Logo Logo
/// 

Test : JVC GY-LS300 - verkanntes Multitalent?

von Di, 9.Juni 2015 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Aus dem Messlabor



Aus dem Messlabor



Die Kamera ist in vielerlei Hinsicht konfigurierbar, so dass es schon schwerfällt eine grundsätzliche Einschätzung zur Schärfe zu geben, ohne auf den Crop-Faktor einzugehen. Der Bildkreis lässt sich im Menü der Kamera einstellen und reicht in 4K von 100 % (Super 35 / APS-C) bis 80 % ( MFT - Micro Four Thirds lens) in 6 Stufen (100%, 97%, 95%, 92%, 87%, 86%, 80%). In HD lassen sich noch kleiner Sensorbereiche auslesen, z.B. 52% (ca. Super 16) oder 43% (2/3-Zoll B4/B3, ENG).

Wir haben die 4K-Schärfe in drei Bildkreisen gemessen (100%, 89% und 80%):

Die 4K-Bildschärfe der JVC GY-LS300 bei 100% Sensorfläche (Super35)



Die 4K-Bildschärfe der JVC GY-LS300 bei 89% Sensorfläche



Die 4K-Bildschärfe der JVC GY-LS300 bei 80% Sensorfläche (MFT)



Um eine 1:1 Pixel-Vergleichbarkeit zu gewährleisten haben dabei den Bildausschnitt immer so angepasst, dass der innere Messbereich unseres Testbildes eine horizontale Breite von ca. 340 Pixeln aufweist. (Nebenbei erwähnt: Bei einer Messung mit Festbrennweite eine wirklich fummelige Angelegenheit).
Das Ergebnis zeigt dabei, dass die Schärfe mit dem Sensorcrop variiert. Am schärfsten arbeitet die Kamera im Super35-Modus, am unschärfsten bei MFT-Abstastung. Der Grund dürfte wohl darin liegen, dass bei Super35 mehr Pixel zum Downsampling zur Verfügung stehen. Da der Sensor laut Datenblatt 4512 x 3008 Sensel aufweist, stehen zudem im MFT-Ausschnitt schon rechnerisch gar keine vollen 3840 Horizontalsensel mehr zur Verfügung. Das Ergebnis überrascht daher nicht.

Selbst im Super35 Modus filtert die Kamera (vor allem im Chroma Bereich) ungewöhnlich stark, wodurch feine Details verloren gehen. Dafür hat die Kamera im Super35-Modus auch mit praktisch keinem Aliasing zu kämpfen. In den anderen Modi sind die Artefakte ebenfalls eher schwach ausgeprägt.

Die Farben

Hier einmal ein Bild der Kamera bei 1200 LUX im Automatik-Modus:

Die JVC GY-LS300 bei 1200 Lux in 4K im Automatik-Modus



Nicht zum ersten Mal staunten wir einmal wieder über die satte Farbgebung einer JVC-Kamera. Die GY-LS300 bietet zwar in diversen Menüebenen zahlreiche Eingriffsmöglichkeiten in die Bildcharakteristik, jedoch hatten wir nicht das Gefühl, dass wir die Farben leicht unter Kontrolle bekommen konnten. Es gibt sogar eine Cinema-Gamma Einstellung, die jedoch das Gegenteil üblicher Log-Einstellungen bewirkt und den Kontrast schon in der Kamera verstärkt. Aber es gibt auch die Möglichkeit die Gamma-Kurve grundsätzlich herunterzudrehen (auch wenn hier nicht klar ist, wie die Kurve hierbei verändert wird.) Eine Farbabschwächung mittels der Farbmatrix “Color Matrix Cinema subdued” ist ebenfalls möglich. Allerdings bedeutet der Einsatz dieser Funktionen im Grading viel Handarbeit und Erfahrung, da JVC keine passenden LUTs zur Linearisierung anbietet. Ist man bereit sich mit der Kamera tiefer auseinanderzusetzen, findet man auch noch viele Parameter wie WDR (Wide Dynamic Range) und Master Black/Knee-Einstellungen, die sicherlich noch mehr aus dem Sensor zaubern können. In der Werkseinstellung missfielen uns jedenfalls vor allem die Rottöne.

Low Light

Dank Wechseloptik und großem Sensor lassen sich mit entsprechenden Objektiven auch sehr lichtsstarke Aufnahmen hinbekommen. Als erstes einmal die Kamera im Automatik-Modus:

Die JVC GY-LS300 bei 12 Lux im Automatik-Modus bei 1/50s, F1.4 und 18 dB Gain



Geht man manuell auf 24 dB Gain und 1/25s bei manuellem Weißabgleich ist man trotz 12 Lux schon am überbelichten.

Die JVC GY-LS300 bei 12 Lux mit manuellem Weißabgleich bei 1/25s, F1.4 und 24 dB Gain



Etwas vernünftiger wird es dann bei 12 dB:

Die JVC GY-LS300 bei 12 Lux mit manuellem Weißabgleich bei 1/25s, F1.4 und 12 dB Gain



Hier nimmt die Rauschunterdrückung noch nicht zu viele Details aus dem Bild und Farben gibt es auch noch zu sehen. Herunterskaliert nach FullHD wirkt so ein Bild kaum noch wie eine 12 Lux-Aufnahme.


ND-Filter und günstige Medienpreise / Praxis
Fazit


4 Seiten:
Einleitung / Gehäuse / MFT-Mount-Spielereien bis Super35
ND-Filter und günstige Medienpreise / Praxis
Aus dem Messlabor
Fazit
  

[8 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Zac    17:31 am 5.8.2015
ja, schön wärs... aber ich glaube eher an einem Plus von 0.8 Blenden...
Drushba    17:20 am 5.8.2015
Witzig, wollte das auch gerade posten. Was aber bedeuten diese ominösen 800% Kontrastumfang? "With the new JVC Log mode, the GY-LS300 delivers wide latitude and high dynamic...weiterlesen
DeeZiD    15:27 am 5.8.2015
http://pro.jvc.com/pro/pr/2015/releases/gyls300_v2.html Nicht uninteressant. JVC LOG. :)
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Weitere Artikel:


Test: Sony Burano in der Praxis: Einzigartige 8K Raw Cine/Doku Kamera mit AF, Vario-ND und IBIS Sa, 3.Februar 2024
Mit der Burano hat Sony quasi nebenbei mal schnell eine neue Kameraklasse geschaffen – denn diese Kombination ist bislang einzigartig in einem High-End Cine-Paket: Autofokus kombiniert mit elektronischem Vario-ND inklusive Sensorstabilisierung. Das ganze abgerundet mit 8K 16 Bit interner RAW Aufnahme (X-OCN). Wie gut funktioniert das neue Sony Doku-Flaggschiff in der Praxis?
Test: Blackmagic Cinema Camera 6K im Praxistest inkl. anamorphotischer Aufnahmen (DZO Pavo) Fr, 15.Dezember 2023
Mit der Blackmagic Cinema Camera 6K hat Blackmagic Design gleich zwei große Neuerungen vorgestellt: Zum einen stellt die Cinema 6K die erste Blackmagic Camera mit Vollformatsensor dar und zum anderen hat Blackmagic hier erstmalig einen L-Mount verbaut. Wir haben die Kamera sowohl mit Sigma Vollformat Cine Objektiven als auch mit Anamorphoten von DZO (neue Pavo Serie) getestet.
Test: Blackmagic Cinema Camera 6K Sensor Test - Rolling Shutter, Debayering und Dynamik Do, 16.November 2023
Die neue Blackmagic Cinema Camera 6K ist in vielerlei Hinsicht eine alte Bekannte, will allerdings nicht mehr "Pocket" genannt werden. Doch es gibt wie immer auch noch mehr Details zu entdecken...
Test: Sony Burano: Hands-On und erste Aufnahmen mit dem neuen CineAlta Boliden – RAW,AF, IBIS, Vario-ND Di, 12.September 2023
Wir hatten Gelegenheit, mit der neuen Compressed RAW-fähigen Sony CineAlta Kamera zu drehen (6K 50p RAW). Sie vereint erstmalig Autofokus, Sensorstabilisierung und einen elektronischen Vario-ND in einer High-End Cine-Kamera und dürfte die Herzen von Dok-, Wildlife-, und FX9-Filmern auf der Suche nach dem nächsten Kamera-Upgrade höher schlagen lassen.
Test: ARRI ALEXA 35 in der Praxis: 17 Stops Dynamikumfang, Reveal Colorscience, ARRI RAW, 120 fps uvm. Sa, 29.Juli 2023
Test: ARRI ALEXA 35 Sensor-Bildqualität, Rolling Shutter, Dynamik - Die neue Referenz? Fr, 21.Juli 2023
Test: MacBook Pro M2 Max im Performance-Test bis 12K RAW mit ARRI, RED, Canon, BMD, Sony, Panasonic ... Fr, 10.Februar 2023
Test: Dynamic Shootout - Canon EOS R3: Hybride Alternative zur C70 oder Nikon Z9? Di, 13.Dezember 2022
Test: David gegen Goliath - Canon C70 gegen ARRI Alexa LF im Dynamic Shootout Di, 15.November 2022
Test: Im Auge der Dynamik - Canon C70 inkl. RAW noch einmal näher betrachtet Mo, 7.November 2022
Test: Die Dynamik der Sony FX30 näher betrachtet (inkl. RAW) So, 30.Oktober 2022
Test: Alles Cine? Sony FX30 Sensor Test - Rolling Shutter und 4K-Debayering Mi, 19.Oktober 2022


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:



update am 20.Februar 2024 - 15:02
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*