Infoseite // Frage zum Pixelseitenverhaeltnis (PAR)



Frage von Rudolf Harras:


Die Sache mit dem Pixelseitenverältnis ist mir noch nicht ganz klar. =
Wie
ich nicht vor allzu langer Zeit festsgestellt habe gibt es also bei
Videos auch ein Pixelseitenverhältnis, das nun zusätzlich zu =
Auflösung
usw. Verwirrung stiftet.

Zu aller Verwirrung nämlich stellen einige Videoprogramme das Video
nämlich auch noch anders dar als es dann letzendlich im Player =
aussieht.

Daher mal meine Fragen:
1. Gibt es irgendwo eine gute Beschreibung wie man damit umzugehen hat,
ob es besser ist Pixel 1:1 zu nehmen und dann die Auflösung =
entsprechend
umzurechnen und vor allem
2. Kann man das Pixelseitenverhältnis in einem Video ändern ohne es =
neu
encoden zu müssen?
3. Bei welchen Formaten kommt das überhaupt vor?

Danke


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Antwort von Heiko Nocon:

Rudolf Harras wrote:

>Die Sache mit dem Pixelseitenverältnis ist mir noch nicht ganz klar. Wie
>ich nicht vor allzu langer Zeit festsgestellt habe gibt es also bei
>Videos auch ein Pixelseitenverhältnis, das nun zusätzlich zu Auflösung
>usw. Verwirrung stiftet.

Das PAR ist für ein Pixel dasselbe was das AR für das ganze Bild ist,
nämlich das Verhältnis zwischen Höhe und Breite. Das ist schon alles.
Was soll denn daran verwirrend sein?

Und diese primitive Gleichung stellt den Zusammenhang zwischen beidem
dar:

Bildbreite Anzahl Pixel horizontal Pixelbreite
---------- = ----------------------- * -----------
Bildhöhe Anzahl Pixel vertikal Pixelhöhe

(;AR) (;PAR)

>2. Kann man das Pixelseitenverhältnis in einem Video ändern ohne es neu
>encoden zu müssen?

Ja klar.

Wenn kein reencoding passieren soll, dann kann die Pixelzahl nicht
geändert werden. Damit ergibt sich ganz zwanglos aus obiger Gleichung,
daß dann noch genau eine Möglichkeit zur Änderung des PAR bleibt,
nämlich eine Änderung des AR.



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Antwort von Rudolf Harras:

Heiko Nocon schrieb:

>Was soll denn daran verwirrend sein?

Verwirrend ist daß einige Programmme das PAR offenbar bei der anzeige
nicht berücksichtigen und man dann nach dem Encoden auf einmal ein
verzerrtes Bild hat (;zB DVDx).

>>2. Kann man das Pixelseitenverhältnis in einem Video ändern ohne es=
neu
>>encoden zu müssen?
>
>Ja klar.

Für AVI geht das offenbar mit dem MPEG4 Modifier. Und bei MPEG2?


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Antwort von Heiko Nocon:

Rudolf Harras wrote:

>Für AVI geht das offenbar mit dem MPEG4 Modifier. Und bei MPEG2?

DVDPatcher z.B.



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Antwort von Benjamin Spitschan:

Heiko Nocon schrieb:
> Das PAR ist für ein Pixel dasselbe was das AR für das ganze Bild ist,
> nämlich das Verhältnis zwischen Höhe und Breite. Das ist schon alles.
> Was soll denn daran verwirrend sein?
>
> Und diese primitive Gleichung stellt den Zusammenhang zwischen beidem
> dar:
>
> Bildbreite Anzahl Pixel horizontal Pixelbreite
> ---------- = ----------------------- * -----------
> Bildhöhe Anzahl Pixel vertikal Pixelhöhe
>
> (;AR) (;PAR)

Eine Anmerkung noch:
Das AR wird gelegentlich, z.B. in der MPEG-Nomenklatur, auch als DAR
(;%Display Aspect Ratio bezeichnet), da das Bild dem DAR entsprechend auf
dem Display angezeigt werden soll. Das PAR heißt bei MPEG SAR (;%Sample
Aspect Ratio). Dort in den MPEG-Standards sind die jeweiligen
Verhältnisse abweichend vom Üblichen auch als Höhe:Breite definiert
(;also z.B. 3:4 und 9:16).

Grüße, Benjamin


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Antwort von Winfried Wolf:

Rudolf Harras schrieb:

> Die Sache mit dem Pixelseitenverältnis ist mir noch nicht ganz klar. Wie
> ich nicht vor allzu langer Zeit festsgestellt habe gibt es also bei
> Videos auch ein Pixelseitenverhältnis, das nun zusätzlich zu Auflösung
> usw. Verwirrung stiftet.
>

Vielleicht noch als Zusatzanmerkung, warum es bei Standard-PAL und -NTSC
überhaupt zu den nicht-quadratischen Pixeln gekommen ist:

Mit Einführung digitaler Standards hat man zur Einfachheit für beide
TV-Systeme die gleiche Abtastrate von 13,5MHz bestimmt. Für den
sichtbaren Bereich des Bildes ergeben sich daraus (;etwas angepasst) 576
Zeilen á 720 Pixel bei PAL und 480 Zeilen á 720 Pixel bei NTSC.
Das, jeweils auf ein 4:3-Format abgebildet, ergibt Pixelformen liegender
Rechtecke bei PAL und stehender Rechtecke bei NTSC.

Gruß,
WiWo.


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Antwort von Wolfgang Hauser:

Rudolf Harras schrieb:

>Heiko Nocon schrieb:
>
>>Was soll denn daran verwirrend sein?
>
>Verwirrend ist daß einige Programmme das PAR offenbar bei der anzeige
>nicht berücksichtigen und man dann nach dem Encoden auf einmal ein
>verzerrtes Bild hat (;zB DVDx).

Das sind dann häufig Programme, die die Pixel stur quadratisch
darstellen, was sie aber auch bei 4:3-Format normalerweise nicht sind
(;üblich bei PAL ist 720x576). Diese Verzerrung ist allerdings mit etwa
11% nicht so arg, daß sie jedem auffällt.

>>>2. Kann man das Pixelseitenverhältnis in einem Video ändern ohne =
es neu
>>>encoden zu müssen?
>>
>>Ja klar.
>
>Für AVI geht das offenbar mit dem MPEG4 Modifier. Und bei MPEG2?

Bei vernünftigen Playern (;z.B. Media Player Classic oder Zoomplayer)
kann man auch einfach bei der Ausgabe die passende Darstellung
erzwingen.


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Antwort von Rudolf Harras:

Heiko Nocon schrieb:

>>Für AVI geht das offenbar mit dem MPEG4 Modifier. Und bei MPEG2?
>
>DVDPatcher z.B.

Danke. Jetzt weiß ich einfach, ich lasse die Pixel gleich und wenn nach
erneutem Rendern/Konvertieren das Bild verzerrt ist dann fixe ich das
einfach mit dem MPEG4 Modifier bzw. DVDPatcher.

Ist es eigentlich vernünftig möglichst immer 1:1 als Verhältnis zu
nehmen, oder sollte man das je nach Ausgabegerät anpassen, bzw. ist der
Unterschied überhaupt gut merkbar?


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Antwort von Benjamin Spitschan:

Winfried Wolf schrieb:
> Mit Einführung digitaler Standards hat man zur Einfachheit für beide
> TV-Systeme die gleiche Abtastrate von 13,5MHz bestimmt. Für den
> sichtbaren Bereich des Bildes ergeben sich daraus (;etwas angepasst) 576
> Zeilen á 720 Pixel bei PAL und 480 Zeilen á 720 Pixel bei NTSC.
> Das, jeweils auf ein 4:3-Format abgebildet, ergibt Pixelformen liegender
> Rechtecke bei PAL und stehender Rechtecke bei NTSC.

Noch zur Klärung, wie man auf die 13,5MHz kam:
Um ein orthogonales Abtastraster (;%in jeder Zeile liegen die Pixel an
der gleichen Stelle) zu erzielen, muß die Abtastrate ein Vielfaches der
Zeilenfrequenz sein.

Die Zeilenfrequenz von NTSC beträgt 525*30/1,001 Hz ~= 15734,265... Hz,
die von PAL 625*25 = 15625 Hz.

Das gemeinsamen ganzzahligen Vielfachen der beiden Zeilenfrequenzen sind
n*2,25MHz; wenn man das erste Vielfache sucht, mit dem man eine volle
Lumabandbreite von 5,5MHz abtasten kann, landet man bei 13,5MHz.

Zur Historie des Standards empfehle ich [1].

Grüße, Benjamin

[1] http://www.ebu.ch/en/technical/trev/trev 304-rec601 wood.pdf


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Antwort von Arno Welzel:

Rudolf Harras wrote:

> Heiko Nocon schrieb:
>
>>> Für AVI geht das offenbar mit dem MPEG4 Modifier. Und bei MPEG2?
>> DVDPatcher z.B.
>
> Danke. Jetzt weiß ich einfach, ich lasse die Pixel gleich und wenn nach
> erneutem Rendern/Konvertieren das Bild verzerrt ist dann fixe ich das
> einfach mit dem MPEG4 Modifier bzw. DVDPatcher.
>
> Ist es eigentlich vernünftig möglichst immer 1:1 als Verhältnis zu
> nehmen, oder sollte man das je nach Ausgabegerät anpassen, bzw. ist der
> Unterschied überhaupt gut merkbar?

Wenn Du die Auflösung des Videos nicht änderst, musst das einstellen,
was richtig ist. Ein 4:3-Video mit einer Auflösung von 512*576 wird mit
1:1 immer zu schmal erscheinen. Daher muss da die PAR auch passend
gesetzt sein - oder Du lässt das Video eben neu codieren mit 768*576,
was dann bei einer PAR von 1:1 auch exakt 4:3 entspricht. Allerdings
werden beim Umkodieren von 512 auf 768 Pixel pro Zeile keine neuen
Bildinformationen dazuerfunden, sondern nur die 512 Pixel durch
Interpolation eben auf 768 verteilt. Kann sein, dass ein Encoder das
besser hinbekommt, als ein Videoplayer zur Laufzeit - aber generell
besser oder grundsätzlich empfehlenswert ist das deswegen nicht.

--
http://arnowelzel.de
http://de-rec-fahrrad.de


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