Adobe Premiere bekommt einen neuen Farbmodus – er stellt einen komplett neuen Ansatz beim Color-Grading dar und wurde speziell für VideoEditor*innen entwickelt. Farbkorrektur und Look-Entwicklung lassen sich damit stärker in den eigentlichen Schnittprozess integrieren, anstatt nachträglich als separater und technisch anspruchsvoller Arbeitsschritt zu folgen.
Was vor einem Jahr mit dem neuen vereinheitlichten Farb-Management in Premiere inklusive Wide Gamut Farbraum – basierend auf dem Branchenstandard ACEScct – begann, wird im neuen Farbmodus konsequent weitergeführt: ein robuster und kontext-sensitiver Workflow, der ein intuitivesArbeiten ermöglicht, dabei aber gleichzeitig komplette Kontrolle über die Details bietet. (Lumetri wird dadurch als primäres Grading-Tool ersetzt, steht künftig jedoch weiterhin als Effekt zur Verfügung.)
Auf der NAB demonstrierte Adobe Produktmanager Francis Crossman
anschaulich, wie der neue Farbmodus genutzt wird:
Neuer Farbmodus – modular und intuitiv
Der Farbmodus findet sich in Premiere als neuer Workspace mit eigener Benutzeroberfläche, neu gedachten Steuerungen, Head-up-Displays, einem System zur Verwaltung von Color-Grades sowie integrierten Stilen und Modulen. Nicht zuletzt findet sich dort auch eine großflächige Monitor-Vorschau sowie große Thumbnails von den einzelnen Timeline-Clips, deren Look bearbeitet werden soll.

Die Farbkorrektur lässt sich dabei aus Modulen zusammensetzen, die verschiedene Korrekturen ausführen können und meistens aus einer Kombination aus klassischen Parametern bestehen. Über sogenannte Operationen lassen sich einmal vorgenommene Color-Einstellungen von einem Clip leicht auf selbst definierte Clip-Gruppen oder Sequenzen übertragen. Damit erübrigt sich das häufige Kopieren von Effekten oder Arbeiten mit zusätzlichen Ebenen – Farbgestaltung wird zu einem organisierbaren Bestandteil der Timeline, nicht nur ein Effekt auf einzelnen Clips.

Gearbeitet wird beim Grading überwiegend mit bidirektionalen Farbsteuerungen. Damit lassen sich jeweils zwei Parameter in einer Bediengeste verändern: etwa Kontrast und Drehpunkt, Belichtung und Schwarzwert oder Temperatur und Färbung. Während der Anpassung blendet Premiere per HUD-Anzeigen Scopes, numerische Werte und animiertes Feedback in Echtzeit ein, was erfahrenen Anwender*innen eine punktgenaue Kontrolle ermöglicht. Zusätzlich können Anpassungen global oder gezielt in bestimmten Bildbereichen erfolgen, etwa in dunklen oder hellen Zonen.

Praktisch kann man im Farbmodus neben Belichtung, Kontrast und Temperatur auch Korrekturen an Sättigung, Farbbalance, Textur und Schärfe vornehmen. Darüber hinaus gibt es Werkzeuge für selektive Farbveränderungen, etwa zur Anpassung der Sättigung einzelner Farbtöne, zur Farbtonverschiebung oder zur Veränderung der Luminanz bestimmter Farben. Der Farbmodus kann dominierende Bildfarben automatisch hervorheben; alternativ lassen sich Farben per Pipette im RGB-Farbraum auswählen.
Mit dem neuen Farbmodus wird der Weg von einer schnellen Korrektur bis zu einem gezielten Look kürzer und das professionelle Color-Grading in Premiere zugänglicher, visueller und stärker schnittorientiert.
Wer möchte, kann den neuen Grading-Workflow schon jetzt in der aktuellen Beta-Version von Adobe Premiere selbst ausprobieren.
Neue Funktionen in Adobe Premiere April 2026 (Version 26.2)
Natürlich bringt auch die reguläre, neu verfügbare Premiere-Version (26.2) allerlei Neuerungen mit. Zu entdecken gibt es dort etwa eine neue Gruppe an Effekten und Überblendungen, die auf Film Impact basieren, darunter Effekte wie ein neuer Kanal-Weichzeichner, Verlauf und Rauschen sowie die Überblendungen 3D-Spinback und Überschieben.

Mit dem Kanal-Weichzeichner (Channel Blur) lassen sich beispielsweise einzelne Farbkanäle unabhängig voneinander unscharf machen, einschließlich des Alphakanals. Dies ist nützlich für Kompositions- und Farb-Workflows, bei denen die Isolierung von Kanälen dabei helfen kann, Kanten zu verfeinern, Rauschen zu reduzieren oder stilisierte Varianten zu erstellen.
Ebenfalls hinzugekommen ist eine neue „Smooth Option“ für die KI-Objektmaskierung. Hier lässt sich zwischen den Modi Scharf und Glätten wählen, um eine bessere Anpassung an Motiv und Filmmaterial zu erhalten. Zudem ist der Sequenz-Index nun durchsuchbar und das Relinking von Clips wurde deutlich beschleunigt – dank verbessertem Pfad-Tracking und optimierter Suchlogik werden Offline-Medien automatisch schneller wiedergefunden und verknüpft – und das sogar über Laufwerke und Plattformen hinweg.
Eine Auflistung aller Neuerungen in der neuen April-Version von Premiere findet sich hier.
Außerdem neu in den Adobe Video-Tools
Spannende Neuigkeiten gibt es darüber hinaus auch in den anderen Adobe Video-Tools. Die neuen KI-Objektmasken lassen sich jetzt auch in After Effects nutzen und Firefly bietet einen neuen KI-Assistenten, der selbst komplexe Workflows in verschiedenen Apps dank verketteten Arbeitsschritten selbständig durchführen kann.

Frame.io Drive wiederum stellt als „Mounted Storage“ gemeinsam genutzte
Videodaten wie virtuelle, externe Laufwerke im System zur Verfügung – Daten-Laufwerke per Post oder langwierige Downloads hören damit der
Vergangenheit an. Mehr Informationen zu Frame.io Drive finden sich hier >
Dieser Text erscheint im Rahmen einer Adobe Promo-Kampagne auf slashCam.



















