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Beleuchtung im Film noir



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Frage von Weihraucher:


Hi,

ich bin auf der Suche nach Links und Literatur zum Thema Licht im Film noir. Ich finde viele Seiten mit Beschreibung des Film noirs, diese sind aber kurz, prägnant und allgemein gehalten. Ich brauche jedoch genauere Analysen oder Tutorials zu dem Thema für ein Referat.

ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand helfen kann

ciao, Johannes



Antwort von Axel:

Salut Johannes,
deine Anfrage ist paradox. Licht im Film Noir kann sich nur auf die Beleuchtung in einzelnen, konkreten Fallen, ja im Grunde in einzelnen (vielleicht als prägend geltenden) Einstellungen beziehen. Das "Noir" bezieht sich nicht auf den Mangel an Licht, sondern ist metaphorisch gemeint (die dunkle Seite der Gesellschaft/des Menschen wird beleuchtet), obwohl wir natürlich bedrohliche Schatten als Manifestation des Jungschen "Schattens" erwarten dürfen. Filme, die vor der Arrivierung des Begriffs Ender der 40er, Anfang der 50er Jahre nachträglich dem Film Noir zugerechnet wurden, lassen einen subversiven Zweifel an der moralischen Zuverlässigkeit der Welt (oder der jeweiligen Gesellschaft) aufkommen. Ein schönes Beispiel ist Hitchcocks "Shadow Of A Doubt" (1943), in dem nicht nur schon im Titel diese beiden thematisch wichtigsten Begriffe auftauchen, sondern der auch modellartig vorführt, wie der aufgeweckte Teenager (sie heißt Charlie) das schon immer latent vorhandene "Böse" (=Dunkle) in der heilen amerikanischen Welt erahnt,- in Gestalt ihres charmanten Onkels Charlie. Wichtiger als eine eindeutig drückende, düstere Bildsprache ist die Zerissenheit, der die Figuren ausgesetzt sind. Clint Eastwoods "Perfect World" ist ohne Zweifel ein moderner Film Noir. Sein Licht ist der schönste Sonnenschein, der Zweifel lauert überall wie dessen Schatten. Auch hier ist der Böse praktisch der eigentliche Held des Films.

Je nachdem, wie umfassend dein Referat sein muß, wirst du dich wohl um hardcover Literatur nicht drücken können.

"Beleuchtung im Western"? Auch da könnte man sagen, daß eine naturalistische Ausleuchtung sicher die Regel ist. Aber man würde sich irren: Jede Ausleuchtung im Film ist dramaturgisch gerechtfertigt und unterstreicht den beabsichtigten Gesamteindruck/ausdruck. Man könnte sagen, daß im Western meistens eine natürlich wirkende Beleuchtung angestrebt wird.



Antwort von Weihraucher:

Hi Alex,

Danke erstmal für deine ausführliche Antwort. Macht immer Freude in einem aktiven Forum einzusteigen.

Ich weiß nicht ob ich dir zustimmen kann, das meine Anfrage paradox sei. Ich glaube schon, dass man den Film noir als solchen in sekundenschnelle erkennen kann, gerade wegen seinem gewagt revolutionären Spiel mit Licht und Schatten als Metapher und als Stilmittel.

Trotzdem danke für die Filmtips. Ich werd sie mir mal anschauen.

mfg, Johannes

P.S. Ich hab jetzt in der Bibliothek ein Buch zu dem Thema gefunden und werde mir noch ein paar Film noirs heute Nacht anschauen, dann klappt das auch mit dem Referat.





Antwort von Gast:

Such doch mal nach "Low Key" in Verbindung mit Film Noir, vielleicht bringt das noch Ergebnisse...

Low-Key-Beleuchtung ist eine vor allem im Film noir eingesetzter Beleuchtungsstil, bei der große Teile des Bildes dunkel bleiben und Schatten eine große Rolle spielen.
Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Low-Key-Beleuchtung

Lowkey beschreibt einen technisch-gestalterischen Stil in der Fotografie, bei dem dunkle Farbtöne vorherrschen. Diese Technik sollte nicht mit einer Unterbelichtung verwechselt werden.
Hauptsächlich verwendet in der Schwarzweißfotografie ergibt sich daraus, dass die Bilder viele schwarze oder dunkelgraue Flächen haben und dargestellte Objekte in ihrer Plastizität durch Schatten - in der Regel von wenigen sehr gezielt eingesetzten Lichtquellen geschaffen - modelliert werden.

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Lowkey-Fotografie



Antwort von Axel:

Ich glaube schon, dass man den Film noir als solchen in sekundenschnelle erkennen kann, gerade wegen seinem gewagt revolutionären Spiel mit Licht und Schatten als Metapher und als Stilmittel.
Natürlich. Wir haben unterschiedliche Ansätze. Du hast Recht, daß man das Genre natürlich an bestimmten, immer wiederkehrenden Stilmitteln erkennt und einordnen kann. Und wie gesagt, eine, wie mein Vorposter es nennt "Lowkey" - Beleuchtung ist die ganz natürliche Bild-Antwort dieses traumverwandten Mediums auf die im Verborgenen lauernden Impulse unserer Psyche.
Der "Film noir als solcher" wird m.E. damit aber auf das Niveau und dein Referat auf die Aussagekraft eines Scary Movie reduziert (die Parodien fischen sich ja auch die augenfälligsten Stilmittel z.B. des Horrorfilms heraus und entlarven sie). Da es Film noir (Kleinschreibung ist wohl korrekt) schon gab, bevor der Begriff rückblickend darauf angewandt wurde, und da die entsprechenden Filme ihrer Inhalte wegen dem Film noir zugerechnet wurden, gibt es keine banalere Aussage.

1. Wodurch würde sich das Licht des Film noir von dem des Horrorfilms unterscheiden?

2. Was ist mit den prominenten Beispielen (die ich genannt habe), in denen Yin und Yang nicht durch harte Kontraste, sondern durch weit subtilere Mittel (Handlung, Dekor, Dialog, Schauspielerei, Kadrierung, Kostüme, Musik usw.) aufgezeigt wurden?

3. Welchen Sinn sollte es haben, einen Film einer bestimmten, (noch dazu sehr schwammigen) Kategorie zuzuordnen, wenn diese Zuordnung keinerlei Erkenntniszuwachs erbringt. Aha, Lowkey, ein film noir, hätt ich mir fast gedacht!

Mein Vorschlag für einen Referat wäre darum, aufzuzeigen, wie sich dieser Lowkey-Stil als dominantes Gestaltungsmittel für Filme dieses Genres durchgesetzt hat (zumindest im Schwarzweißfilm), warum aber der Umkehrschluß völlig unzulässig ist.



Antwort von Gast:

Sicherlich ist der Film noir keineswegs allein auf seine bevorzugte Lichtstimmung zu reduzieren. Aber zur Erinnerung:
Thema Licht im Film noirGenau diesen Aspekt soll das Referat "beleuchten".

Klar gibt es Vertreter des Film noir, die zwar thematisch als solche zu bezeichnen sind, nicht aber stilistisch. Umgekehrt ist - wie Axel schon angedeutet hat - bei weitem nicht jeder Lowkey Film gleich automatisch ein Film noir.
Und es geht auch nicht darum was zuerst da war - das "Genre" an sich oder die Bezeichnung dafür - sondern um eine gewisse zentrale Thematik, die in einer gewissen zentralen Bildsprache transportiert wird. Und so wie ich die Aufgabenstellung deuten würde, zielt sie vorwiegend auf die klassisch düstere, zwielichtige Ausleuchtung zahlreicher Vertreter des Film noir ab.



Antwort von Axel:

Wie der Trailer (QT) von "Shadow Of A Doubt" zeigt, kann der Film als typischer Vertreter des Genres gelten durch die Lowkey-Fotografie. Seltsamerweise erinnerte ich mich heiterer, sonnendurchfluteter Aufnahmen. Ich glaube, der Film beginnt so und stellt dann diese eher düsteren Aufnahmen dem entgegen. Er wäre wohl sehr geeignet, um als Paradebeispiel für die Technik des Film noir zu dienen, evtl mit Screenshots als Erläuterung.
http://www.movie-list.net/classics/shad ... -doubt.mov



Antwort von zabel:

Hi
hier kannst Du dich totgucken ;-))
http://de.wikipedia.org/wiki/Film_Noir

Gruss
Zabel




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