Welche Jobs gehen verloren? Sony will mit KI Hollywood-Filme billiger produzieren

Sony Pictures Entertainment (unter anderem "Once upon a time in Hollywood", "Ghostbusters", "Spider-Man", "Men in Black") ist seit dem Kauf von Columbia eines der großen Filmstudios in Hollwood. Auf einem Investorentreff hat sich dessen CEO Tony Vinciquerra nun als erster Boss eines großen Filmstudios aus der Deckung gewagt und gesagt, wohin die Reise in Zukunft hingeht: Mit der Hilfe von KI soll die Filmproduktion kosteneffizienter gestaltet werden. Dass im Hintergrund tatsächlich bereits Verhandlungen von Filmstudios mit OpenAI laufen, bestätigte Bryan Lourd, der CEO der Creative Artists Agency (CAA), einer der führenden Talentagenturen in Hollywood, gerade in einem Interview.


"Wir sind sehr auf KI fokussiert. Das größte Problem beim Filmemachen sind heute sind die Kosten. Wir werden nach Wegen suchen, wie wir Filme sowohl fürs Kino als auch das Fernsehen effizienter zu produzieren, vor allem mit Hilfe von KI.”



Sony will mit KI Hollywood-Filme billiger produzieren



KI in der Fimproduktion

Diese Entwicklung ließ sich natürlich bereits aufgrund der rasanten Fortschritte der Künstlichen Intelligenz in verschiedenen Bereichen erwarten, die auch die Filmproduktion beeinflussen. Es ist zudem klar, dass der Einsatz von KI zu Jobverlusten in der Filmbranche führen wird. Deswegen stand KI im Zentrum der letzten Auseinandersetzungen zwischen den Filmstudios (in Gestalt der "Alliance of Motion Picture and Television Producers") und den unterschiedlichen Gewerkschaften der im Filmbusiness Tätigen. Letztere versuchen mit aller Kraft - so lange sie dazu aufgrund ihrer Machtposition in der Lage sind - den Einsatz von KI bei der Filmproduktion zu regulieren, um zu verhindern, dass zunehmend Menschen durch Maschinen ersetzt werden.



Möglich wäre der Einsatz von KI auf allen Stufen einer Filmproduktion, angefangen vom Drehbuch über die Preproduction und Design über die eigentliche Produktion bis hin zur Postproduktion. Video-KIs zur vollständigen Generierung von Filmen wären nur eine der Möglichkeiten, KI zu nutzen, und eher noch die aktuell am wenigsten produktionsreife - andere momentan realistischere Anwendungsmöglichkeiten wären virtuelle bzw. DeepFake Schauspieler, Set-, Fashion- oder Charakterdesign per KI, Stimmen (Dubbing) per KI, KI-Styles, -Videofilter und -Hintergründe, per KI erschaffene Statisten, Drehbücher, VFX und vieles mehr.... Gefährdet sind deswegen Jobs in all diesen entsprechenden Bereichen.






Der amerikanische Schauspieler und Filmproduzent Ashton Kutcher, der Zugang zu OpenAIs Video-KI Sora hat, beschreibt das Einsparpotenzial von generativer KI so:

"Warum sollte man den Establishing Shot eines Hauses vor Ort für tausende von Dollar filmen, wenn man das ganze auch für 100 einfach generieren kann?"






Erfolge im Kampf gegen die KI

Der Kampf gegen KI war zuletzt von einigen Erfolgen gekrönt - so konnte die Writers Guild of America (WGA), die Vereinigung der Drehbuchautoren, durchsetzen, dass Autoren oder Produktionen zwar generative (Text-)KIs nutzen, nicht jedoch dazu gezwungen werden dürfen, diese Nutzung aber auch nicht zur Reduzierung von Autoren und deren Bezahlung führen darf. Zudem behielt sich die WGA das Recht vor, dass das Textmaterial der von ihr vertretenen Drehbuchautoren nicht zum Trainieren von KI genutzt werden darf.



Von OpenAIs Sora generierte Videos
Von OpenAIs Sora generierte Videos


Ebenso konnte in Folge die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA eine Vereinbarung erreichen, dass für die Erstellung jeglicher Art von digitaler Nachbildung eines Darstellers oder Hintergrundschauspielers erst dessen Zustimmung eingeholt und eine Entlohnung vereinbart werden muss. Die Filmstudios dagegen hätten solche virtuellen Schauspielerklone gerne frei und ohne deren Zustimmung geklont und eingesetzt.



Dass der Einsatz von KI - neben primär den aktuellen technischen Möglichkeiten und der Qualität der per KI produzierten Bilder - nur durch solche tariflichen Vereinbarungen mit den Kreativ-Gewerkschaften begrenzt wird, bestätigt auch Vinciquerra:



"Die Vereinbarungen, die aus den Streiks des letzten Jahres hervorgegangen sind, und die Vereinbarungen, die aus den IATSE- und Teamsters-Verhandlungen hervorgegangen sind, werden den Rahmen umreissen, was wir mit AI machen können."



Wenn die Vereinbarung am 31. Mai 2026 ausläuft, wird sich im dann neu auszuhandelnden Deal zeigen, wie die Machtverhältnisse sich bis dahin geändert haben.



Von OpenAIs Sora generierte Drohnenaufnahmen
Von OpenAIs Sora generierte Drohnenaufnahmen



Was kann KI in der Filmproduktion machen?

Realistisch ist ein umfassender Einsatz von KI zunächst jedenfalls im Bereich Animationsfilme und vielleicht auch in der gezielten, artifiziellen Verfremdung real gedrehter Bilder per KI-Styletransfer, um einen ganz besonderen Look zu erzeugen oder - noch etwas aufwändiger - die ganze Handlung in eine ganz besondere, per KI erschaffene Welt zu transponieren. Sehr bald werden vermutlich schon einzelne Filmszenen, wie etwa Establishing Shots, per KI generiert werden.



Styletransfer Beispiele
Styletransfer Beispiele


Doch mit KI-basierten Software-Tools kann man natürlich auch Arbeitsschritte automatisieren, ohne dass dies im Resultat visuell deutlich wird. Besonders im VFX-Bereich darf man sich auf größere Workflow-Umbrüche gefasst machen - oder freuen, je nach Perspektive. Das Verjüngen eines Darstellers beispielsweise, was vor 15 Jahren noch eine Mammutaufgabe war, soll Dank KI mittlerweile am Set praktisch in Echtzeit erfolgen können (wenn das System erstmal implementiert wurde).



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