Einstellungs-Sache(n)
Die Einstellmöglichkeiten der Kamera lassen nichts zu wünschen übrig. Es gibt praktisch nichts, was man an dieser Kamera nicht feintunen kann. Es sind sogar neben den üblichen Standardwerkzeugen ein Waveformmonitor sowie ein Vektorskop zur Bildkontrolle integriert worden. Diese werden mit sehr hoher Bildrate upgedated, was einen sehr flüssigen Messeindruck verschafft. Leider fanden sich an den Achsen keinerlei numerische Werte, weshalb man hier erst einmal lernen muss, an welcher Linie beispielsweise der echte Weißpunkt letztendlich liegt und wo das Superweiß beginnt.
Wer einmal den Status-Display Button drückt, wird quasi von einer Informationsflut erschlagen: So werden die wichtigsten Parameter der Kamera auf nicht weniger als 7 Info-Seiten dargestellt. Der Sinn der Taste, alles auf einen Blick zu sehen, ist damit sehr relativ, wenn sich alle Informationen auf „sieben Blicke“ verteilen.
Die üppigen Einstellmöglichkeiten der Kamera wollen natürlich auch irgendwie in Zaum gehalten werden. Das Menü-Rädchen ist hierbei zur Bedienung oft etwas umständlich, da einzelne Menüpunkte durch einen Drucktaster „nebenan“ ausgelöst werden. Dies erschwert das das Rücknavigieren aus tiefen Menüs heraus. Zum Glück gibt es an der Oberseite noch einen Mini-Joystick mit dem sich deutlich besser durch die Tiefen der Menüs surfen lässt. Persönliche Einstellungen lassen sich übrigens auf einer separaten SD-Karte abspeichern und so von Kamera zu Kamera portieren.
Aus dem Messlabor
Der Sweep zeigt einen sehr guten Schärfeverlauf der sich sehr linear ohne auffälligen Bauch fast über das gesamte Messspektrum erstreckt. Er endet nur knapp unter dem praktisch erzielbaren Maximum.

Die gemessene, sehr natürliche Schärfe bestätigt auch der Blick auf das ISO-Chart. Aliasing-Artefakte des Bildsensors sind praktisch nicht vorhanden. Den optimalen Schärfepunkt des Objektivs sahen wir übrigens zwischen Blende 3,6 und 4.

Bei der sehr gleichmäßigen Farbauflösung gibt es nichts zu bemängeln. Der Farbpegel ist in der Werkseinstellung nicht übertrieben stark eingestellt.

Die Verzeichnung des Objektives ist dagegen relativ stark, was in Anbetracht des mächtigen Weitwinkels jedoch immer noch als sehr gut einzustufen ist.

Die Farbgebung in der Werkseinstellung ist ziemlich neutral, wobei unsere lila Rose eher rosa wiedergegeben wurde.

Bei wenig Licht zeigt die XF300 zwar kein schlechtes Bild, wird jedoch von vielen aktuellen Consumer-Kameras oder auch von Sonys EX1 mit 1/2-Zoll Chip deutlich übertrumpft.

Auch beim „optimierten“ Low-Light-Test legt die XF300 zwar ein sehr helles, jedoch auch deutlich verrauschtes Low-Light-Verhalten an den Tag.

Unser „optimiertes“ Testbild haben wir übrigens mit 18 dB Gain aufgenommen. Die Kamera kann zwar sogar 33 dB Gain zuschalten aber das Rauschen macht diese Option unserer Meinung nach praktisch unbrauchbar.

Die nächste schaltbare Gainstufe liegt dagegen bei 21dB, die auch in der Praxis einsetzbar ist. Das Rauschen bei 21 dB gegenüber 18dB ist jedoch noch viel grobkörniger. Die Kamera macht faktisch einen Schärfesprung zwischen diesen zwei Einstellungen.

Summa-Summarum: Schwachlicht ist trotz F1,6-Objektiv keine echte Stärke der neuen Canon XF300.
Sehr ausgeglichen ist dagegen der Ton: Das eingebaute Mikrofon rauscht wenig und liefert einen sehr gleichmäßigen Verlauf mit praktisch nicht beschnittenen Höhen.



















