "John Wick" ?
Oder "Good Night, and Good Luck" von "Schuh des Manitu" ?
Oder "Herr der Fliegen" von "Herr der Ringe" ?
...
Antwort von Skeptiker:
Stichwort Gérard Depardieu:
Hier sind mir 2 Filme besonders in Erinnerung geblieben, die mich gut unterhielten (aber das taten viele andere auch, die ich vergessen habe):
Cyrano de Bergerac
R: Jean-Paul Rappeneau, 1990
Tragikomödie um den Fechtmeister und Dichter Cyrano de Bergerac, der unsterblich in seine schöne Cousine Roxane verliebt ist, sich aufgrund seiner riesigen Nase aber nicht traut, ihr das direkt zu gestehen. Roxanne wiederum hat nur Augen für den schönen Christian, der leider gar nichts von Poesie versteht, um Roxane mit wohlgesetzten Worten zu entzücken, wie von ihr gewünscht. Da hat Cyrano eine Idee ..
Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Edmond Rostand (1897)
Ein Film über die Macht der Worte - also durchaus ein Laberfilm!
Mon père ce héros (Mein Vater, der Held)
R: Gérard Lauzier, 1991
Vater macht mit seiner 14-jährigen (im US-Remake von 1994 vermutlich eher 16-jährigen), hübschen Scheidungs-Tochter Véronique All-inclusive-Ferien im Inselparadies. Als sie den jungen Benjamin kennenlernt, der mit seinen Eltern in deren Inselhaus die Ferien verbringt, stellt sie ihm ihren Vater als ihren älteren Lebenspartner vor, der eifersüchtig über all ihre Schritte wacht.
Konfusionen aller Art vorprogrammiert - eine witzige und gewitzte Sommerkomödie!
Es werden neben reichlich Action und Durcheinander zwischendurch auch ernste Worte ausgetauscht, was je nach Empfängerseite auch als Laberei (Alberei?) ankommen kann.
Antwort von klusterdegenerierung:
@ruessel
https://www.youtube.com/watch?v=SgbbmwHpoAA
https://www.youtube.com/watch?v=O_g-zGIzvMI
-
Antwort von MK:
klusterdegenerierung hat geschrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=O_g-zGIzvMI
War das dieser Film in dem er als pubertierender Junge vom Achselmuff der Nachbarfriseuse einen Friseusenfetisch entwickelt hat?
Antwort von pillepalle:
Woody Allen ist Meister der Laberfilme. Blue Jasmine (ist auf Netflix) fand ich ziemlich gut. Cate Blanchet hat selten besser gespielt.
VG
Antwort von Skeptiker:
pillepalle hat geschrieben:
... Cate Blanchet hat selten besser gespielt.
.. und dafür 2014 prompt einen Oscar als beste Hauptdarstellerin/Drama erhalten.
Antwort von ruessel:
Woody Allen ist Meister der Laberfilme.
den hatte ich gar nicht auf dem Schirm. irgendwie kann ich nicht viel damit anfangen, das menschliche in seinen Filmen ist dermaßen künstlich aufgesetzt - oder die meisten Amerikaner sind in Dauer-Therapie, ich weiß es nicht. Die Filme von ihm sind für mich nicht langweilig, ein Blick in einem egomanischen Zoo, aber keinerlei Berührungspunkte in meinem bisherigen Leben, nimmt mich nicht mit, deshalb besitze ich auch Null BD von ihm.
Im Moment liege ich Grippeähnlich flach, mein Kopf ist leer, ich komme auf die einfachsten Filmtitel nicht, die mich nicht nur großartig Unterhalten haben sondern oft auch tiefer beeindruckt! Mir fällt gerade "Fahrstuhl zum Schafott" ein, die Filmmusik und die SW Bilder brennen sich förmlich in den Schädel ein. Ein Filmgenuss der länger im Brain nachhallt.
Natürlich gibt es auch großartige Filme aus USA, French Connection, Der Dialog...Hitchcock usw. aber ich glaube die sind schon meist abgegrast, man(n) kennt sie. Aus Europa habe ich oft die Filme gemieden, ich glaube man benötigt eine gewisse Reife dazu, die ich bis jetzt nicht hatte.... ist oft mit langen Einstellungen versehen. Es kommt dann noch so ein Retro Gefühl auf, die alten Autos, die Kleidung auch der Passanten, der Dialog.
Schönen Dank für die anderen Beispiele, die meisten kenne ich nicht, muss mal schauen.
Komisch, finde keinen Trailer in DE
P.S.
Was machen wir mit den neueren Tati Filmen? Laberfilme? trotz nur Geräusche ;-)
Antwort von cantsin:
ruessel hat geschrieben:
Woody Allen ist Meister der Laberfilme.
den hatte ich gar nicht auf dem Schirm. irgendwie kann ich nicht viel damit anfangen, das menschliche in seinen Filmen ist dermaßen künstlich aufgesetzt - oder die meisten Amerikaner sind in Dauer-Therapie, ich weiß es nicht. Die Filme von ihm sind für mich nicht langweilig, ein Blick in einem egomanischen Zoo, aber keinerlei Berührungspunkte in meinem bisherigen Leben, nimmt mich nicht mit, deshalb besitze ich auch Null BD von ihm.
Für mich ist Noah Baumbach sein besserer Nachfolger - mit Filmen wie Frances Ha, the Meyerowitz Stories und Marriage Story.
Lustigerweise sind seine Frau und Hauptdarstellerin Greta Gerwig und er (als Drehbuch-Koautor) auch die Macher des Barbie-Films...
Antwort von Frank Glencairn:
Radio Days ist immer noch einer meiner absoluten Lieblingsfilme und IMHO das beste was Allen je gemacht hat.
Antwort von ruessel:
Radio Days
Ich würde es ja noch einmal versuchen...... DVD/BD out of print. Seltsam. oder gibt es einen deutschen Titel?
Frances Ha ist bestellt...... habe noch nie was davon gehört, bin gespannt!! Auf Amazon erscheint: Wenn sie diesen Film mögen, mögen Sie auch Licorice Pizza . Stimmt, der Film war auch klasse - würde ich aber nicht unbedingt als reinen Laberfilm bezeichnen.
Antwort von Frank Glencairn:
ruessel hat geschrieben:
Radio Days
Ich würde es ja noch einmal versuchen...... DVD/BD out of print.
Schau mal: https://www.ebay.de/itm/125937674953
Antwort von Bluboy:
Sehr witzig
Antwort von MK:
Bluboy hat geschrieben:
Sehr witzig
Out of Print zieht heutzutage Halsabschneider an wie Scheiße die Fliegen.
Antwort von ruessel:
Ich habe mal einen Preisvorschlag gemacht, eigentlich kaufe ich keine DVDs mehr über 3 Euro, nur noch was in HD oder UHD. Aber das Radio Days Ding scheint ja eine Perle zu sein, konnte einen illegalen Stream kurz schauen, die Farben, die Stimmung scheint für mich den kauf auch in SD zu erlauben ;-)
hier sogar legal: https://archive.org/details/1987radiodays
Antwort von Frank Glencairn:
ruessel hat geschrieben:
Aber das Radio Days Ding scheint ja eine Perle zu sein ...
Ja, ist es auch :-)
Antwort von Skeptiker:
Ich kenne viele Woody Allen Filme, aber an Radio Days erinnere ich mich nicht.
Und der ist tatsächlich schwierig zu finden.
Antwort von Skeptiker:
Ich kenne viele Woody Allen Filme, aber an Radio Days erinnere ich mich nicht (obwohl ich meine, den irgendwann aufgenommen zu haben, aber - falls es am TV war - auf welcher Scheibe in welchem Stapel?) .
Und der ist tatsächlich schwierig zu finden. Vielleicht als Videothek-Ausleihe?
Ein anderer Allen, den ich im Kino gesehen habe (ich schaue mir trotz mittlerweile sehr gedämpfter Kritiken (was wird erwartet? - der Mann ist immerhin 87 Jahre alt!) auch seine neusten Werke noch an, falls die überhaupt im Kino gezeigt werden), ist ebenfalls etwas für Nostalgiker:
Midnight in Paris (2011, immerhin mit Oscar 2012 für Allen's Drehbuch) mit einem (unerwarteten) Zeitsprung in die 1920er-Jahre samt Gesprächen mit damaligen Kunstgrössen wie Salvador Dalí, Man Ray und Luis Buñuel (ich musste es bei Wiki nachschlagen)!
Antwort von Bluboy:
Medimops -10 Euro
noch 1 Stück
https://www.medimops.de/woody-allen-rad ... 76N6M.html
Antwort von Frank Glencairn:
Skeptiker hat geschrieben:
Und der ist tatsächlich schwierig zu finden. Vielleicht als Videothek-Ausleihe?
Wozu? Rüssel hat doch den Downloadlink gepostet.
Antwort von Skeptiker:
Tks! ;-)
Habe ihn zuvor bereits für morgen in der Videothek bestellt, die DVD ist sogar zweisprachig EN / DE !
Antwort von Frank Glencairn:
Wow - ich glaub die letzte Videothek hier hat vor 4-5 Jahren zu gemacht.
Antwort von Skeptiker:
War auch erstaunt, das die noch da sind! (Zeitmaschine?)
Vielleicht für ganz speziälle & sehr sonderbare Fälle .. ..
Antwort von iasi:
Erstaunlich, wie sich die Wahrnehmung mit der Zeit ändert:
Als er ins Kino kam, war Die Unendliche Geschichte nicht gerade ein gefeierter Film und gerade der Atréju-Darsteller von vielen als Fehlbesetzung angesehen worden.
In heutiger Zeit jedoch:
https://www.youtube.com/watch?v=N8hh9ugDsDk
https://www.youtube.com/watch?v=-PEsiiZ_0qc
Das hat wohl viel mit nostalgischer Verklärung und Vergangenheitskult zu tun.
Antwort von ruessel:
Gestern auf ARTE, mal wieder ein 90% Laberfilm: Taxidriver von 1975. Den letzten Teil des Filmes würde ich eher Aktionfilm zuordnen ;-) Wie auch bei den meisten Tarantinofilmen.....
Radio Days mit deutscher Monotonspur ist unterwegs, 8,- EUR, gebraucht.
Der Spiegel, 40/1987: Der Film lebt, er verzaubert, er breitet eine wunderbare Fülle von Miniaturen aus, doch er hat keinen wirklich großen Moment, keinen Stich ins Herz, und seine Erinnerungsseligkeit macht ihn idyllisch: Wenigstens die Vergangenheit soll schöner sein, als sie je war, und sie wird es in diesem Film, obwohl sich Woody Allen viel Mühe gegeben hat, damit niemals die Sonne scheint.
Antwort von Frank Glencairn:
ruessel hat geschrieben:
Radio Days mit deutscher Monotonspur ...
Ja, der hat das mit dem Mono lange durchgehalten.
Der erste Woody Allen Film mit Stereo(!) Spur war Cassandra's Dream (2007)
Der erste mit "normalem" Dolby Kino Mix "Midnight in Paris" (2011)
Antwort von ruessel:
Vielleicht hat es was mit Geld zu tun? Ich vermute er finanzierte seine Filme selber? Oder war Monoton nur ein Spleen von ihm?
Antwort von Frank Glencairn:
Hat wohl viel damit zu tun daß seine Filme sowieso hauptsächlich aus Dialogen und Musik die es nur in Mono gibt bestehen.
Und wahrscheinlich auch damit:
The explanation I was told for his 'mono only' obsession was that in the early days of Dolby SVA, a lot of installations were so problematic (i.e. either the acoustics of the theatre were problematic or the gear wasn't installed properly) that the sound quality customers were likely to hear was very hit-and-miss. He therefore decided not to 'do' stereo because he wanted to be sure that there'd be a standard result wherever his films were shown, and that customers would be able to hear the dialogue.
Antwort von ruessel:
DSC_3303.jpg
Gerade angekommen, 3 Laberfilme - 2x mit FSK 0 und einmal ab 6 Jahre. Vielleicht auch ein sicherer Indiz für einen Laberfilm, 0 Jahre?
Antwort von MK:
ruessel hat geschrieben:
Vielleicht auch ein sicherer Indiz für einen Laberfilm, 0 Jahre?
Das ist ein Brabbelfilm ;-)
Antwort von ruessel:
Ein deutscher Laberfilm...nicht schlecht.
Handlung von Schwarzer Kies von 1961
Das Kriminalmelodram von Helmut Käutner („Unter den Brücken“) ist eine meisterliche Abrechnung mit Adenauers Wirtschaftswunderland.
In der US-Airbase im (fiktiven) Hunsrück-Dorf Sohnen sind 1960 etwa 6000 Soldaten stationiert. Hinzu kommen weitere 3000 Angehörige und Zivilangestellte. Die Einheimischen können die Amerikaner nicht leiden, aber jeder macht mit ihnen lukrative Geschäfte: Frauen in Nachtlokalen oder auf dem Straßenstrich, Männer mauscheln beim Transport von Kies für die Startrampe. Einer von ihnen ist Robert Neidhardt (Helmut Wildt). Als er seine einstige Geliebte Inge (Ingmar Zeisberg) an der Seite des US-Offiziers John Gaines (Hans Cossy) wiedertrifft, will er sie zurückerobern. Bei einer gemeinsamen, nächtlichen Fahrt im Lkw überrollt Robert ein deutsch-amerikanisches Liebespaar – und entsorgt es im „schwarzen Kies“… Käutners pessimistische Geschichte über das abstoßende, von Gier und Moralverfall geprägte Milieu im Nachkriegsdeutschland kam seinerzeit nicht gut an. Kritiker bemängelten, dass die Figurenzeichnung zu einseitig sei, der Regisseur formal zu sehr auf amerikanisches Kino schiele, und das Publikum wollte sich nicht den Spiegel vorhalten lassen.
Offizell nicht mehr in der Mediathek, mit diesem Link geht es noch in höchster Bildqualität: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/dach/3sa ... p36v15.mp4
Trailer:
Antwort von Bluboy:
Die alten Filme zeigen uns dass sich die letzten 100 Jahre nichts verändert hat :-)
Antwort von klusterdegenerierung:
ruessel hat geschrieben:
DSC_3303.jpg
Gerade angekommen, 3 Laberfilme - 2x mit FSK 0 und einmal ab 6 Jahre. Vielleicht auch ein sicherer Indiz für einen Laberfilm, 0 Jahre?
Was man gerne mal vergisst, alle Star Wars Filme sind Laberfilme, wenn nicht sogar die größten.
Antwort von ruessel:
Das tat weh..... Laberfilm Bluray 2K zum Preis einer UHD4K. (Limitiert auf 2000 stück)
Was soll ich machen, seit 3 Tagen überlege ich, muss das sein?
BOTSCHAFTER DER ANGST - Politthriller aus dem Jahr 1962, wird auch dem "Post Noir" zugeordnet.
Botschafter der Angst reflektiert das gesellschaftspolitische Klima in den USA der 50er und versteht sich als Kommentar zur McCarthy-Ära, die er boshaft und höchst intelligent karrikiert. Dennoch verzichtet John Frankenheimer in solch tief verschatteter Atmosphäre des Unwohlseins aufgrund Intrigen, Lügen, Ränkespielen nicht gänzlich auf Schwarzweißmalerei. Sein Bild des nordkoreanischen Regimes bedient die Angst vor einer kommunistischen Weltverschwörung und Frank Sinatra als Major Bennett Marco ist als der zentrale Film-Noir-Charakter dennoch Sympathieträger und zugleich Aufklärer einer Verschwörung, die ihre Wurzeln tief in den Reihen der erzkonservativen Kräfte der US-Politik hat. An solchen Stellen wünscht sich der Zuschauer, dass Frankenheimers Film sich noch weiter von den Konventionen des Hollywoodfilms entfernte, wozu vielleicht ein Verzicht auf den Schauspieler Frank Sinatra und eine bessere Ausstattung jener Rolle der Eugenie Rose Chaney (Janet Leigh) hätte beitragen können, da letztere zu dekorativ und blass ausfällt. Für viele US-Amerikaner, wie etwa den Filmkritiker Roger Ebert, ist Botschafter der Angst ein Meilenstein des US-Kinos der Sechziger. Für Europäer ist solcher Superlativ ggf. nicht ganz nachvollziehbar. Was bleibt, ist ein allemal düsterer und stellenweise radikal unerschrockener Thriller, der die Post-Noir-Phase der Frühsechziger um einen definitiv unsentimentalen und zukunftsweisenden Beitrag bereichert. In der Originalfassung überaus empfehlenswert!
https://www.der-film-noir.de/v1/node/745
Diese Begeisterung hat mich verführt den "Haben wollen" Button zu drücken:
Antwort von Bluboy:
Bin auch ein Fan von alten Schinken ;-)
Botschafter der Angst ist 2016 das letzte mal auf ARTE gelaufen
gibts bei Medimiops oder Rebuy für 10 Euro
Antwort von iasi:
Und wieder schwelgen alle in der Vergangenheit.
Hat sich eigentlich auch jemand mittlerweile der Antwort auf die Frage (Laberfilme oder Kunst?) angenähert?
Antwort von ruessel:
Botschafter der Angst ist 2016 das letzte mal auf ARTE gelaufen
Ja, da kann es sogar sein, wenn man(n) direkt den Arteserver anwählt, diesen in Full-HD zu bekommen. Auf nur DVD hatte ich jetzt keine Lust.
Hat sich eigentlich auch jemand mittlerweile der Antwort auf die Frage (Laberfilme oder Kunst?) angenähert?
die guten Laberfilme sind für mich Kunst. Sogar große Filmkunst.
Ich gebe inzwischen zu, ich hatte mein Augenmerk eher auf die SW Filme (ohne jegliche Trickanimation) mit entfremdete oder verbitterte Protagonisten sowie urbane Schauplätze. Aber auch in StarWars wird viel gelabert, in Rocky auch - trotzdem sind das nicht die Laberfilme die ich meine. Ich habe in ersten Gedanken den Begriff Laberfilm zu weit gedehnt.
Inzwischen bevorzuge ich Laberfilme aus einer noch kleineren Auswahl: Film Noir Welle. Mal schauen ob ich da die wichtigsten Werke noch zum sehen bekomme.
Wikipedia:
Im Gegensatz zu anderen Filmgattungen wie Horrorfilm, Thriller oder Western wurde der Begriff Film noir auf Seiten der Filmpublizistik entwickelt und fasst rückwirkend eine Gruppe an vormals eher in losem Zusammenhang wahrgenommenen Filmen zusammen.
Erstmalige Verwendung fand die Formulierung in einem im August 1946 erschienenen Artikel des französischen Filmkritikers Nino Frank.Dieser behandelte eine Reihe von Hollywood-Filmen der frühen 1940er Jahre, die aufgrund eines Importverbots erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs den Weg in die französischen Kinos gefunden hatten. Unter anderem befanden sich darunter auch die Filme Die Spur des Falken (1941), Frau ohne Gewissen (1944), Laura (1944) und Murder, My Sweet (1944). In diesen vier Produktionen glaubte Frank eine neue „dunklere“ Spielart des Kriminalfilms zu entdecken, die grundsätzlich mehr Augenmerk auf die Charakterisierung der Figuren als auf die Handlung legte. Er wies dabei u. a. auf den Einsatz von Off-Camera-Kommentaren hin, welche die Handlung fragmentieren und die „lebensechte“ Seite des Films hervorheben.Frank kreierte die Formulierung Film noir wahrscheinlich in Anspielung auf den Titel der Buchreihe Série noire des Pariser Gallimard-Verlags, in der seit 1945 Übersetzungen amerikanischer Hardboiled-Kriminalromane veröffentlicht wurden. Bis Ende der 1960er Jahre blieb die Verwendung des Begriffs allerdings im Wesentlichen auf Frankreich begrenzt.In den USA selbst wurden die betreffenden Filme bis dahin üblicherweise als psychological melodrama oder psychological thriller bezeichnet.
„Der ‚Film noir‘ ist kein Genre wie der Western oder der Gangsterfilm, und er führt uns in den Bereich der Klassifizierung durch Motiv und Stimmung.
Aber wie ganz oben erwähnt: Der Buchladen der Florence Green (2017) - es wird nur gelabert, ist nicht SW - und spricht mich mit vielen Sinnen an, liegt vielleicht daran, war selber nach dem ich lesen gelernt habe ein Bücherwurm. Alleine schon die verschiedene Gerüche von neuen Büchern, wenn man sie das erste mal aufklappt.
Gut, ist vielleicht ein neues Thema, habe aber diese Seite heute gefunden: https://www.der-film-noir.de/v1/film-noir
und da musste ich lesen, der letzte Film dieser Reihe stammt aus 2018, The Assassin’s Code, ein Neo Noir. Weder SW noch ohne Tricktechnik. Passt alles nicht mehr zusammen. Note 6 setzen!
Antwort von dienstag_01:
ruessel hat geschrieben:
Botschafter der Angst ist 2016 das letzte mal auf ARTE gelaufen
Ja, da kann es sogar sein, wenn man(n) direkt den Arteserver anwählt, diesen in Full-HD zu bekommen. Auf nur DVD hatte ich jetzt keine Lust.
Hat sich eigentlich auch jemand mittlerweile der Antwort auf die Frage (Laberfilme oder Kunst?) angenähert?
die guten Laberfilme sind für mich Kunst. Sogar große Filmkunst.
Ich gebe inzwischen zu, ich hatte mein Augenmerk eher auf die SW Filme (ohne jegliche Trickanimation) mit entfremdete oder verbitterte Protagonisten sowie urbane Schauplätze. Aber auch in StarWars wird viel gelabert, in Rocky auch - trotzdem sind das nicht die Laberfilme die ich meine. Ich habe in ersten Gedanken den Begriff Laberfilm zu weit gedehnt.
Inzwischen bevorzuge ich Laberfilme aus einer noch kleineren Auswahl: Film Noir Welle. Mal schauen ob ich da die wichtigsten Werke noch zum sehen bekomme.
Wikipedia:
Im Gegensatz zu anderen Filmgattungen wie Horrorfilm, Thriller oder Western wurde der Begriff Film noir auf Seiten der Filmpublizistik entwickelt und fasst rückwirkend eine Gruppe an vormals eher in losem Zusammenhang wahrgenommenen Filmen zusammen.
Erstmalige Verwendung fand die Formulierung in einem im August 1946 erschienenen Artikel des französischen Filmkritikers Nino Frank.Dieser behandelte eine Reihe von Hollywood-Filmen der frühen 1940er Jahre, die aufgrund eines Importverbots erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs den Weg in die französischen Kinos gefunden hatten. Unter anderem befanden sich darunter auch die Filme Die Spur des Falken (1941), Frau ohne Gewissen (1944), Laura (1944) und Murder, My Sweet (1944). In diesen vier Produktionen glaubte Frank eine neue „dunklere“ Spielart des Kriminalfilms zu entdecken, die grundsätzlich mehr Augenmerk auf die Charakterisierung der Figuren als auf die Handlung legte. Er wies dabei u. a. auf den Einsatz von Off-Camera-Kommentaren hin, welche die Handlung fragmentieren und die „lebensechte“ Seite des Films hervorheben.Frank kreierte die Formulierung Film noir wahrscheinlich in Anspielung auf den Titel der Buchreihe Série noire des Pariser Gallimard-Verlags, in der seit 1945 Übersetzungen amerikanischer Hardboiled-Kriminalromane veröffentlicht wurden. Bis Ende der 1960er Jahre blieb die Verwendung des Begriffs allerdings im Wesentlichen auf Frankreich begrenzt.In den USA selbst wurden die betreffenden Filme bis dahin üblicherweise als psychological melodrama oder psychological thriller bezeichnet.
„Der ‚Film noir‘ ist kein Genre wie der Western oder der Gangsterfilm, und er führt uns in den Bereich der Klassifizierung durch Motiv und Stimmung.
Aber wie ganz oben erwähnt: Der Buchladen der Florence Green (2017) - es wird nur gelabert, ist nicht SW - und spricht mich mit vielen Sinnen an, liegt vielleicht daran, war selber nach dem ich lesen gelernt habe ein Bücherwurm. Alleine schon die verschiedene Gerüche von neuen Büchern, wenn man sie das erste mal aufklappt.
Gut, ist vielleicht ein neues Thema, habe aber diese Seite heute gefunden: https://www.der-film-noir.de/v1/film-noir
und da musste ich lesen, der letzte Film dieser Reihe stammt aus 2018, The Assassin’s Code, ein Neo Noir. Weder SW noch ohne Tricktechnik. Passt alles nicht mehr zusammen. Note 6 setzen!
Wenn schon Laberfilm, dann gleich richtig: Smoke und Blue in the Face, beide von Paul Auster. Und der ist ja nun mal bekannt - bekannter - als Schriftsteller.
Mit Harvey Keitel und Wiliam Hurt.
Edit: Sind auch ein schöner Kontrast zu den Filmen von W. Allen in ihrem Blick auf New York.
 |
Antwort von dienstag_01:
Coffee and Cigarettes von Jim Jarmusch.
Und dann gleich die anderen Jarmusch Filme hinterher: Night on Earth, Down by Law …
Antwort von pillepalle:
Und Ingmar Bergman... wunderschön surreale Laberfilme :)
zum Bild
VG
Antwort von Skeptiker:
pillepalle hat geschrieben:
Und Ingmar Bergman... wunderschön surreale Laberfilme :)
-> Link auf "Wilde Erdbeeren" von Ingmar Bergman
Ingmar Bergman, Woody Allens grossem Vorbild, dem er 1978 mit Interiors (Innenleben) nacheiferte.
Sollte ich jetzt schreiben "Oft kopiert, nie erreicht" ??
Auf jeden Fall hat Bergman-Kameramann Sven Nykvist später einige von Allens Filmen ins Bild gesetzt.
Antwort von iasi:
Ein Beispiel für einen Laberfilm ist wohl auch:
Das ist abgefilmtes Theater - Labertheater.
Antwort von ruessel:
Heute 20:15 ARTE, leider nicht in der Mediathek:
Die Rechnung ging nicht auf
Der gerade erst aus der Haft auf Alcatraz entlassene Johnny Clay startet zusammen mit seinem Freund Marvin Unger den nächsten Coup. Zunächst scheint ihr ausgefeilter Plan erfolgreich: Die Millionenbeute befindet sich bereits in ihrer Hand. Dann aber läuft alles schief ... - Stanley Kubricks Klassiker (1956) war Inspirationsquelle u.a. für Quentin Tarantinos "Reservoir Dogs" (1992).
https://www.arte.tv/de/videos/112358-05 ... ne-minute/
Antwort von Skeptiker:
Kein reiner Laberfilm, aber (nach einiger Anlaufzeit) spannend auf jeden Fall:
Falls Du ihn noch nicht kennst / noch nicht hast:
Coma (USA 1978)
Regie und Drehbuch: Michael Crichton (der "Jurassic Park" Buchautor)
Detektivischer Medizinal-Thriller um rätselhafte Vorgänge in einem Spital.
Mit Michael Douglas, Geneviève Bujold, Rip Torn, Richard Widmark.
Antwort von ruessel:
Ich finde das Original "Fleisch" etwas besser. Ist vor einiger Zeit auch als BD auf dem Markt gekommen. Klar, sofort bestellt.....
Antwort von Skeptiker:
ruessel hat geschrieben:
Ich finde das Original "Fleisch" etwas besser. Ist vor einiger Zeit auch als BD auf dem Markt gekommen. Klar, sofort bestellt.....
Wobei Coma - ich hab's gerad' nachgelesen - ja auf einem Roman "Coma" von Robin Cook beruht (1977).
Rainer Erler (vor 3 Tagen 90 geworden und offenbar in Australien lebend) - ist ein interessanter Denker, Schreiber und Filmer.
Ich erinnere mich noch an "Fleisch" und auch an "Die Delegation", der mich - Sci-Fi im Pseudo-Doku-Format - damals ziemlich verwirrte, als ich ihn zur Jugendzeit mal am TV sah (es gab ja noch keine Computer, mit denen man mal kurz im Internet nachschauen konnte).
Könnte sich lohnen, mal nach Erlers übrigen (früheren) Werken zu den Themen Technik / Ethik / Zukunft Ausschau zu halten. Wäre Erler noch jünger, erschiene wohl ein neues Werk zur "KI".
Antwort von Bildlauf:
"Coma" (1977) ist ein toller Film.
Als kleines Kind "aus Versehen" geschaut und etwas traumatisiert gewesen seinerzeit :-), wie die "Patienten" da in den Seilen hingen und diese düstere Krankenhausathmosphäre.
aber als man älter wurde >> cooler Streifen.