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DSLR Cam 1DC oder BM…?



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Frage von Leopold Jessner:


Vorab: ich hab das Forum schon kreuz und quer durchsucht, aber je mehr Info man hat, desto schwieriger wird die Entscheidung…

Es geht um Film bzw. Spielfilmqualität. Es sollen Kurzfilme in HD später evtl. auch in 4K hergestellt werden. Neuster iMac und aktuelles FC sind vorhanden. Ebenso ist ein ganzer Fuhrpark an Canon Glas vorhanden von 50mm 1.2 bis 400mm. Ton, Angel, Schienen etc. alles da. Modulares Cage, Mattebox ebenso vorhanden, wie auch ND Filter plus weitere.

Budget für die Cam ist 2.500 bis max. 3.000€

In die engere Wahl gefasst habe ich: Canon 1DC und 5D MK IV, alternativ Blackmagic wobei die vielen möglichen Modelle von BM mich zögern lassen. Vor allen Dingen wg. des Cropfaktors. Ich hab hab zwar ein Sigma 12—24mm das ist aber sicher nicht das beste Glas und von Canon weit entfernt, meiner Meinung nach.

Was meint ihr? Canon DSLR oder doch BM oder ?
Die 1DC ist z. Zt. in der Bucht für den o.g. Preis zu haben. Die 5D4 mit Cashback für 2.700 neu.

Bin gespannt auf eure Meinungen und Vorschläge.

So long.



Antwort von cantsin:

Ich würde die Wahl auf die 1DC oder BM einengen. Die Videofähigkeiten der 5D Mark IV sind wirklich nicht mehr zeitgemäß.

Ansonsten hängt die Entscheidung völlig von Deinen Einsatzszenarien ab. Die 1DC ist besser für dokumentarische Zwecke, die Blackmagic (bei Deinem Budget und den vorhandenen Objektiven: wohl die Pocket 6K) ist besser, um Material für die Postproduktion anzuliefern.

"Cropfaktor" unterscheidet sich zwischen 1DC und Pocket 6K nicht so dramatisch, mit 28mm Sensorbreite bei 4K-Aufzeichnung bei der 1DC und 23mm Sensorbreite bei der Pocket 6K.



Antwort von Leopold Jessner:

Ok. Bei 4K verstanden. Bei HD ist die 1DC aber vom Cropfaktor besser als die BM oder? Das unterscheidet sich doch HD/4K oder liege ich da falsch. Und warum ist 5D4 nicht mehr zeitgemäß? Was hat sie was andere nicht mehr haben? THX 4 support!!!








Antwort von cantsin:


Ok. Bei 4K verstanden. Bei HD ist die 1DC aber vom Cropfaktor besser als die BM oder?

"Besser" ist nicht unbedingt das richtige Adjektiv. Du bewegst Dich bei denen Kameras im Bereich von Super 35mm-Kinematografie, für die man - neben Kameramann/-frau - eigentlich auch einen focus puller braucht. Bei 35mm Full FrameFrame im Glossar erklärt bist Du bei der Filmgröße VistaVision, die selbst in Hollywood noch als Großformat gilt.

Das unterscheidet sich doch HD/4K oder liege ich da falsch. Und warum ist 5D4 nicht mehr zeitgemäß?

Siehe hier: https://www.cinema5d.com/canon-5d-mark- ... pressions/

Bei allen genannten Kameras gilt, dass auch wenn Dein Ziel HD ist, du ein wesentlich besseres Bild erhältst, wenn Du in 4K aufnimmst und in der Nachbearbeitung auf 2K/HD skalierst, statt kameraintern HD aufzunehmen.

Warum schaust Du bei Deinem Budget nicht nach einer C100 oder gebrauchten C200/C300?



Antwort von Paralkar:

Wenn du kein Foto/ Filmkamera Hybrid brauchst, sprich ne dslr oder dslm, kauf dir lieber ne Filmkamera,

Die Ursa Mini Pro macht beispielsweise für einpaar tausend euro n herausragendes Bild, das sich in vielen Situation mit ner Alexa vergleichen lässt, und die ist sehr einfach zu bedienen, rauf auf die Schulter und los, hast n perfekte Auswahl zwischen ProResProRes im Glossar erklärt bishin zu Blackmagic Raw bzw. Cinema DNG.

Als Alternative natürlich Pocket 4k oder 6k, wenn sowas kleines gefällt



Antwort von rush:

Jopp - die Pockets bekommt man auch relativ leicht schultertauglich bzw für den Stativeinsatz geriggt. Ich habe meine primär darauf ausgelegt - bis auf einen sinnvollen Trigger zum auslösen finde ich das Handling mittlerweile ziemlich angenehm.

Der Umbau auf den Ronin geht auch flott wenn man dieselben Platten nutzt.. kommt bei mir aber nicht ganz so häufig vor.

Bei der UMP benötigt man ja auf der Schulter faktisch auch externes Monitoring - ob per Sucher oder Viewfinder... Und sie ist dann eben doch eine merkliche Spur größer und auffälliger - auch in Hinblick auf den Transport.
Aber dennoch natürlich ganz nice. Wenn das Budget weniger eine Rolle spielt auf jedenfall eine schöne Kamera - mit dem Drumherum (Sucher, Akkus, Speicher und Co) aber schon einige Steine über dem Budget der "Pocket-Preisklasse".



Antwort von marwie:

Die 1 dc ist von 2012, das wäre mir zu alt und Blackmagic ist halt Blackmagic... Ich würde mal die Panasonic S1 anschauen oder die GH5, wenn dir der Sensor nicht zu klein ist.



Antwort von Leopold Jessner:

Vielen Dank für eure Antworten. Das ist wirklich sehr hilfreich. Tatsächlich habe ich auch über eine C100 oder C200 gebraucht nachgedacht. Mit Glück bekommt man eine C200 für 3000 Steine. Eine C300 II ist für diesen Preis utopisch. Ich hatte das Glück mal mit einer C500 arbeiten zu dürfen. Das war mega.

Panasonic hat soweit ich weiß ein L-Bajonett (?). Ich möchte jedoch nicht mit Adaptern arbeiten.

Was die URSA mini pro betrifft liegt diese leider ausserhalb des Budgets.

Letztlich soll die Camera leicht zu bedienen, die Takes vor Ort am besten per iPad oder Macbook geprüft werden können um die dann in der Post zu trimmen, cutten plus grading fertigszustellen. Der Workflow soll einfach sein. Mit Canon DSLR ging das bislang recht flott. Mit RAW habe ich keine Erfahrung. Aber das nur nebenbei.

Warum die EOS 5D MK4 nicht mithalten kann, ist mir noch nicht ganz klar geworden. Sagen wir s mal so: Neben dem Fuhrpark an EF-Objektiven ist Cage, Rods, Sucherlupe ist selbstverständlich auch eine Ziehschärfe vorhanden. Mit Whip, also nicht Funk, geht aber prima.
LANGFRISTIG möchte ich aber die L Objektive durch z.B. Zeiss Filmobjektive ersetzen, da mich der geringe "Schärfeweg" einer Fotooptik gewaltig nervt.

Zurück zur Cam: bei den Canons 1DC und 5D4 kann ich das vorhandene Equipment fast 1:1 weiterverwenden. Auch wenn die 1DC von 2012 ist, so hat sie 4K und CLOG. Das Footage sieht m.E. Top aus. Die 5D4 hat WLAN. Kann also leicht am ipad o.ä. fix kontrolliert werden. Der AF der 5D4 ist zudem besser als der der 1DC.

Wie sich das Ganze bei Blackmagic verhält: gar keine Ahnung. Bisher ist mir der evidente Unterschied der verschiedenen 4K Varianten bei BM auch nicht recht klar.

Sorry, wenn ich nach euren klasse Beiträgen immer noch ein wenig auf dem Schlauch stehe.
Gut, dass es dieses Forum gibt!



Antwort von vivavista:

Habe die Blackmagic 6 K und die Canon 5 D Mark IV, letztere schon etwas länger mit vielen Canon-Objektiven..

Die Blackmagic ist eine feine Kamera, die aber erst wirklich ihrem Zweck entsprechend einsatzfähig ist, wenn man mindestens den -Betrag, den der Body kostet, nochmals in notwendiges Zubehör investiert.
Hinzu kommt die dabei noch nichts berücksichtigte EDV-Hardware für 6 K post pro, die, soweit nicht vorhanden, mindestens nochmals zusätzlich soviel wie die Kamera kostet.

Das fängt wegen des Cropfaktors mit einem Super WW-Zoom-Objektiv von ab f 11 mm an und hört noch nicht bei einem notwendigen Zusatzmonitor auf. Sehr teure C -fast 2.0-Karten, zusätzliche Akkus, ein Cage, ein Gimbal, ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt and so on. Es läppert sich ganz schön. So einfach mal den Body kaufen, vorhandene Canon Objektive dran schnallen und so mal eben loccker aus der Hand filmen , wie der Body vortäuscht, geht nicht.Shaking Videos für die Tonne kommen dann dabei heraus.
Cinematisch filmen macht richtig Spaß, ist aber Aufwand betreffend Aufnahmetechnik und Kosten und man braucht viel Übung und weit mehr kreative Ideen, als bei einer Doku.

Die Canon 5 D M IV nehme ich in erster Linie zum Fotografieren und allenfalls als statische Zweitkamera, wenn ich Interviews oder Konzerte filme . Hinsichtlich des Autofokus ist sie der Blackmagic überlegen. Zu kleiner Display, erst recht für gekropptes 4 K der Canon 5 D veranlassten mich, die Blackmagic zusätzlich zu kaufen

Eine für Video angesagte aktuelle Hybrid-Fotokamera hat gegenüber einer Blackmagic auch Vorteile, dh. man braucht, wenn man auch fotografiert, nur 1 Body, der zudem leichter ist, für eine -spiegellose ist der Gimbal leichter, und die erforderliche Gesamt - Investition ist per Saldo deutlich preiswerter.

Der sehr talentierte Brandon Li, der Auf YuTube sehenswerte cinematische Videos zeigt, filmt mit Sony-Fotokameras.



Antwort von Drushba:



Es geht um Film bzw. Spielfilmqualität. Es sollen Kurzfilme in HD später evtl. auch in 4K hergestellt werden. Neuster iMac und aktuelles FC sind vorhanden. Ebenso ist ein ganzer Fuhrpark an Canon Glas vorhanden von 50mm 1.2 bis 400mm. Ton, Angel, Schienen etc. alles da. Modulares Cage, Mattebox ebenso vorhanden, wie auch ND Filter plus weitere.

Die meisten Leute wollen Technik sammeln und keine Filme machen. Kommt mir hier auch ein bisschen so vor. Für 3000 Euro Budget kann man bereits einen festivaltauglichen Kurzfilm mit professionellen Schauspielern drehen, mit dem Film auf Tour gehen und Fördergelder für den nächsten Film einsammeln. Oder aber einen Schrank voll Technik kaufen, aus Geldmangel seine besten Kumpels vor die Kamera stellen, erfolglos auf Festivals einreichen und irgendwann billig-Imagefilme drehen, um dem privaten Technikmuseum nachträglich einen Sinn zu geben.)

Auch wenns auf Slashcam ketzerisch klingt: Eine eigene Kamera ist sinnvoll für Dokfilmer oder Kameraleute, die zusammen mit ihrer Cam gebucht werden. Alle anderen Kameraleute könnten sich die beste verfügbare Technik bequem leihen, wenn sie Aufträge haben. Wer Spielfilme als Filmer machen will, sollte sich eher auf Buch, Regie (Schauspielführung!) und Produktion verstehen, sonst wird das nie was. Mit einem guten Buch und Schauspielerzusagen kann mensch so gut wie jedes Projekt auf die Beine stellen. Kameras und Kameraleute gibts wie Sand am Meer, die mietet bzw. heuert man ganz einfach nach Bedarf.))



Antwort von pillepalle:

Da hat Drushba prinzipiell schon Recht. Das wichtigste passiert vor der Kamera. Aber was er sagt mag für einen Regisseur/Produzenten wichtig sein, weniger für einen Kameramann/DoP. Da braucht es vor allem praktische Erfahrung. Und die bekommt man nur durch's Drehen. Für einen Kameramann/DoP ist eine eigene Kamera daher schon wichtig (relativ egal welche). Es gibt genug Beispiele im Netz von Leuten die sich teure Kameras gekauft haben um dann festzustellen, dass damit weder ihre Filme besser werden, noch mehr Jobs kommen. So wie ich Dich verstanden habe möchtest Du ja so ziemlich alles in dem Film machen (Regie, Kamera, Ton, Licht, Schnitt). Oder liegt Dein Schwerpunkt dann auf einem bestimmten Bereich?

Ich kann Dir nur aus meiner eigenen kurzen Erfahrung berichten. Ich habe vor ca. zwei Jahren angefangen mich für Film zu interessieren (bin Fotograf) und habe während der letzten 6 Monate mein erstes kleines Dokumentarfilm-Projekt gemacht. Jetzt, kurz vor dem Ende, würde ich gerne nochmal von vorne anfangen. Einfach weil ich in der Zeit so viel gelernt habe das mein nächstes Projekt garantiert anders werden würde. Und ich glaube ich bin nicht der Erste dem es so geht :) Ich glaube auch nicht das es für die eigene Entwicklung irgend eine Abkürzung gibt. Am Ende zählt nur das Ergebnis und man kann eigentlich nur versuchen es jedes mal auf's Neue ein wenig besser zu machen. Ist wie ein ewiger Lernprozess. Die Kamera mit der ich gedreht habe war eine DSLM und ich glaube nicht das mein Film mit einer besseren/anderen Kamera irgendwie besser geworden wäre. Wichtig sind wirklich andere Dinge.

VG



Antwort von Frank Glencairn:

Ich bin ja mit Drushba selten einer Meinung, aber da het er völlig recht, der Film entsteht VOR der Kamera, und nur das was da passiert ist wirklich wichtig.

Es gibt genug Beispiele im Netz von Leuten die sich teure Kameras gekauft haben um dann festzustellen, dass damit weder ihre Filme besser werden, noch mehr Jobs kommen.

Genau. hier ist so ein Beispiel:

https://youtu.be/c1Z5tbT9Y2c?t=69








Antwort von pillepalle:

@ Frank

Haha... Ja, das trifft es schon ganz gut :)

Bin eigentlich kein großer Freund von Potato Jet, aber die Minute in der sein Gast (ein Doku-Filmer) über die 10.000 Stunden Regel spricht, ist vielleicht ein gutes Beispiel für die Bedeutung des eigenen Erfahrungsschatzes.

https://www.youtube.com/watch?v=1VEGwH6Bw1M&t=24m59s

VG



Antwort von vivavista:

Hier sind natürlich auch viele Amateure mit ihren Fragen unterwegs, die keine Ambitionen und Möglichkeiten haben, mit der Filmerei Geld zu verdienen, aber gerne mit professionellem Equipment höherwertige Filme für youtube etc.erstellen möchten.



Antwort von Leopold Jessner:

Vielen Dank für die diversen Beiträge. Meine Frage nach einer geeigneten Kamera mochte vielleicht etwas naiv anmuten, denn ich bin KEIN DoP, sondern Regisseur. Ich verdiene meine Brötchen damit seit 25 Jahren. Insofern kann ich euch inhaltlich nur zustimmen.
So long.




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