Mit der Sony Alpha 7R VI geht Sony einen weiteren Schritt in Richtung hybrider Kamera-Alleskönner (hier unser Praxistest der Sony A7R VI mit Fully Stacked 66.8 MP Sensor: Besser und günstiger als A1 II?). So wurde hier der aktuelle Signalprozessor mit einem neuen Vollformat 66,8MP-Sensor verbunden, der auf dem Papier als auch als 10K-Sensor bezeichnet werden könnte, da er eine Foto-Auflösung von 9984 x 6656 Senseln bietet. Doch in keinem Video-Modus wird eine Zeile mit den maximal möglichen 9984 Senseln ausgelesen. Stattdessen bietet die Sony A7 R VI für Filmaufnahmen diverse Crop Modi an, die mit unterschiedlichen visuellen Folgen verbunden sind:
Debayering und Rolling Shutter - Sony Alpha 7R VI
8K Video (7680 x 4320 bis maximal 30p) wird zwar nicht 1:1 aufgezeichnet, jedoch trotzdem mit einem deutlichen 1,21-Cropfaktor bei einem 8,2K Readout leicht oversampled ausgelesen. Der Rolling Shutter beträgt hier 14 Millisekunden. Das Debayering ist in diesem Fall das beste aller verfügbaren Kamera-Modi und es gibt praktisch keine Artefakte zu entdecken:

4K kann die Kamera bei Nutzung der vollen Sensorbreite dagegen mit 24-120p auslesen, fasst dafür aber immer 4 Sensel des Sensors zusammen. Dieser 5K-Readout bei voller Sensorfläche wird anschließend noch auf 4K UHD Auflösung herunter gesamplet (3840 x 2160). Der Rolling Shutter liegt in diesem Fall bei sehr guten 7,4 Millisekunden. Das Debayering ist in diesem immer noch gut, jedoch lassen sich in den unter anderem in Ringen typische 4K-Aliasing-Artefakte erkennen:

Apropos: Im Super 35 Modus kann die Kamera 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auslesen, wobei das Signal in diesem Fall von einem 6,3K-Readout auf 4K UHD herunter gesamplet wird - was einem Crop von 1,58 entspricht. Hier haben wir einen Rolling Shutter von 7,9 Millisekunden gemessen. Das Debayering ist in diesem Fall wieder praktisch tadellos, nur feinste 4K-Details gehen in weicher Unschärfe verloren - ohne Aliasing Artefakte zu provozieren:

Außerdem gibt es auch noch eine Möglichkeit 4K UHD in S35 mit 120p aufzuzeichnen, was dann einem 4,6K Oversampling entspringt und einem Crop von 2,17 entspricht. Die verschlechtert naturgemäß das Debayering wieder ein bisschen:

Erwähnenswert: Es gibt (nur bei 100-120p) zusätzlich die Möglichkeit einen Modus mit "Blickwinkel-Priorität" einzuschalten. Aktiviert man in der Kamera die unscheinbare Funktion "Angle of view priority" (welche per Default deaktiviert ist), so bekommt man bei der Aufzeichnung mehr Blickwinkel im Tausch gegen eine (nicht näher erläuterte) Veränderung der Noise Reduction. Diese "4K Blickwinkel Priorität" sorgt dafür, dass der Crop weiterhin nahe 1 (Fullframe) bzw. 1,5 (S35) gehalten werden kann.
Der heimliche Knaller im Datenblatt ist jedoch der "Dual-Gain" Modus. Bei diesem wird jedes Sensel des Sensors doppelt ausgelesen und zu einem Wert kombiniert, wodurch Sony eine zusätzliche Blendenstufe Dynamik gewinnen will. Dieser Modus hat allerdings auch seinen Preis: Er funktioniert nur in 4K bis 30p und verlängert zugleich die Auslesezeit des Sensors. Bei vollem Sensor-Readout haben wir mit Dual Gain 15,8 Millisekunden gemessen, im S35 Crop sogar 20 Millisekunden.
Das führt uns natürlich direkt zu einem Blick auf die gebotene Dynamik...

















