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Test : 7toX XML-Konvertierungstool für Final Cut Pro 7 nach Final Cut Pro X

von Mi, 22.Februar 2012


Philip Hodgetts Firma Intelligent Assistance hat nach der Bereitstellung eines kostenpflichtigen Final Cut Pro X nach Final Cut Pro 7 Konvertierungstool nun auch einen XML-Konvertierer für die andere Richtung, also für Final Cut Pro 7 Projekte nach Final Cut Pro X mit Namen 7toX herausgebracht. Wir hatten Gelegenheit das neue Final Cut XML Konvertierungstool zu testen – hier ist unsere Einschätzung …



Mit der Vorstellung von Final Cut Pro X hat Apple einen radikalen Schnitt mit der Vorgänger-Version Final Cut Pro 7 vollzogen. Wer auch nur minimal mit Videoschnitt zu tun hat, dürfte die Debatte der letzten Monate rund um Final Cut Pro X wahrgenommen haben. Eines der wichtigeren Argumente gegen Final Cut Pro X stellt dessen Unfähigkeit dar, Projekte von Final Cut Pro 7 zu öffnen. Dass ältere Software nicht Projektfiles von neueren Softwareversionen öffnen kann, ist meist verständlich – dass jedoch eine neue Version nicht alte Projekte lesen kann, steht jedoch für einen sehr radikalen Wechsel. De Facto hat man es mit einer völlig neuen Software zu tun.

Mit dem letzten Update von Final Cut Pro X auf die Version 10.0.3, bei dem Apple eine Reihe wichtiger Funktionen nachlieferte, findet sich nun auch eine aktualisierte XML-Version (1.1), mit der sich Projektdaten einfacher zwischen unterschiedlicher Software austauschen lassen.

Hierauf aufbauend hat das Team um Philip Hodgetts von Intelligent Assistance seinen neuen XML-Konverter 7toX entwickelt, mit dem sich in XML ausgespielte Projekte aus Final Cut Pro 7 in Final Cut Pro X-konformes XML wandeln lassen.

Auf Grund der völlig unterschiedlichen Schnittphilosophien (Timeline vs primäre Storyline, Bins vs Smart Collections, Multitrack vs Roles etc.) von Final Cut Pro 7 und Final Cut Pro X nicht gerade eine triviale Aufgabe.

Wir vermuten, dass es eine 100%ige Konvertierung von Final Cut Pro 7 nach Final Cut Pro X auf Grund der hier genannten, völlig verschiedenen Bedienkonzepte nicht geben kann – eine Annäherung hingegen schon. Wer mit diesem Verständnis an den 7toX XML-Konverter herangeht, dürfte eine realistischere Einschätzung von dessen Möglichkeiten erhalten.

7toX ausführliche Infos auf der Webseite des Entwicklers



Die Macher von 7toX haben jedenfalls bestmögliche Voraussetzungen geschaffen, um eine Einschätzung des 7toX Konvertierers zu erleichtern: Nicht nur findet sich eine recht ausführliche Beschreibung dessen, was dieser XML-Konverter leistet (und was nicht), sie gewähren auch eine Rücktrittsversicherung: Wer mit dem Kauf der Euro 7,99 teuren Software im Mac App Store unzufrieden ist, kann diese Deaktivieren und erhält sein Geld zurück, wenn er den Machern kurz erklärt, was er oder sie erwartet hat und nicht eingelöst wurde: Ein fairer Deal wie wir meinen – doch nun zum eigentlichen Test:

Final Cut Pro 7 Timeline fertig für den XML-Export



Wir haben zwei unterschiedliche Projekte für die Konvertierung von Final Cut Pro 7 nach Final Cut Pro X ausgesucht: Zum einen ein recht einfaches Interview-Clip Projekt, das vor allem aus harten Schnitten, Zwischen- und Untertiteln aus Photoshop-Typo besteht sowie ein eher komplexes Imagevideo, in dem mit Splitscreens, diversen Farbkorrekturen, reichlich Typo-Layern und vielfachen Soundspuren gearbeitet wurde.

Mit der 1.0 Version des 7toX Konverters liess sich seltsamer Weise das komplexere Projekt problemlos in den Konverter einlesen und das einfachere überhaupt nicht. Mit dem während des Tests erschienenen Update von 7toX auf 1.0.1 lassen sich nun beide Final Cut Pro 7 XML-Files in den Konverter laden und konvertieren.

Um es dem Konverter so einfach wie möglich zu machen, sind wir wie folgt vorgegangen:

Zunächst haben wir das entsprechende Final Cut Pro 7 Projekt in Final Cut Pro 7 geöffnet und mit Hilfe des Medienmanagers inklusiver aller zugehörigen Medien in einem eigenen, neuen Ordner gespeichert.



Von hier wurde nun das Projekt aufgerufen und ein XML-Export (XML Version 5) ausgeführt.



Dieses XML-File wurde dann in den 7toX Konverter geladen und nach der Konvertierung Final Cut Pro X-konform gespeichert und anschließend in Final Cut Pro X geöffnet.



Eine 100% Konvertierung hat bei unseren Testprojekten nicht stattgefunden – aber die wichtigsten Eckdaten der Videoprojekte aus Final Cut Pro 7 wurden korrekt übertragen.

Final Cut Pro X Timeline mit konvertiertem Projekt aus Final Cut Pro 7



Mit etwas manueller Nacharbeit lassen sich somit Final Cut Pro 7 Projekte ohne all zu grossen Aufwand nach Final Cut Pro X übertragen. Man sollte jedoch immer mal einen Blick auf die Bugfix Liste von 7toX werfen.

Was uns bei unserem Kurztest vor allem auffiel:


- fehlerfreie Konvertierung der In- und Outs der Video- und Audioclips auf der Timeline
- korrekte TC-Positionierung von zusätzlichem Material wie Photoshopebenen, JPGs etc.
- korrekte Skalierungswerte von 1080 50i Videoclips bei Splitscreenmaterial
- fehlende Auswahl der unterschiedlichen Photoshop-Ebenen (dafür korrekte Platzhalter die ersetzt werden können)
- fehlende Übertragung von Farbkorrekturwerten
- fehlende Übertragung von Schriftgeneratorformatierungen und Animationen
- fehlende Übertragung von Farbwerten von Farbgeneratoren



Im Fall unserer beiden Beispielprojekte würden wir uns für eine Bearbeitung in Final Cut Pro X wie folgt entscheiden: Das weniger komplexe Projekt mit den harten Schnitten lässt sich verhältnismäßig schnell in Final Cut Pro X nachbauen. Hierfür lohnt sich der Einsatz des 7toX Konverters kaum. Anders sieht es bei unserem komplexeren Imageclip-Beispiel aus. Hier würde das Nachbauen in Final Cut Pro X zeitaufwendiger sein als die manuelle Korrektur der fehlerhaft übertragenen Medien. In diesem Fall würden wir ohne zu zögern zum 7toX Konverter greifen und manuell etwas nacharbeiten.


Fazit

Unterm Strich eine Empfehlung mit Einschränkung: Der 7toX Konverter kann durchaus Zeit sparen, wenn man, wie in unserem Beispiel, im manuellen Nachgang die Konvertierungsfehler noch etwas korrigiert – die knappen 8 Euro ist das Programm dann auf jeden Fall wert. Am besten also für den eigenen Workflow ausprobieren und bei Nichtgefallen die Entwickler beim Wort nehmen und die Software zurücktauschen.


  

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