Rolling Shutter

Einen weiteren Minuspunkt müssen wir auch noch ansprechen: Das auffällige Rolling Shutter Verhalten der 5D Mark 4. Während die neue 1D X Mk2 hier mit bemerkenswerten Werten um die 15 ms von sich reden macht, würden wir die Auslesezeit der 5D Mark 4 in 4K eher im Bereich von ca. 30 ms verorten. Sie landet damit fast schon mit einer Sony Alpha 6300/6500 in einem Topf, die sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert.




Auf der guten Seite…

Doch nun genug sinniert und gegrübelt, die Canon 5D Mark 4 hat auch ein paar richtig gute Seiten. Zuerst sei einmal der praktische Einsatz erwähnt: Wer fertiges 8-Bit 4K Material aus der Kamera ohne große Nachbearbeitung wünscht, kommt mit der 5D Mk4 schnell zu ansehnlichen Ergebnissen. Die typischen Canon-Farben wirken sehr natürlich und liefern schon out-of-the-box sehr stimmige Bilder. Zum von vornherein richtigen manuellen Belichten steht auch im Videomodus ein Live-Histogramm zur Verfügung. Dieses zeigt jedoch nur die Luma-Werte an. Für die Wiedergabe gibt es dazu ein weitaus aussagekräftigeres RGB-Histogramm, mit dem sich auch zuverlässig feststellen lässt, ob ein einzelner Farbkanal clippt. Dies ist gerade bei der 8 Bit Aufzeichnung nicht unwichtig. Geht man allerdings den klassischen Umweg über den Fotomodus, um ein Testbild der Szenerie zu schießen, um anschließend das RGB-Histogramm zur Analyse zu betrachten, so funktioniert dieser Workaround bei der 5D Mk4 nicht richtig. Nämlich weil sich der Ausschnitt der Szene ja im Vollformat-Foto-Modus verändert.




Dual Pixel Autofokus

Es gibt zwar kein Peaking, jedoch funktioniert die Sucherlupe ausgesprochen gut. Während der größte 4K-Konkurrent Sony hier patzt, zeigt Canon wie man in 4K tatsächlich zuverlässig fokussieren kann. Die Lupe ist dabei zwischen 1x, 2x, 4x, 8x und 10x einstellbar und bietet immer ein flüssiges Vorschaubild bei absolut korrekter Pixelvorschau. Gleichzeitig weiß auch ein weiteres mal der zuverlässige und sanftmütige Dual Pixel Autofokus zu begeistern. Mit dem Touchscreen der 5D kommt hier tatsächlich als pragmatischer Nutzen hinzu, dass sich die Schärfepunkte einfach per Touch bestimmen lassen. Die Autofokus Parameter wie Nachfolge-Reaktionszeit und Abfahrgeschwindigkeit lassen sich im Menü zusätzlich anpassen. Wir werden übrigens noch einen separaten Artikel zum Thema Dual Pixel AF an der 5D Mk4 veröffentlichen (inklusive Videoaufnahmen).



Auch die Verarbeitung und die Akkulaufzeit fallen sehr solide aus. Der Akku stand bei uns locker zwei Stunden Filmarbeit durch und war danach immer noch nicht voll entleert. Schön ist auch, dass Canon immer noch die gleichen Akkus der letzten 5D verwendet, was Umsteiger mit einer großen Akku-Sammlung zu schätzen wissen. Auch wer teure, weil eben sehr schnelle CF-Karten gesammelt hat, kann diese dank noch vorhandenem CF-Kartenslot weiter nutzen. Alternativ steht auch noch ein SD-Karten-Slot zur Verfügung.



Canon EOS 5D Mark IV - 4K für 4K : cardslots


Wir hätten uns dennoch auch mindestens einen CFast-Karten-Slot gewünscht. Magic Lantern könnte mit CFast wahrhaft wunderbare RAW-Auflösungen ermöglichen, die leider bei SDXC + CF schon von vornherein ausgeschlossen sind.



Apropos: Die Clip-Aufzeichnung erfolgt in 4K ausschließlich in der sogenannten Cine4K-Auflösung mit 4096 x 2160 Pixeln in MJPEG. Bei der Wiedergabe auf “üblichen” 4K/UHD-Fernsehern mit 3840 Horizontalpixeln müssen die Clips also entweder rechts und links etwas abgeschnitten werden oder man entscheidet sich für eine 17:9 Skalierung mit schmalen Balken über und unter dem Bild bei gleichzeitigem Verzicht auf eine pixelnative 1:1 Pixelwiedergabe. An 4K-Frameraten werden 23,98p (NTSC), 24p (NTSC und PAL), 25p (PAL) und 29,97p (NTSC) unterstützt. In HD sind bis zu 60p, bei 720 Zeilen bis zu 120p möglich.



In 4K erfolgt die 8 Bit-Aufnahme mit 4:2:2 Chroma-Subsampling, was prinzipiell besser ist als die typischen internen 8 Bit h.264 4:2:0 Codecs der Konkurrenz. Bei einem 1:1 Sensor-Readout macht eine 4:2:2 Aufzeichnung jedoch nur sehr bedingt Sinn, da ein RGGB-Bayer-Pattern Sensor die zusätzlichen Chroma-Daten theoretisch bei einem 1:1 Readout gar nicht liefern kann.



Einen externen Recorder kann man nur für FullHD-Aufzeichnung nutzen. Denn die 4K-Auflösungen können nicht über HDMI ausgegeben werden. Und für die interne MJPEG Aufzeichnung sollte man große Speicherkarten einplanen. Denn mit rund 70MB/s Datenrate fallen pro Minute aufgezeichnetes Video über 4 GB Daten an. Gut gefällt uns dabei immerhin, dass die Kamera schon beim Einstellen des Videoformates im Menü die für die Karte verbleibende Aufnahmedauer "live" anzeigt.






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