Nach düsteren Zahlen Actioncam-Gigant GoPro erwägt Verkauf oder Merger

// 16:38 Fr, 15. Mai 2026von

Mit GoPro steht schon wieder ein großer Name in der Kamerawelt zum Verkauf - das Unternehmen mag nicht so traditionsreich und gehoben wie ARRI sein, war dafür lange Zeit jedoch praktisch synonym mit der ActionCam, einer ganz eigenen Produktkategorie. Nach schwächelnden Finanzzahlen in den letzten Jahren wurde nun ein sehr enttäuschender Quartalsbericht vorgelegt - zusammen mit der Ankündigung, dass die Investmentbank Houlihan Lokey als Finanzberater beauftragt wurde, um einen möglichen Verkauf sowie andere strategische Alternativen auszuloten.


Laut Quartalsbericht wurden im ersten Quartal 2026 ca. 313.000 Kameras verkauft, knapp ein Drittel weniger als im Vorjahresquartal, während die Einnahmen um ca. 26% schrumpften auf 99 Millionen. Tatsächlich hatte GoPro im letzten Herst ausnahmsweise keine neue Hero Black vorgestellt, was sich natürlich in ausbleibenden Verkäufen niederschlagen dürfte. Dafür wurde zur NAB im April die neue Mission-Serie angekündigt mit größerem Bildsensor, GP3-Prozessor sowie einem Wechseloptik-Modell. Ganz ausdrücklich sollten neue Produktkategorien erschlossen werden sollen, und zwar am "ultra-premium end of the imaging market".


GoPro Mission Pro 2026, first Hero 2006
GoPro Mission Pro 2026, erste Hero 2006 Actioncam

Doch wie es scheint, versprach man sich intern auch davon nicht ausreichend Wachstum, denn zeitgleich wurden Fühler in Richtung Verteidigungs- und Luft- und Raumfahrtsektor ausgestreckt, um dort neue Marktchancen aufzutreiben. GoPro-Kameras werden schon jetzt in diesen Bereichen eingesetzt, zuletzt etwa im Rahmen der Artemis II Mission mit vier modifizierten Spezialkameras an den Solarpaneelen des Orion-Raumschiffs sowie mehreren Kameras auch an Bord zur Dokumentation des Astronautenalltags.


Laut GoPro kamen daraufhin unaufgefordert mehrere strategische Anfragen, die man nun analysieren lassen wolle, zusammen mit weiteren möglichen Alternativen. CEO und Gründer Nicholas Woodman stehe einem Verkauf des Unternehmens zum Wohle der Aktionäre offen gegenüber.



Bleibt abzuwarten, ob die Geschichte ein ebenso gutes Ende nimmt wie bei ARRI, die mit der Riedel Group nun einen soliden Investor an ihrer Seite haben.


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