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Test : DJI RS3 Mini Gimbal in der Praxis mit der Panasonic S5 II: Horizontal, Vertikal - egal?

von Di, 10.Januar 2023 | 4 Seiten (Artikel auf einer Seite)


DJI Mini 3 Pro: Technische Daten, Handling und Tarierung
Horizontaler Modus - Stabilisierungsleistung
Vertikaler Modus – Stabilisierungsleistung
Transport- und Tragfähigkeit
Fazit



Wir hatten Gelegenheit, den neuen DJI RS3 Mini kurz vorab zu testen und haben hierfür die neue Panasonic S5 II genutzt. Neben dem Test mit diversen Fest- und Zoombrennweiten wollten wir wissen, bis zu welcher Kamera/Objektiv-Kombination der neue Mini-Gimbal von DJI funktioniert und für wen sich die Anschaffung des clever auch auf Vertical-Shootings umrüstbaren Gimbal lohnt. Die grundlegenden technischen Infos zum RS3 Mini und seinen Funktionen findet ihr in unserer Newsmeldung.

DJI RS3 Mini



Bei unseren Aufnahmen mit dem DJI RS 3 Mini und der Panasonic S5 II kamen sowohl das Panasonic Lumix S 18mm f1.8 als auch das 35mm f1.8 aus der gleichen Serie zum Einsatz. Mit beiden Objektiven haben wir komplett offen mit einer f1.8 und Genustech Eclipse Vario-ND Filter gefilmt:



Beide Objektive eignen sich übrigens hervorragend für Gimbalaufnahmen. Vor allem, weil wir beim Objektivwechsel den Gimbal nicht nochmal neu tarieren mussten.

Und hier auch unser vertikaler Video-Clip mit dem DJI RS3 Mini und der Panasonic S5 II + Lumix 18mm @ f1.8:





DJI Mini 3 Pro: Technische Daten, Handling und Tarierung



Bereits beim ersten in die Hand Nehmen des neuen DJI RS 3 Mini fällt auf: Im Vergleich zu den bisherigen DJI Ein-Hand-Gimbaln für DSLM bringt der neue Mini spürbar weniger Gewicht und eine neue Gimbal-Armkonstruktion mit.

DJI RS3 Mini und Panasonic S5 II


Beides hat seinen Grund - denn DJI positioniert den neuen RS 3 Mini sowohl als leichtgewichtigen, kompakten Reisebegleiter wie auch als speziell auf Vertikalaufnahmen für Social Media (Tiktok, YT(Stories), FB etc.) spezialisierten Einhand-Gimbal. Hieraus ergeben sich unserer Ansicht nach durchaus interessante Schnittmengen zwischen Consumer- und Pro-Anwendungen, wobei wir die Vertikal-Funktion eher im Pro-Segment bei Social MediaSpot Produzenten ansiedeln würden, als im Consumer-Bereich … (doch hierzu später ausführlicher).

Mit einem Gewicht von 846g (inkl. integriertem Akku von uns gewogen) liegt der neue RS 3 Mini gewichtstechnisch deutlich unterhalb des bisherigen DSLM-Gimbal-Lineups von DJI. Der RSC 2 kommt auf 1.219g (von uns gewogen) und der Ronin SC kommt auf ca. 1.088 g inkl. Akkugriff. Wer also für mobile Einsätze / Transport besonders auf das Gewicht achten muss, erhält mit dem RS 3 Mini eine neue Alternative im DJI-Portfolio.

Ebenfalls neu für DJI-Gimbals ist die noch modularere Auslegung der Kameraufnahme-Schenkel. So lassen sich jetzt der untere sowie der seitliche Schenkel lösen und die Kamera einfach inklusive X-Achsen-Schlitten vertikal auf die rechte Aufhängung (Z-Achse) montieren.

DJI RS3 Mini mit cleverer Vertikal-Option


Zwar muss man sich erstmal etwas eingewöhnen, welches Teilstück wie abmontiert und wo ran kommt. Aber wenn man es ein paar Mal gemacht hat, geht der Umbau von Horizontal- auf Vertikal-Ausrichtung schnell von Statten.

Unser Tip: Einfach im Hinterkopf behalten, dass für die Vertikal-Montage nicht der lange Horizontal-Schenkel benötigt wird und die Kamera auf dem Horizontal-Schlitten belassen. Somit muss man nur noch die Kamera (auf dem Schlitten) vertikal auf den Z-Schenkel schieben und tarieren: Fertig.

Der Vorteil der neuen, nativen Vertikal-Montage besteht darin, dass kein weiteres Zubehör benötigt wird und der Rotationswinkel im Vergleich zum anderen, bekannten Vertikal-Modi nicht begrenzt ist. Ziemlich clever von DJI konstruiert.

DJI RS3 Mini


Die Tarierung des DJI RS 3 Mini in der Praxis (sowohl vertikal als auch horizontal) ist dann jedoch nicht ganz so einfach und dies liegt nicht an der neuen Konstruktion sondern an einem alten Problem: DJI setzt beim Klemmmechanismus des RS3 Mini auf Aluminium-Schenkel/-Arme und Klemmhebel. Befindet sich keine Kamera im Gimbal, lassen sich alle Achsen für die Tarierung leichtgängig verschieben und justieren. Werden die Komponenten jedoch mit einem Kamerasystem belastet, neigen die einzelnen Führungen zum Verkannten. Das Resultat sind ziemlich schwergängige Tarierungen. Das hat DJI beim großen RS3 und auch beim RSC 2 deutlich besser gelöst. Hinzu kommt, dass die Klemmhebel ziemlich scharfkantig sind: So kann der Klemmhebel am Fuss des Gimbals recht weit nach vorne rausragen. Hier besteht die Gefahr, dass das Objektiv zerkratzt wird, wenn die Kamera bei der Tarierung nach vorne kippt

Insgesamt befindet sich die Verarbeitung des RS 3 Mini auf hohem Niveau: Metallkonstruktion, farbiges Display, Knöpfe, Räder und Joystick sind wertig verarbeitet und reaktiv. Via Druck auf den M-Button lassen sich wie gewohnt die einzelnen Gimbal-Modi wechseln, bei längerem Halten befindet man sich im Sport-Modus.

Via USB-C Buchse lassen sich Kamera-Steuerdaten übertragen und das farbige Touchdisplay verfügt über das bekannte DJI-Gimbal-Menü.

Unser Tip: Vor jedem Dreh und beim Wechsel von Objektiven sollte man stets die Autokalibrierug des Gimbals für eine optimale Stabilisierungsleistung laufen lassen, Diese benötigt nur ein Paar Sekunden und kann bequem bei montiertem Stativ-Klapp-Fuß des RS 3 Mini aktiviert werden.

DJI RS3 Mini Lieferumfang


Apropos Stativ-Klapp-Fuß und Handgriff: Der Handgriff des DJI RS3 Mini ist deutlich kürzer als beim RSC 2/RS3. Daher raten wir allen, die mit größeren Händen unterwegs sind, auf jeden Fall den Klapp-Fuß zu montieren und als verlängerten Handgriff zu nutzen. Wer dauerhaft ein ergonomisch besseres Griffgefühl für größere Hände benötigt, dürfte beim RSC 2 besser aufgehoben sein.



Horizontaler Modus - Stabilisierungsleistung



Die horizontale Stabilisierungsleistung des neuen DJI RS3 Mini arbeitet unauffällig und damit auf gewohnt gutem Niveau.

Sowohl Drehungen um Caro herum als auch seitliche Gimbalshots auf Höhe von Caro und bodennahe Aufnahmen stellen kein Problem für die Kombination Panasonic S5II und Lumix S 18mm f1.8 bzw. 35mm f1.8 dar.

Wir empfehlen auf jeden Fall mit angeschraubtem Klappfuß zu filmen, weil hier deutlich bessere Griffmöglichkeiten gegeben sind. Die Panasonic S5 II konnten wir sowohl mit eingeklapptem rückseitigem Display als auch mit Display zur Seite ausgeklappt auf dem DJI RS 3 Mini tarieren. Letztere Montage-Option reizt die horizontale Tarierung des RS 3 Mini fast komplett aus.



Vertikaler Modus – Stabilisierungsleistung



Positiv überrascht waren wir von der vertikalen Stabilisierungsleistung. Hier wirken nochmal andere Kraftverhältnisse auf die Motoren – doch DJI hat hier eine gute Abstimmung gefunden.

Tatsächlich funktionierte in unserem Test die vertikale Stabilisierung auf dem gleichen, guten Niveau wie die horizontale Stabilisierung.

Auch der Phasen-AF der Panasonic S5 II kam mit der vertikalen Orientierung der Kamera überraschend gut klar. Von unserer Seite auf jeden Fall eine klare Empfehlung für alle Social Media Produktionen, die mit DSLMs entsprechenden Content erstellen wollen.

Die Gimbalsteuerng funktoniert vertikal genauso feinfühlig wie horizonal, Kreisbewegungen und bodennahe Shots stellen auch kein Problem dar. Bei letzteren würden wir allerdings – je nach Kamera - für eine bessere Bildkontrolle zu einem Monitor raten, der sich auf der linken Nato-Aufnahme des RS3 Mini handgriffs problemlos anbringen lassen sollte.



Transport- und Tragfähigkeit



Abstriche gibt es von unserer Seite bei der Transportfähigkeit der DJI RS 3 Mini. Zwar würde man erwarten, dass sich der „Mini“ im Vergleich bsp. zum RSC2 kompakter transportieren lässt, doch dies gilt nur für den Fall, wenn man den horizontalen Kameraschenkel demontiert.

Schneller einsatzbereit, für größere Kameras (und größere Hände) geeignet ist unserer Erfahrung nach der DJI RSC2. So konnten wir die größere Panasonic S1H beim RSC2 noch tarieren – beim RS3 Mini hingegen nicht - auch wenn beide mit einer Traglast von 2 kg ausgewiesen sind. (Der RS3 Mini verfügt jedoch über teilweise kürzere Taxierungsstrecken).

Wer jedoch kein Problem damit hat, den RS3 Mini vor Ort kurz zusammenzustecken, wird mit dem kleinsten Transportmaß aller DJI DSLM-Gimbals belohnt. Wer hingegen möglichst schnell (horizonal) einsatzbereit sein möchte, dem würden wir eher zum nur geringfügig größeren RSC2 raten.



Fazit



Der neue DJI RS3 Mini punktet in unseren Augen vor allem mit der clever entworfenen Vertikal-Aufnahme. Wer für vertikale Social Media Produktion einen guten Hand-Gimbal ohne viel Schnickschnak sucht, wird mit dem neuen RS3 Mini gut bedient. Wir sehen ihn daher eher in professionellen Vertikal-Gefilden.

Wer hingegen vor allem einen kompakten, reisetauglichen und schnell einsatzbreiten Einhandgimbal für DSLMs sucht, wird unserer Meinung nach besser mit dem kaum teureren RSC2 aus gleichem Hause bedient – sofern man auf die Vertikalfunktion verzichten kann.

Nachbessern darf DJI gerne noch bei der Leichtgängigkeit der einzelnen Tarierungsachsen: Das können RSC2, RS3 und RS3 Pro deutlich besser.

Der DJI ‎RS ‎3 Mini ist ab heute bei autorisierten Händlern und im DJI-Store zum Preis ab Euro 389,- (UVP) erhältlich


Panasonic S5im Vergleich mit:

Listenpreis: 1948 €
Markteinführung: Oktober 2020
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: L-Mount

Platz 3 DSLR/DSLM Bestenliste
FUJIFILM X-T2
Listenpreis: 1699 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Nikon D500
Listenpreis: 1999 €
Super35 / APS-C

  

[9 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rob    14:51 am 13.1.2023
Hallo Kluster, die Stabilisierungsleistung für kompaktere DSLMs ist sehr gut - ich würde davon ausgehen, dass die FX30 mit dem RS3 Mini auch gut mit zusammenspielt. (Hab die...weiterlesen
klusterdegenerierung    14:36 am 13.1.2023
https://youtu.be/PrbYiY_wqXw
klusterdegenerierung    14:27 am 13.1.2023
Hallo Slashcam Team und danke für den Test. Als Besitzer des RS2 un der FX30 habe ich mich gefragt ob das Teil für mich einen Benefit darstellen würde, bzw gegenüber einem RS3,...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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update am 29.Januar 2023 - 18:02
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