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Erfahrungsberichte : Seitenwechsel: Vom Regisseur zum Schauspieler

von Do, 10.August 2017 | 7 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Von der Kamera...
  ...vor die Kamera
  Fordernde Szenen im Drehbuch
  War ich gut?
  Kein Rückzugsraum vor der Kamera
  Das Vertrauen zur Regie ist essentiell
  Showdown...
  Was bleibt?



Showdown...



Nachdem ich also einige Lektionen bereits erfahren hatte, stand mir die größte Herausforderung mit der Vergewaltigungsszene noch bevor. Zu meiner Erleichterung war der Kamerawinkel fix und so gewählt, dass wir noch nicht einmal unsere Sachen ausziehen mussten. Und außerdem hat der Regisseur vor allem mir, denn sie verblieb eher passiv in der Szene, die Arbeit erleichtert, indem er sie stark rhythmisiert hat. Ich hatte also zumindest ein bisschen eine Struktur von Handlungsanweisungen, an die ich mich halten konnte. Nichtsdestotrotz blieb es eine Herausforderung, denn es war eine lange Szene mit viel Text, bevor es zur Tat kam, die dann sehr genau rhythmisiert ablaufen sollte, und er wollte sie als Plansequenz drehen.

Foto Claudia Kantner



Dass wir bereits seit 15 Stunden drehten und mir wortwörtlich die Augen zuzufallen begannen, mag der Authentizität unserer Spielweise für die nächtliche Szene, in der ich zudem betrunken sein sollte, zuträglich gewesen sein, allerdings war das ein schmaler Grat. Und so hatte ich auch ernsthafte Schwierigkeiten mich beim ersten Take, der abgebrochen wurde, und zweiten an meinen Text und die komplexen Handlungsabläufe in der richtigen Reihenfolge oder überhaupt zu erinnern. Als dann der zweite Take, der dennoch ganz gut gelaufen war, leider nicht voll aufgezeichnet worden war, weil, entschuldigt bitte, der Penner von Kameraassistent nicht darauf geachtet hat, dass noch genug Platz auf der Speicherkarte war, blieb nur noch Kaffee.

Es war ein heikler Moment: Ich war nahe dran, nicht mehr spielen zu können, es war die entscheidene Szene, das Team wollte nach Hause, bis zu letzten U-Bahn war es nicht mehr lang, und vor allem war es der letzte Drehtag in der Wohnung und der Aufwand, alles noch einmal machen zu müssen, wäre enorm gewesen. Auch das also ein Druck, der sich letztenendes beim Schauspieler sein Ventil sucht. Entweder ich bringe es jetzt, oder alles ist am Arsch. Ich exte zwei Tassen kalten Kaffee, der eigentlich Espresso war, und war dem Herzinfarkt nahe, aber so ging es. Einmal haben wir die Szene dann noch gedreht. Und ich hatte noch genug Koffein im Blut, skeptisch zu bleiben. Das soll es gewesen sein?

Kein Rückzugsraum vor der Kamera / Das Vertrauen zur Regie ist essentiell
Was bleibt?


7 Seiten:
Einleitung / Von der Kamera... / ...vor die Kamera
Fordernde Szenen im Drehbuch
War ich gut?
Kein Rückzugsraum vor der Kamera / Das Vertrauen zur Regie ist essentiell
Showdown...
Was bleibt?
  

[1 Leserkommentar] [Kommentar schreiben]   Letzter Kommentar:
SeenByAlex    13:10 am 12.8.2017
Sehr schön geschriebener und informativer Artikel! Ich kann nur jedem Regisseur empfehlen, sich auch ausführlich mit der Schauspielerei zu beschäftigen, es lohnt sich. Als...weiterlesen
[Kommentar ganz lesen]

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update am 17.August 2019 - 15:15
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