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Ratgeber : Der optimale PC für den Videoschnitt - Teil 1: CPU, Mainboard und RAM

von Mi, 26.Juni 2013 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Die CPU
  Das Mainboard
  Das Kurzzeitgedächtnis: RAM



Das Kurzzeitgedächtnis: RAM


Das "Kurzzeitgedächtnis" des Rechners ist natürlich auch zentral für die Leistung eines Rechners und ein potentieller Flaschenhals, falls zuwenig Speicher vorhanden ist. Dann müssen Daten nämlich auf Festplatte ausgelagert werden und das verlangsamt alle weitere Operationen mit ihnen beträchtlich (auch wenn das auf SSD geschieht: das interne RAM ist viel schneller angebunden an die CPU als eine Festspeicherplatte). Und da heutzutage die Preise für viel RAM sehr erschwinglich geworden sind, sollte man schon mindestens 8 GB RAM nutzen,16 GB sind noch besser - mehr RAM bringt nur etwas, wenn man mit Applikationen arbeitet, die auch was damit anfangen können (wie z.B. Adobe After Effects). Will man später evtl sein RAM weiter ausbauen, sollte man möglichst wenige Steckplätze belegen indem man große Speicherriegel kauft: es gibt z.b. 16 GB RAM als 2 x 8 GB oder auch als 4 x 4 GB - womit bei vielen Boards alle Steckplätze belegt wären und kein RAM mehr hinzugefügt werden kann ohne das alte zu entfernen.

Achtung aber auf die verwendete Windows (7) Version: nur Home Basic unterstützt maximal 8 GB, Home Premium maximal 16 GB (64-Bit sollte die Windows Version auf jeden Fall sein)! Per Windows Taskmanager kann gut geprüft werden, wieviel Speicher aktuell während bestimmter Berechnungen in Anspruch genommen wird. Grundsätzlich: je mehr CPU-Kerne ein System hat, desto mehr Speicher braucht es.

Eine gute Faustregel für alle Programme ist: pro CPU-Kern sollten 2-3 GB RAM zur Verfügung stehen. Adobe After Effects etwa nutzt das Extra-RAM (gerade bei vielen CPU-Kernen) - bei 10 Kernen für Multiprozessor Previews/Rendering werden zusätzlich zum RAM für OS, AFX Vordergrund und andere Software (1/3 des RAMs) zB 30 GB benötigt - wenn pro Kern 2GB (besser wären 3 GB) pro Backgroundprozess zugewiesen werden.



Kurz: je mehr RAM desto besser, je kleiner der CL Wert, desto besser, je höher taktbar desto besser, und je weniger Riegel (je mehr Speicherplatz auf einem Speicherriegel desto weniger RAM Steckplätze werden belegt) desto erweiterbarer ist das RAM in Zukunft noch. Aber: höher taktbare RAMs und welche mit niedrigen Latenzzeiten sind zwar schneller, aber bringen bestenfalls einige Prozentpunkte Leistung mehr.

RAM-Typen
(die RAM-Bennenung spiegelt ihre maximale Geschwindigkeit wieder)
DDR3-1333 = 10,6 GB/sGB/s im Glossar erklärt = PC3-10600
DDR3-1600 = 12,8 GB/sGB/s im Glossar erklärt = PC3-12800
DDR3-1866 =14,9 GB/sGB/s im Glossar erklärt = PC3-14900


RAMs mit Blechdeckel sind meist übertaktet : sie sind zwar (potentiell) schneller, können aber zu Problemen führen. Zur einer Steigerung der Geschwindigkeit trägt auch der Dual Channel Mode durch schnellere parallelen Datentransfer bei, dazu müssen allerdings die RAM Bausteine in Paaren eingesteckt werden.

Extreme Memory Profiles (XMP) dienen zum einfacheren Übertackten des Speichers und enthält Informationen die das BIOS nutzen kann, um korrekte Speicherwerte einzustellen. Aktuell ist die Version XMP 1.3 – nur mit ihr funktioniert das automatische Speicherdaten einlesen mit der Haswell CPU. Zur Steigerung der Zuverlässigkeit empfiehlt es sich RAM von Markenherstellern zu kaufen.

Hier noch eine Aussage von Adobe bezüglich der Speicheranforderungen von Premiere CC:"Dank der nativen 64-Bit-Unterstützung von Premiere Pro kommt der gesamte RAM-Speicher Ihres Systems zum Einsatz. Bei Mehrkern-Systemen empfiehlt Adobe mindestens 4 GB RAM pro Prozessorkern. Durch Erweitern der RAM-Kapazität profitieren Anwender auf allen Systemen von deutlicher Performance-Steigerung. Wenn Sie mehrere Applikationen gleichzeitig ausführen möchten, empfiehlt Adobe ein System mit mindestens 16 GB RAM. " - In Adobe Premiere hängt z.B. die Encodingzeit für MPEG-2MPEG-2 im Glossar erklärt stark vom RAM ab: bei Tests sank die benötigte Zeit für die Komprimierung von Video um 40% bei der Verwendung von 16 statt 8 GB.

Der RAM-Bedarf steigt bei Nutzung von zusätzlichen Plugins und besonders bei Nutzung des Dynamic Link Features in Adobe Produkten weiter an, da dann andere Programme parallel arbeiten. In After Effects spielt die zur Verfügung stehende Anzahl von RAM eine besonders große Rolle.

Avid empfiehlt für den Media Composer 7 (je nach Nutzung der diversen Features) 16GB+ für anspruchsvolle Anwendungszenarien.


Im zweiten Teil behandeln wir die Grafikkarte. Verbesserungsvorschläge oder weitere Tips bitte im Thread posten!

Das Mainboard


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Die CPU
Das Mainboard
Das Kurzzeitgedächtnis: RAM
  

[140 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
mannamanna    21:51 am 19.7.2013
@novomotion: Danke, gut gesagt. manama
dienstag_01    21:30 am 19.7.2013
Mit dem Auto Color Effekt in PPro habe ich es ja schon geschafft, aber nur gerade so ;) Und das ist kein CUDA-Effekt. Und beim Rendern werden dann wieder nur ca. 3 GB genutzt...weiterlesen
holger_p    20:53 am 19.7.2013
Mit Hilfe des einen oder anderen Plugins sollte es kein Problem sein, nur mit Videoschnitt die 8GB Ram zu füllen. Für die RAW-Junkies sind schon jetzt 8GB garantiert zu wenig...weiterlesen
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