Logo Logo
///  >

Test : Canopus EZDV VS.2.00beta

von Do, 31.Oktober 2002 | 4 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Installation
16:9
Alte Bekannte
Externa
Bugs & Issues
Premiere 6.5
Best of both worlds



Seit unserem Schnittkartenvergleich ist einige Zeit ins Land gegangen. Was hat sich in der neuen Treiberversion getan und gibt es außer der offiziellen 16:9-Unterstützung sowie einigen BugFixes noch andere Neuigkeiten?




Installation



Das Update geht problemlos vonstatten: Software deinstallieren, EZDV im Gerätemanager deinstallieren und neu starten. Beim Neustart das Verzeichnis zu den 2.00-Treibern angeben und danach die Software 2.00 installieren, fertig. Wer noch nicht auf den MPEG-Encoder SoftMPEGVS.109 upgedatet hat, kann das auch gleich mit erledigen.




16:9



Die augenfälligste Änderung ist direkt nach dem Premiere-Start ersichtlich:



Für den 16:9 –Betrieb gibt es jetzt eine Canopus-Vorlage. Zwar konnte man auch die älteren Versionen zum Breitbildformat zwingen, indem man eine eigene Vorlage erstelle, jetzt ist das ganze auch offiziell integriert. Positiv bemerkbar macht sich das in EZEdit:



Hier konnte mit den älteren Treiberversionen keine Vorlage erstellt werden, ab VS.2.00 gehört es dazu.
Canopus-typisch: Die Einstellung 1024x576 mit dem Pixel.Seiternverhältnis 1.0.



Eigentlich korrekt wären 960x576 mit dem Seitenverhältnis 1.067, wie es auch in der 4:3-Vorlage bei 720x576 vorkommt. Merkwürdigerweise lässt sich diese Einstellung nicht ändern, sollte es dadurch z.B. im Betrieb mit fremden PlugIns zu Unschärfen kommen, ist man dieser Tatsache ausgeliefert. Mehr zum Thema 16zu9-Pixelverhältnisse gibt es übrigens hier.




Alte Bekannte



Im ReadMe finden sich sonst keine großartigen Neuerungen, merkwürdigerweise fiel dabei eine ganz unter den Tisch: In den Projekteinstellungen ist das alte Render-PlugIn aus der Version 1.11 wieder vorhanden.



Bisher entschied der Benutzer den Betriebsmodus Realtime oder Rendern durch die Auswahl der Treiberversion: Version 1.11 konnte nur Rendern, dass dafür sehr schnell. Version 1.12a bot zwar ein Realtime-Overlay, renderte aber 2-3mal langsamer. Ärgerlich war dabei, dass die ältere Treiberversion den Premiere Audiomixer nicht unterstütze und außerdem das Overlay oft Probleme bereitete. Viele stiegen daher gezwungenermaßen um und nahmen das langsame Rendering in Kauf. Mit der Version2.00 hat man jetzt die Wahl: Theoretisch ist selbst während des Projektes eine Auswahl möglich, die Vorlage EZDV rendert schnell wie der Wind und unterstützt jetzt sogar den Audiomixer. Als kleinen Bonbon profitiert sie besonders von dem aktualisiertem P4 DV-Codec, der wirklich allem davon rennt. Die Vorlage RealtimeDV bietet wie gewohnt das Echtzeitoverlay mit langsamer Berechnung der Effekte. Der Slashcam-Benchmark im Vergleich:

Modus EZDV:31sec11sec17sec
Modus RealtimeDV:71sec23sec52sec


Ausgeführt auf einem Pentium4 2.4GHz, 845er Chipsatz und 512MB Ram. Als Betriebssytem diente Windows2000 SV2.
Nicht verschwiegen sollte allerdings ein Nachteil des aktualisierten Render-PlugIns: Die Firewireverbindung zum DV-Gerät steht beim Schnitt in der Timeline nicht zur Verfügung. Die Funktionen „Filmaufnahme“ und „Auf Band ausgeben“ funktionieren dagegen einwandfrei.

Der Vollständigkeit halber hier noch die Aufstellung aller New & BugFixes:

[Plug-in]
Supported 16:9 editing mode.
Fixed error with certain RAID cards (Was not able to read file).
[Drivers]
Changed Canopus DV CODEC name to[Canopus DV]
Supported New Canopus DV CODEC (Pentium 4 support, speed/image improvement)
Supported DVCAM editing mode.
Supported EZDV SX.
Supported ADVC-100/ADVC-50.
Fixed error when using with Adobe After Effects (Rendering error).
[EzEdit]
Supported 16:9 editing mode.
Supported ADVC-100/ADVC-50.
Fixed error with certain RAID cards (Was not able to read file).
Fixed error in French Windows (Title setting dialog did not show correctly).
Fixed error in closing (When closing EzEdit without saving the project, other applications such as EzVideo did not work properly).Fixed error when batch capturing to a network folder (The AVI file name became invalid).
[EzVideo]
Supported ADVC-100/ADVC-50.
Fixed error with certain RAID cards (Was not able to read file).
Fixed error in batch capture (Error when switching to other applications during batch capture).
Fixed error in saving still images.
Fixed error in EzVideo (operation error when you open other applications during batch capture).
Fixed error when batch capturing to a network folder (The AVI file name became invalid).


Was genau mit dem Support für die beiden Wandler ADVC-100/ADVC-50 gemeint ist, war leider nicht herauszufinden. Auch mit der Treiberversion 1.12a wurde bereits ein 100er problemfrei betrieben, ob es jetzt zusätzliche Optionen gibt, konnte mangels Gerät nicht überprüft werden.




Externa



So ganz nebenbei war da im Canopus-Forum zu lesen: EZDV2.00 unterstützt ScenalyzerLive.
Ein Kritikpunkt in unserem Schnittkartenvergleich war das Zusammentreffen einer 2GB-Grenze und einer fehlenden Szenenerkennung. Zumindest letzteres löst sich jetzt durch Hilfe von außen. Die neueste Version des SCLive unterstützt nicht nur die Aufnahme im Canopus-Format über eine OHCI-Karte, sondern auch die direkte Aufnahme über die EZDV. Zwar funktioniert das ganze nur mit ein paar Einschränkungen, so ist z.B. das Zurückspielen auf Band noch nicht möglich. Ebenfalls kam es auf unserem Testrechner des öfteren zu Abstürzen, so das ich daher noch dass Capturen im Canopus-Format über eine OHCI-Karte empfehlen würde (was dann auch im Hintergrund geht, siehe auch Backgrouncapturing). Trotzdem ist das ganze eine schöne Perspektive, besonders, da ein Canopus-eigenes Tool nach wie vor fehlt.




Bugs & Issues



Wie viele andere Canopus Videoschnittkarten leidet auch die EZDV unter Windows2000/XP beim Trimmen unter einem Fehler im Overlayfenster:



Dieser solarisationsähnliche Effekt lässt sich auf einigen Systemen durch das Herabsetzen auf 16bit-Farbtiefe verringern, allerdings startet dann das mitgelieferte ExplodeBasics nicht mehr.
Ebenfalls Canpus-typisch: die Premiere-Funktion „Neu“



führt mit den Optionen „Allg. Filmvorspann“ und „Streifen und Ton“ zu nicht mehr normgerechten Videosignalen. Die Begründung liegt in der besonderen Eigenart des Canopus-Codec, die unter Der Canopus-Unterschied ausführlich beschrieben wurde. Kurz gesagt streckt er das Signal nicht wie andere Codecs bei der Umwandlung von YUV in RGB. Dadurch ist allerdings die Qualität deutlich besser, weswegen diese kleine Unannehmlichkeit tolerabel ist. Noch schöner wäre es natürlich, wenn, wie bei den großen Schnittlösungen auch, eine eigene Vorlage für Farbbalken u.ä. mitgeliefert werden würde. So bleibt nur der Umweg über eine Grafik.
Die neue Matrox Grafikkarte Parhelia besitzt die Möglichkeit, das Premiere-Overlay auf den eigenen TV-Ausgang auszugeben. Die EZDV bereitet dabei leider noch einige Probleme:
Im RealtimeDV-Modus spricht der TV-Ausgang zwar an, das Bild friert aber ein. Nach einiger Zeit geht auch das Overlay auf Schwarz, was nur durch abschalten der Matrox-Funktion „DVDMax“ wieder zu beheben ist. Ähnliche Probleme hatte das RealtimePlugIn der Version1.12a auch schon mit dem TV-Ausgang anderer Grafikkarten, so z.B. mit der kleineren MGA550 (400, 450) oder einiger nvidia-Versionen.
Im EZDV-Modus bleibt der TV-Anschluss immer aus, dafür funktioniert das Overlay auch bei eingeschalteten „DVDMax“. Vorteile bietet diese Kombination z.Zt also noch nicht. Allerdings sind beide Treiber noch im beta-Stadium, so dass sich da vielleicht bald etwas ändert.
Die andere bekannten Fehler sind relativ unbedeutend und teilweise auch von anderen Schnittkarten bekannt, so springt manchmal der Cursor in der Timeline weg oder die Gerätesteuerung unter Premiere liegt manchmal 2-3 Frames daneben.




Premiere 6.5



Die größten Neuerungen von Premiere6.5 sind ein neuer Titelgenerator, ein integrierter MPEGII-Codec und eine Echtzeitvorschau im Overlay. Dieses Feature kannten EZDV-Besitzer schon unter Premiere 6.0, denn dafür gab es ja das Canopus RealimePlugIn in der Version 1.12a. Im Gegensatz zu diesem funktioniert Premieres neues Echtzeitfeature aber mit ALLEN Effekten und nicht nur mit den eigenen. Gerade vor diesem Hintergrund kommt der Integration des „alten“ EZDV-Moduls neue Bedeutung zu. Bietet sich hier doch die Möglichkeit, das schnelle Rendertempo mit Realtime zu kombinieren, sicherlich ein Traum vieler EZDV-Besitzer.
Der neue MPEGII-Encoder ist dagegen für Canopuskarten nicht so gut geeignet, da er den Kontrastumfang etwas einschränkt. Auch wenn die Videoeinstellungen das suggerieren, anpassen lässt er sich nicht. Wie auch bei den anderen Premierefunktionen liegt das am Kontrastumfang des Canopus-Codecs und wird sich wahrscheinlich nicht so schnell ändern. Doch SoftMPEG ist weiterhin eine gute Alternative, so dass das keine Einschränkung darstellt.
Der Titelgenerator funktioniert einwandfrei, inklusive der Funktion „auf TV-Ausgang zeigen“. Wie schon im „Canopus-Unterschied“ beschrieben, sollte dabei auf den Wertebereich 16 – 235 Rücksicht genommen werden.




Best of both worlds



oder 1.11 + 1.12a = 2.00. Canopus hat wieder das, was vollmundig auf der Webseite versprochen wird: den schnellste DV-Codec der Welt. Wer weiterhin Realtime schneiden möchte, kann das ebenfalls tun. Nach dem Umstieg auf Premiere 6.5 gibt es sogar beides gleichzeitig, so wünscht man sich das. Hoffen wir, das bald auch wieder die direkte DV-Ausgabe unterstützt wird. Dann ist die EZDV, verbunden mit dem ScenalyzerLive und der offiziellen 16:9-Unterstützung wieder an vorderster Front und damit eine Empfehlung für alle, die eine hochqualitative Schnittlösung suchen. Die kleineren Bugs gleicht sie durch die beste Renderqualität bei den Einsteigerkarten locker wieder aus.


  


Weitere Artikel:


Test: Der Preis der zusätzlichen Leistung - Zwei und mehr GPUs unter DaVinci Resolve Mo, 5.August 2019
Viel bringt bekanntlich viel. Doch gilt das auch uneingeschränkt für den Betrieb von mehreren Grafikkarten unter Blackmagics DaVinci Resolve? Wir haben es mal wieder ausprobiert...
Test: Nvidia RTX 2080 Ti - Geschaffen für DaVinci Resolve? Di, 25.Juni 2019
Die AMD Radeon VII kann unter DaVinci Resolve mit viel Leistung für relativ wenig Geld überzeugen. Doch wo steht im direkten Vergleich das aktuelle Consumer Top-Modell von Nvidia?
Test: AMD Radeon VII - der DaVinci Resolve Afterburner Mi, 12.Juni 2019
Mit der AMD Radeon VII ist AMD im Februar eine echte Überraschung geglückt. Als leicht abgespeckte Profikarte für den Gaming- und Content-Creator Markt gibt es unerwartet viel Leistung zum Kampfpreis von 700 Euro...
Test: Auf Augenhöhe mit (Ti)tanen - AMD Vega 56 unter DaVinci Resolve 14 Mo, 2.Oktober 2017
Unser erster Eindruck der AMD Vega 56 Grafikkarte war gemischt. Doch mit ein paar Tricks kann man aus der 400 Euro Karte weitaus mehr herausholen, als der Preis vermuten lassen würde.
Test: Nvidia GTX1080 Ti in Resolve und Premiere Pro - purer Luxus? Do, 20.April 2017
Test: Alles was das Herz begehrt? AMD RX 480 im Referenzdesign von Asus Do, 1.September 2016
Test: Blackmagic Design Intensity Pro 4K - laut, aber fair? Di, 26.Mai 2015
Test: Poseidons Spross - GrassValley/Canopus Pegasus Di, 11.März 2008
Test: Canopus Edius DVX Review Mo, 6.Februar 2006
Test: Canopus ACEDVio Do, 31.Juli 2003
Test: Matrox Parhelia Fr, 24.Januar 2003
Test: FastForward 1.7 final Do, 18.April 2002


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:



update am 20.April 2021 - 15:45
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*