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News : Eine für Alle(s)? - Panasonic stellt DC-BGH1 Cine-/ Streaming-/ Broadcast-/ Studio MFT-Boxkamera vor

von Di, 13.Oktober 2020


Mit der DC-BGH1 will Panasonic seine bewährte Lumix GH5s-Kameratechnik in neue Märkte bringen. Hierfür verpackt Panasonic sein Spitzenmodell für Filmer in ein besonders kompaktes Gehäuse (93 × 93 x 78 mm, 545 Gramm), weshalb kein eigenes Display oder ein digitaler Sucher mehr zu finden sind. Dafür gibt es eine Vielzahl an neuen Anschlüssen, welche die Einsatzmöglichkeiten der DC-BGH1 deutlich erweitern.

Die Panasonic DC-BGH1



Mehr professionelle Anschlüsse als die GH5s

Neben HDMI können nun auch ein 3G-SDI sowie ein Ethernet-Anschluss genutzt werden, um Videosignale aus dem Gehäuse zu leiten. Es ist dabei möglich, das Signal gleichzeitig über SDI und HDMI auszugeben, wobei der SDI-Ausgang nach dem 3G-Standard auf 1080p60 in 16:9 limitiert ist. Dabei erfolgt die Ausgabe in 10 Bit 4:2:2. Dies gilt auch für den HDMI-Ausgang, der bis zu 2160p60 in 10 Bit 4:2:2 unterstützt. Aufgezeichnet wird über zwei interne SD-Slots, die auch die üblichen Schreib-Strategien bieten (u.a Relay oder Backup).

Der Ethernet-Anschluss unterstützt PowerOverEthernet+ (PoE+), bei dem die Kamera ihren Strom direkt über das Ethernet Kabel beziehen kann. Mit nur einem Anschlusskabel kann die Kamera so über einen zentralen Router in ein festes Netzwerk integriert werden.

Neben einem BNC-Timecode In/Out Anschluss findet sich auch ein BNC-Genlock-Input, um zwischen Kameras wirklich an den Framewechseln exakt umschalten zu können. Für den Einsatz als Studiokamera wurden auch zwei gut sichtbare Tally-LEDs in das Gehäuse integriert.

Die Anschlüsse der Panasonic DC-BGH1



Wer die Funktionen der Kamera fernsteuern will, kann dies über LAN oder USB bewerkstelligen. Schon ab morgen will Panasonic hierfür sogar ein eigenes SDK bereitstellen. Gleichzeitig hat Panasonic "Lumix Tether for Multicam" im Zusammenspiel mit der DC-BGH1 gezeigt, womit sich von einem einfachen PC bis zu 12 Kameras fernsteuern lassen. Im Idealfall sind diese über einziges PoE+Kabel an einen Router angeschlossen.

MFT mit V-Log L

Als Sensor kommt der native IMX294 DualISO C4K-MFT Sensor der GH5s bzw. der Blackmagic Pocket 4K zum Einsatz. V-Log L mit 13 Blendenstufen ist ohne Aufpreis freigeschaltet. Auch die internen Aufzeichnungsformate erinnern praktisch 1:1 an die GH5s. Kurz zusammengefasst funktionieren hier 10 Bit 4:2:2 immer bis 30p, mit 50 oder 60p in 4K schraubt die Kamera auf 4:2:0 zurück. In HD sind ebenfalls 1080p60 mit 4:2:2 möglich. Dazu gibt es in FHD noch Slowmotion bis 240p.

Für szenische Cinemascope-Anwendungen wurden auch die anamorphotischen Aufnahmemöglichkeiten der GH5s übernommen. Die Display-Entzerrung funktioniert hier über HDMI und SDI mit den Faktoren 1.30x, 1.33x, 1.50x, 1.8x, oder 2.0x. Für Social Media Produktionen kann die Monitorvorschau dazu jetzt auch vertikale Frameguides einblenden.

Kopfhörer und Mikrofon werden nur als Miniklinke implementiert, allerdings findet der optionale, externe XLR-Adapter DMX-XLR1 ebenfalls Anschluss an die DC-BGH1:



Der Autofokus soll gegenüber der GH5s noch einmal spürbar verbessert worden sein. Bei der Pressevorführung sagte Panasonic, dass man noch in Prüfung sein, ob man diese Verbesserungen auch auf die GH5s portieren kann. Ebenso prüft man noch die RAW-Ausgabe an externe Recoder wie den Atomos Ninja V.

Für wen?

Vom Formatfaktor erinnert die DC-BGH1 an die Z-Cams, jedoch gehen die möglichen Einsatzgebiet der neuen Panasonic weit über szenische Arbeit hinaus. Die DC-BGH1 kann tatsächlich überall Verwendung finden: im Studiobereich Dank der IP-Möglichkeiten und des SDKs, aber auch Broadcast-, Cine- oder Vlogging-Anwendungen werden zu einem großen Teil abgedeckt. Gegenüber der GH5s ist die BGH1 um 35 Gramm leichter geworden und läßt sich Dank des Formfaktors sicherlich besser als eine GH5s unter einer Drohne verwenden.

Allerdings ist bei der neuen Kamera der Sensor nicht beweglich gelagert, sodaß man sich je nach Einsatz-Szenario nicht nur um eine externe Vorschau, sondern auch um eine Stabilisierung kümmern muss.

Vor allem jene Anwender, die mehr als einen der erwähnten Anwendungsfälle mit einem einzigen Gerät abdecken möchten, dürften die DC-BGH1 spannend finden.

Die Panasonic DC-BGH1 soll ab November ausgeliefert werden und 2.046 Euro (inkl. 16% USt.) kosten.



  

[23 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
roki100    06:54 am 19.10.2020
Der unterschied ist nur, dass die BGH1 für Broadcast, Streaming, Steuerung per LAN usw. konstruiert ist, das ist der eine Teil. Und der andere Teil ist quasi eine GH5s... all this...weiterlesen
Jott    06:09 am 19.10.2020
Kurz: professioneller! :-) Im Ernst: da wird seit geraumer Zeit von China-Würfelcams geschwärmt - jetzt gibt’s so was von einem A-Hersteller mit bewährten Innereien, und...weiterlesen
hellcow    01:16 am 19.10.2020
Mehr Kabel gewirr Mehr fehlerquellen Komplexere Bedienung 👌
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update am 23.November 2020 - 14:18
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