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News : After Effects CC 2015 bald mit GPU-Compositing?

von Do, 26.Februar 2015


Wir haben ein paar Soft Facts zusammengetragen, die darauf hindeuten, dass After Effects in kürze GPU-Effekte unterstützen wird. Also Vorhang auf für etwas fundierte Spekulation...

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass tatsächlich fast das gesamte After Effects Team an einem "Performance-Rewrite" der AFX-Engine arbeitet. Statt neuer Features hat -wie der Name schon vermuten lässt- die Performance des nächsten großen Updates absolute Priorität. Denkt man sich ein bisschen in die Interna des Programms ein und zählt eins und ein zusammen, so kann Adobe mit After Effects eigentlich nur einen Weg gehen, den wir euch hier andeuten wollen...

Manche Anwender sehen After Effects in einer Performance-Sackgasse. So gibt es im Adobe Forum immer wieder unzufriedene Mitglieder, die nach einem Rechner-Update keine spürbare Geschwindigkeitsverbesserung wahrnehmen und dementsprechend laut auf Adobe einhacken. Tatsächlich ist After Effects jedoch eher ein Wunderwerk aus vielen Einzelteilen, die alle verschiedene Flaschenhälse im System besitzen. Je nach Projekt-Art kommt dabei ein anderer Flaschenhals zum tragen. Dies hat jedoch nichts mit schlechtem Programm-Design zu tun sondern vielmehr mit anwenderfreundlichem Denken. Noch heute kann man in After Effects Projekte aus viel früheren Versionen öffnen und findet dazu praktisch alle Effekte so vor, wie man sie damals eingesetzt hat. Diese Kundenfreundlichkeit sorgt natürlich dafür, dass After Effects eine Menge Altlasten mit sich herumträgt, die schwer unter einen Performance-Hut zu bekommen sind. Was die reine Effekt-Berechnung angeht, verlässt sich After Effects immer noch einzig auf die CPU-Rechenleistung, während die Konkurrenz längst schon zu OpenCL oder CUDA gegriffen hat. Der Grund ist offensichtlich: Diese GPUs rechnen bestimmte Algorithmen aktuell ca. 5-10 mal schneller als gleich teure CPUs und lassen sich auf normalen PC-Mainboards relativ günstig zu TFlops-Rechenmonstern kombinieren.

Blickt man zum Bruder Premiere Pro, kann man sich von dieser Leistungsfähigkeit bereits überzeugen. Die dort werkelnde Mercury Engine ist schon länger GPU-fähig und kann selbst mit einer einfachen Mittelklasse-Grafikkarte ruckelfreie 4K-Effekte in Echtzeit wiedergeben.

Da die Plugin-Struktur zwischen Premiere und After Effects in den letzten Jahren angeglichen wurde (Premiere Plugins sind mittlerweile AFX-Plugins mit kleinen Erweiterungen) liegen in Premiere bereits eine Menge AFX-Plugins vor, die auf der GPU laufen können. Doch leider lassen sich nicht alle typischen Effekte sinnvoll mit einer GPU berechnen. Diese stellt nämlich nicht einen "vollen" Befehlssatz wie ein Intel Prozessor zur Verfügung und reagiert z.B. sehr allergisch auf komplexe Verzweigungen. Kurz und vereinfacht formuliert: Wenn ein Effekt-Algorithmus viele Bedingungen für einzelne PixelPixel im Glossar erklärt überprüfen muss und davon abhängig sehr unterschiedlich reagiert, dann ist er nicht sonderlich für eine GPU-Berechnung geeignet. Muss man jedoch für einen speziellen Effekt zur CPU-Berechnung wechseln, bricht die Echtzeitwiedergabe in der Regel komplett ein. In den letzten Jahren Zeit wurden jedoch immer mehr clevere Algorithmen erfunden, um wichtige Effekte schnell auf einer GPU abarbeiten zu können.

Ein konsequenter Weg, den Apple mit Motion anfangs gegangen ist: Interne Effekte, die nicht auf der GPU laufen, kommen erst gar nicht ins Programm. Dies würde jedoch für After Effects bedeuten, alte Zöpfe abzuscheiden und die Kompatibilität zu früheren Versionen zu k(n)icken. In Anbetracht der bestehenden After Effects Infrastruktur trauen wir Adobe einen solch radikalen Schritt nicht zu.

Wahrscheinlicher ist daher, dass man in After Effects (wie bereits in Premiere) einen alternativen GPU-Effekt-Pfad öffnen wird. Dafür müsste "nur" die Mercury Engine aus Premiere in After Effects wandern. Würde man hier etwas neues Entwickeln, dürfte es mit Direct Link sehr schwer werden, darum denken wir es wird eine ähnliche Mercury Engine für After Effects werden (schließlich unterstützt diese ja 32 Bit/Kanal-Farbtiefe). Wie in Premiere wird es dann eine Unterscheidung zwischen GPU-Effekten und alten AFX-CPU-Effekten geben. Und solange man nur GPU Effekte einsetzt, wird AFX in neue Geschwindigkeitswelten vorstoßen. Allerdings wird es bei der ersten Version bei weitem nicht alle AFX-Effekte als GPU Version geben.

Wie kommen wir auf solche Behauptungen? Zuerst ist uns ein Satz in einen Bugreport aufgefallen: Dort heiß es: "In an upcoming version of After Effects—targeted for release this spring—we´ll be preventing this sort of contention for GPU resources so that this problem doesn´t occur." After Effects soll also diesen Frühling 2015 einen eigenen Mechanismus bekommen, der GPU-Ressourcen verteilt. Das riecht förmlich nach einer Mercury Engine.

Dazu äußerte sich Product Manager Tim Kurkoski in einem ForenPosting: "(…) that we are spending a year with the majority of the After Effects team working on nothing but performance." Diese Entscheidung wurde bereits vor über einem Jahr gefällt und dürfte nun schon einen gewissen Reifegrad besitzen.

Gleichzeitig wiegelt Tim Kurkoski in einem weiteren Eintrag zu hohe Erwartungen schon wieder etwas ab:

"I need to temper any expectations that you may be building based on this conversation. We´re laying the groundwork for the future of After Effects, and the first iteration of performance improvements that you see next year might not meet your expectations if we hype it up too much. We plan to share specific detail when we get closer to a public release, but suffice that what we are doing now is absolutely necessary for even better things to come later."

Für uns klingt das alles auf jeden Fall so, dass mit der nächsten Version von After Effects diesen Frühling 2015 die Weichen auf GPU-Compositing gestellt werden könnten. Mit noch wenigen GPU-Effekten aber viel Zukunftspotential...


    

[10 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Bergspetzl    20:36 am 27.2.2015
Apple bewegt sich sehr richtung black magic und umgekehrt. die bm homepage ist ja ein riesen pr zirkus für den neuen imer gewesen zb...
Rick SSon    12:46 am 27.2.2015
Apple und Adobe bewegen sich schon seit einiger Zeit auseinander - siehe Flash. Man könnte meinen, dass alte Feindschaften nach Steve evtl. beigelegt würden, aber scheint...weiterlesen
Fellerki    07:30 am 27.2.2015
Ich hoffe auch das sich was tut, was aus Sicht von Mac Benutzern auch dringen nötig wäre. Leider sind alle aktuellen MacPros und der iMac 5K extrem langsam mit gewissen Effekten...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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