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Berichterstattung : 3D goes Indie auf der Berlinale -- und im Kino (Wenders Pina; The Mortician)

von Do, 24.Februar 2011 | 6 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Pina -- ein neuer Weg, mit Tanz umzugehen
  Herausforderungen beim Dreh, von Strobo bis Polarisation...
  Tanztheater trifft 3D, und es macht Klick...
  Death and depth -- The Mortician

Vor ein paar Wochen ging ein offener Brief von Walter Murch (der sich bekanntlich mit Filmmontage auskennt wie wenig andere) durch das Netz, in dem er nachdrücklich gegen 3D Stellung bezog. Es sei evolutionär nicht vorgesehen, daß menschliche Augen 3D-Bilder wahrnehmen sollen, meint Murch darin unter anderem und zielt dabei auf die Tatsache ab, daß beim Betrachten eines stereoskopischen Bildes die Augen zwar auf die Leinwandebene fokussieren müssen (denn dort liegt schließlich das Bild), jedoch meist auf einer anderen Ebene konvergieren (beim Betrachten von Objekten hinter oder vor der Leinwand). Beim natürlichen Sehen liegen diese Punkte dagegen immer auf der gleichen Ebene. Unbestritten dürfte wohl tatsächlich sein, daß diese "neue" Art zu sehen (die nicht neu ist, da schon vor über hundert Jahren stereoskopische Aufnahmen gemacht wurden, aber das ist ein anderes Thema) ungewohnt ist und somit durchaus ermüdend sein kann.
Aber tatsächlich mußte auch der Blick aus dem Eisenbahnfenster im 19. Jahrhundert erlernt werden: huschen die Objekte doch dabei in unterschiedlicher Geschwindigkeit am Betrachter vorbei, die näherliegenden sind kaum auszumachen, während im Hintergrund die Szenerien langsam vorbeiziehen. Es gilt sozusagen, durch den beschleunigten Nahbereich hindurchzusehen; etwas damals komplett Neues. "Die Geschwindigkeit und Verschiedenheit der Eindrücke ermüden notwenigerweise sowohl das Auge als auch das Gehirn. Die andauernd sich verändernde Entfernung der Gegenstände erfordert eine unablässige Anpassungsarbeit des Apparats, durch den sie scharf auf die Retina eingestellt werden; und die geistige Anstrengung des Gehirns, sie aufzunehmen, ist kaum weniger ermüdend dadurch, daß sie unbewußt geleistet wird" heißt es dazu in einer medizinischen Zeitschrift aus dem Jahre 1862***.
Mag sein, daß mit 3D ein radikalerer Sehumbruch gefordert wird; zu leisten ist er dennoch für die meisten, sofern das 3D-Bild gewisse Regeln beachtet. Und wie beispielsweise Wim Wenders mit PINA -- ein Film, den er ohne 3D nie realisiert hätte -- zeigt, muß der Spaß nicht einmal sonderlich ermüdend sein...

Hier schon mal zur Einstimmung der Trailer (leider in 2D):

PINA - Tanzt, tanzt sonst sind wir verloren - Wim Wenders - 3D - Berlinale




Pina -- ein neuer Weg, mit Tanz umzugehen


6 Seiten:
Einleitung
Pina -- ein neuer Weg, mit Tanz umzugehen
Herausforderungen beim Dreh, von Strobo bis Polarisation...
Tanztheater trifft 3D, und es macht Klick...
Death and depth -- The Mortician
    

[8 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
jogol    13:20 am 3.3.2011
Pina bietet die Chance für Kulturbeflissene, mal 3D im Kino sehen zu können, ohne sich so was wie Camerons Ethnoschlümpfe antun zu müssen. Die Vorlage für "Pina" ist...weiterlesen
Tequila    11:11 am 3.3.2011
@Carsten - Ich bin mehrmals die Woche in Hamburger Kinos und muss leider sagen dass ich da einen ganz anderen Eindruck habe. Von Hamburger Kinobetreibern hört man da auch eher...weiterlesen
carstenkurz    23:25 am 2.3.2011
In den Großstädten wird Pina immer gut besucht sein. Die haben prinzipiell auch kein Problem, ihre Arthousekinos auszulasten, da gibts die Zielgruppe für solche Filme. -...weiterlesen
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