In Amerika hat sich mittlerweile ein Begriff für massenhaft produzierte KI-Clips eingebürgert, die das Internet, bzw. dessen Social Media Kanäle überfluten: "AI Slop", was man wohl frei mit KI-Schund übersetzen darf. Maßgeblich an der Schundproduktion schuld ist OpenAI mit seiner KI-Video-App Sora, die aktuell wohl für den meisten Output verantwortlich ist.
Die zugehörige App erschien am 30. September 2025 erstmals für Apples iOS-Plattform und erreichte trotz eines exklusiven Starts innerhalb einer Woche eine beeindruckende Million Downloads. Bis Halloween wurde die App laut AppFigures vier Millionen Mal heruntergeladen und produziert seitdem täglich Millionen von 10-sekündigen, KI-generierten Videos.
Doch verdient OpenAI mit dieser Killerapplikation auch richtig Geld? Keineswegs, vielmehr ist Sora ein gigantisches Verlustgeschäft. Laut Schätzungen von Forbes und Expertengesprächen dürften alleine die durch Sora generierten Verluste jährlich über 5 Milliarden Dollar liegen, also rund 15 Millionen Dollar pro Tag.

OpenAI selbst lehnt es ab, konkrete Nutzungsdaten oder Kostenschätzungen zu Sora preiszugeben, aber es gibt zahlreiche plausible Ansätze für diese Schätzung. So soll die Generierung eines 10-Sekunden-Videos laut Analyst Deepak Mathivanan von Cantor Fitzgerald etwa 1,3 US-Dollar für GPU-Miete und Strom kosten. Auch AJ Kourabi von SemiAnalysis meint, dieser Wert erscheine „angemessen“. Jedoch könne er für die neuesten und größten KI-Modelle sogar bis zu 3 Dollar betragen.
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Dann stellt sich die Frage, wie viele Videos Nutzer auf Sora erstellen. Konkrete Schätzungen hierzu schwanken stark. Geht man jedoch von den mittlerweile angenommenen 4,5 Millionen Sora-App-Anwendern aus und nimmt man weiters an, dass 25 Prozent von ihnen durchschnittlich 10 Videos pro Tag veröffentlichen, entspräche dies 11,3 Millionen Videos täglich. Multipliziert man diese mit eher konservativ geschätzten 1,30 US-Dollar pro Video, sind das fast 15 Millionen US-Dollar pro Tag oder 5,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr.
Durch die erst einmal kostenlose Nutzung versucht OpenAI natürlich Marktanteile und Sichtbarkeit zu gewinnen – und nimmt dafür hohe Verluste in Kauf. Langfristig gehen Marktbeobachter jedoch davon aus, dass niemand hochqualitative 10 Sekunden Clips unter 1 Dollar anbieten kann, ohne Verluste zu machen. Für höhere Auflösungen und größere Modelle dürfte sich der Selbstkosten-Preis sogar eher noch um ein Vielfaches nach oben bewegen.
OpenAI-CEO Sam Altman gibt zugleich unverhohlen zu, dass es kein Werbemodell gibt, welches die Rechenkosten von Sora decken könnte. Denkbar für die Zukunft wäre jedoch eine Kombination aus Werbung und zahlenden Power-Usern - wie beispielsweise Werbeproduktionen. Was für ein schöner Kreislauf: Werbung für die Werbeproduktion. Auf jeden Fall will man die aktuell quasi kostenlose KI-Videogenerierung schon bald deutlich einschränken.


















