Gerüchte über das drohende Ende des Mac Pro gab es ja schon länger, jetzt hat Apple es gegenüber dem Fachmagazin 9to5Mac offiziell bestätigt: der Mac Pro wird nicht weitergeführt und als Spitzenmodell endgültig vom Mac Studio abgelöst, er ist auch von Apples Website verschwunden.

Vorzeichen
Schon das Fehlen eines lang überfälligen, neuen Mac Pro Modells - der letzte war im Juni 2023 veröffentlicht worden - in der geleakten Apple Roadmap 2026/2027 war ein deutlicher Hinweis auf das bevorstehende Ende, gerade da ein früher geplantes Modellupdate, ein Mac Pro mit M4 Ultra, dort nicht mehr auftauchte.

Zudem war der Mac Pro im Vergleich mit dem Mac Studio inzwischen einfach unattraktiv: so kostet der aktuelle Apple Mac Studio mit M3 Ultra (28 Kerne CPU, 60 GPU Kerne und 32 Neural Engine Kernen und 96 GB Speicher) 4.799 Euro und der Mac Pro mit M2 Ultra (24-CPU-Kerne, 60 GPU-Kerne und 32 Neural Engine Kerne, 64 GB RAM) zuletzt 8.299 Euro.

Die Leistung des Mac Studio in der aktuellen Maximalausstattung mit M3 Ultra und 512 GB Unified Speicher ist tatsächlich Top und in unserem Test Apple Mac Studio mit M3 Ultra im 4K-12K Performancetest mit ARRI, Sony, Canon, Blackmagic belegt er unter anderem in unserem DaVinci Resolve 8K Benchmark den ersten Platz.

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Mac Pro Plus: PCIe-Slots - aber wozu?
Das größte Argument, das für den großen Mac Pro sprach, waren seine PCIe-Erweiterungssteckplätze, die jedoch ihre frühere (zu Intel-Zeiten) Hauptfunktion, den Einsatz neuer bzw. mehrerer Grafikkarten, nicht mehr erfüllten, da diese seit dem Upgrade auf Apple Silicon nicht mehr unterstützt wurden.
Zwar waren die PCIe-Slots für Profis auch praktisch, um I/O-Karten wie z.B. SDI-Capture, 25/100 GbE, RAID-Systeme oder Audio-DSP zu nutzen, aber diese können inzwischen zunehmend auch per Thunderbolt extern genutzt werden. Die Geschwindigkeit von bis zu 120 Gb/s per Thunderbolt 5 reicht für die meisten bisherigen Anwendungen von PCIe Karten - abgesehen von Extra-GPUs - leicht aus.

Das große Gehäuse des Mac Pro war auch praktisch für den Einsatz von vielen Festplatten, aber auch diese können inzwischen über externe RAIDs per Thunderbolt eleganter und flexibler in Workflows eingebunden werden.
Mac Studio löst Mac Pro ab
Ohne diese Vorteile ist der Mac Studio das deutlich attraktivere Modell: extrem leistungsstark, schnelle Schnittstellen zur Anbindung externer Peripheriegeräte und mit seiner kompakten Bauweise und einem Gewicht von unter 4 kg sogar transportabel.
Neue Modelle am Horizont
Laut Roadmap soll dieses Jahr noch eine upgedatete Version des Mac Studio mit M5 Max und dem M5 Ultra erscheinen, der damit endgültig die Rolle des Mac Pro als Apples Highendmodell übernimmt. Diese neue Rolle wird auch unterstrichen durch die Häufigkeit, in der neue Modelle präsentiert werden: seit der erstmaligen Vorstellung des Mac Studio vor drei Jahren hat Apple jetzt schon zwei weitere Generationen auf den Markt gebracht.


















