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Wie entferne ich das Knistern und Rauschen aus den LP-Aufnahmen?



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Frage von Riki1979:


Liebe Schallplattenfreaks,

mein Hobby ist das Remastering alter Aufnahmen von Vinyl-Schallplatten - dies mache ich für mich privat.
Doch bei der Digitalisierung meiner beiden neuesten Errungenschaften bekomme ich das Rauschen und die Artefakte nicht weg. Zumindest nicht so, dass die Musik selbst nicht darunter leiden würde (höre beigefügten Auszug "Verrauschte LP"). Das Knistern habe ich mit dem "iZotope RX5 DeClicker" verringert.

Zur Beilage "Knistern.wav":
Leider ist es mir nicht gelungen, dieses Knistern zu entfernen bzw. zu eliminieren.
Gehört habe ich es aber schon bei der Überspielung, also liegt es an der Schallplatte selbst.
Bevor ich eine LP restauriere, reinige ich sie mittels meiner "Knosti Disco Antistat" und der dazu gehörigen Flüssigkeit, letztere habe ich vor Kurzem erneuert.

Meine Ausrüstung:
Plattenspieler "Technics SL-BD20" mit neuer Nadel, per Cinch verbunden mit einem Vorverstärker "ART DJ Pre 2" (mit eingeschaltetem LowCut-Filter).
Jener Vorverstärker ist mit per Cinch mit einer externen Soundkarte "Behringer U-Control UCA222" verbunden, diese widerum per USB mit meinem PC.

Zur Aufnahme benutze ich iZotope RX7, zur Restauration Adobe Audition 2021.
Für die Filterung des Knisterns verwende ich den iZotope RX5-DeClicker.

Um das Rauschen zu verringern bzw. zu entfernen, verwende ich entweder die in Audition integrierte "Störgeräuschminderung" oder aber "Waves X-Noise".
Bei den meisten Platten ist mir das bisher auch gut gelungen, nur bei diesen beiden nicht.

Hier einige Infos zur Beilage "Verrauschte LP":

Format : Wave
Dateigröße : 8,78 MiB
Dauer : 52s 160 ms
Modus der Gesamtbitrate : konstant
Gesamte Bitrate : 1 412 kb/s

Audio
Format : PCM
Format-Einstellungen : Little / Signed
Codec-ID : 1
Dauer : 52s 160 ms
Bitraten-Modus : konstant
Bitrate : 1 411,2 kb/s
Kanäle : 2 Kanäle
Samplingrate : 44,1 kHz
Bit depth : 16 bits
Stream-Größe : 8,77 MiB (100%)

Und hier zur Beilage "Knistern":

Allgemein
Vollständiger Name : E:\Frage an Tonstudio\Knistern.wav
Format : Wave
Dateigröße : 2,14 MiB
Dauer : 12s 690 ms
Modus der Gesamtbitrate : konstant
Gesamte Bitrate : 1 415 kb/s

Audio
Format : PCM
Format-Einstellungen : Little / Signed
Codec-ID : 1
Dauer : 12s 690 ms
Bitraten-Modus : konstant
Bitrate : 1 411,2 kb/s
Kanäle : 2 Kanäle
Samplingrate : 44,1 kHz
Bit depth : 16 bits
Stream-Größe : 2,13 MiB (100%)

Wie würdet Ihr diese Aufnahmen beim Remastering behandeln?
Sollte ich eventuell gleich von vorne herein mit anderen Einstellungen aufnehmen (Samplingrate, Format, Bitrate, Bittiefe etc...)?
Welche Parameter könnte man bei den von mir verwendeten Plugins wie einstellen?
Gibt es noch irgendwelche anderen Filter und/oder PlugIns, mit denen ich als Heimanwender das bestmögliche Ergebnis erzielen kann (z.B. DeRumbler etc...)?
Wenn ja: Welche Parameter wären hier empfehlenswert?
Bräuchte ich eventuell ein anderes Audio-Interface?

Wofür müsste ich sonst noch sorgen, um ein lupenreines Ergebnis zu bekommen, ohne dass das Nutzsignal leidet?

Für Eure Mühe bedanke ich mich im Voraus und verbleibe

mit freundlichem Gruß:

Ricardo!

PS:
Jetzt habe ich mich erst einmal nach den Empfehlungen eines Mastering-Tonstudios gerichtet und die Datei in 96000 Hz 32bit (float) aufgenommen:
https://grammophonclub.de/schallplatten-mastern/



Antwort von SamSuffy:

Entrauschen in Audition mit "Rauschminderung (Prozess)" funktioniert hier sehr gut, da du ja meißt vor jedem Track auf Vinyl ein paar Sekunden "Stille" hast, die das Grundrauschen dieser Vinyl enthält und somit dann recht einfach herausgerechnet werden kann.

Ergebnis wäre dann die angehängte Datei.

Dein Knacksen kommt sehr wahrscheinlich auch auf der ganzen Vinyl vor, auch hier suchst du eine Stelle in welcher man nur dieses Knacksenhört und nimmst dies als Basis für die "Rauschminderung" hier habe ich aber kein Beispiel, da dein Beispiel leider kein reines Knacksen enthält.
Verrauschte LP_entrauscht.wav



Antwort von Riki1979:

SamSuffy hat geschrieben:
Entrauschen in Audition mit "Rauschminderung (Prozess)" funktioniert hier sehr gut, da du ja meißt vor jedem Track auf Vinyl ein paar Sekunden "Stille" hast, die das Grundrauschen dieser Vinyl enthält und somit dann recht einfach herausgerechnet werden kann.

Ergebnis wäre dann die angehängte Datei.

Dein Knacksen kommt sehr wahrscheinlich auch auf der ganzen Vinyl vor, auch hier suchst du eine Stelle in welcher man nur dieses Knacksenhört und nimmst dies als Basis für die "Rauschminderung" hier habe ich aber kein Beispiel, da dein Beispiel leider kein reines Knacksen enthält.

Verrauschte LP_entrauscht.wav
Nun ja, dieses Ergebnis habe ich ja auch erreicht, aber leider sind noch Artefakte zu hören und die Musik leidet am Beginn auch darunter...
Und was das Knacksen angeht: Das ist nicht auf der gesamten LP, sondern nur gegen Ende des letzten Liedes...








Antwort von SamSuffy:

Hmmm, ob die Musik am Anfang wirklich darunter leidet sehe ich anders, du darfst nicht vergessen, dass dieses Rauschen auch Höhen hinzugefügt hat, wo zuvor eigentlich keine wahren und das Fehlen jener nun erstmal als Fehler wahrgenommen wird, man denkt die Instrumente zu Beginn seien zu dumpf, doch hörst du an dem Beispiel selbst ja, dass die Höhen und Mitten später natürlich da sind.

Ich weiß nicht genau, was du mit Artefakte meinst, kann mir aber vorstellen, dass du das leicht hörbare "digitale" in der bearbeiteten Version meinst. Als wäre es keine wav sondern eine nicht ganz so gut komprimierte mp3, richtig?
Wenn dem so ist, denke ich, wird es sehr schwer, da dies nunmal in der Sache der Natur liegt, wenn hier mit digitalen Helferlein gerechnet wird.



Antwort von SamSuffy:

Riki1979 hat geschrieben:
Und was das Knacksen angeht: Das ist nicht auf der gesamten LP, sondern nur gegen Ende des letzten Liedes...
Ah ok, also ein Kratzer, oh je, hatte ich Mal versucht und bin gescheitert ohne eine Verschlimmbesserung herbeizuführen.

Wenn du aber die bestmögliche Qualität dieser einen (bzw. bei jeder) Vinyl hören willst, höre sie genau so wie sie ist. Alles andere verfälscht nunmal den Sound und du wirst nie zufrieden damit sein.

Kannst du mal dein bisheriges Ergebnis einstellen?

Ansonsten, wünsche ich dir viel Erfolg, halte uns auf dem Laufenden, wenn du es hinbekommen hast.



Antwort von Bluboy:

Ich versuche das knistern/knacken mit dem Bleistift im Soundprogramm auszugleichen.

Eine frich geputzte Schallpatte tuts aber vielleicht auch ;-)



Antwort von TomStg:

Stelle Deine Frage besser in einem Tontechnik-Forum. Da bekommst Du zu Deinem Thema qualifiziertere Infos als hier.

ZB:
https://www.musiker-board.de/forum/pa- ... allung.78/
https://paforum.de/forum/
https://www.tonstudio-forum.de/forum/



Antwort von Frank Glencairn:

So ganz ohne Verluste geht sowas eigentlich nur selten,
aber wenn man mit dem entsprechenden Werkzeug dran geht, ist es jedenfalls deutlich besser:
KnisternFix_01.wav Verrauschte LP_01.wav



Antwort von rush:

Ich digitalisiere Platten eher selten, außer zum samplen...

Aber habe auch mal eine quick&dirty Version hochgeladen Noisy_LP_Test.wav
PS: Du schreibst das Du mittlerweile in 96khz "aufnimmst" - Dein genanntes Behringer Interface unterstützt für die Aufnahme jedoch weder nativ 96khz und noch weniger 32bit float, selbst wenn Deine Aufnahmesoftware diese Funktion vermeintlich anbietet.
Das ist ungefähr so, als würdest Du eine 8bit Kamera per HDMI an einen 10Bit fähigen Recorder anschließen. Wenn der HDMI Ausgang wie bei vielen älteren Kameras jedoch keine 10Bit ausgibt - kann die Gegenstelle auch keine "echten" 10bit aufzeichnen.



Antwort von MK:

Das UCA222 von Behringer ist ein 25,- EUR Interface das gerade mal 48kHz bei 16 Bit kann... alles andere interpoliert der Treiber.

Die ganzen Algorithmen zum Entknistern und Entknacksen arbeiten am besten mit hoch aufgelöstem Material mit brillianten Höhen da dort die Erkennung der kurzimpulsigen Störungen einfacher ist. Entknistern und Entknacksen daher auch immer vor dem Entrauschen.

Die Filter in Acons Acoustica sind bei verwaschenem Knistern etwas gutmütiger als in iZotope.

Hier ein schnelles Beispiel mit dem DeClicker von Acoustica und dem Spectral Denoiser von iZotope: Verrauschte LP_neu1.wav



Antwort von ruessel:

Ich habe eine Zeitlang (vor 20 Jahren) alte Aufnahmen gegen Bezahlung entrauscht und entknistert. Kunden waren ausländische Museen (KZ Klavieraufnahmen), Beerdigungsinstitute und Privat (Schelllack, Glasplatten bis 70er Jahre Direktschnittplatten). War da ganz Erfolgreich und der NDR Rundfunk und die Zeitung "Die Welt" berichtete damals darüber. Digital war damals noch eine Sensation.

Der Trick war, ohne die RIAA Höhenentzerrung die zuvor kräftig gereinigten Platten zu digitalisieren, hatte die Elektronik dazu selber gebaut, war im Prinzip ein superrauschfreier linearer Mikrofonverstärker. Damit sind die Störungen kräftige dBs erhöht (so bis zu 20 dB)und lassen sich einfacher entfernen. Wichtig ist auch die passende Nadel zu benutzen, ganz teure erzeugten oft auch mehr Störungen. Als Tool habe ich einige Produkte von "Diamond" genommen (teuer aber gut), klicks wurden so zu 99% automatisch entfernt und rauschen ließ sich gefühlvoll von Hand entfernen, da sich zur Plattenmitte das Rauschen verändert. Einige (viele) Störungen mussten aber trotzdem von Hand (Hüllkurve anpassen) entfernt werden. Zum Schluss einen RIAA Filter drüber - besser geht nicht. Digitalisiert hatte ich damals auf 48 kHz mit Sony Wandler, 4000,- DM Wandler, es gab damals kaum eine Auswahl und 48 kHz war das max. was angeboten wurde, heute würde ich auch 96 kHz nehmen.

78er Mono Platten konnten auch gerettet werden, wenn man sie langsamer 16/33 Umdrehungen in Stereo digitalisierte und die beste Spur bearbeitete, erst danach wieder auf 78 Umdrehungen digital Hochrechnen.

P.S.
Aufpassen bei alten Platten (Südamerika) diese hatten andere Entzerrungen als die übliche RIAA Norm. Schelllack gar nicht.



Antwort von MK:

ruessel hat geschrieben:
da sich zur Plattenmitte das Rauschen verändert
Wäre hier nicht ein tangentialer Plattenspieler im Vorteil? Oder wenn man die Kohle hat gleich der ELP Laser Turntable... :D








Antwort von Riki1979:

An alle:
Ich habe mir vorhin dieses Audiointerface hier bestellt:
https://www.thomann.de/de/presonus_studio_24c.htm



Antwort von ruessel:

Wäre hier nicht ein tangentialer Plattenspieler im Vorteil?
Nein. Die Drehzahl ist gleich, Außen ist eine höhere Geschwindigkeit als innen auf der Platte. (die max. Frequenz ist also abhängig wo die Nadel in der Spirale gerade steht)



Antwort von carstenkurz:

In den letzten 4 Jahren echt nichts dazu gelernt, Ricardo?


viewtopic.php?f=5&t=143386



Antwort von Riki1979:

carstenkurz hat geschrieben:
In den letzten 4 Jahren echt nichts dazu gelernt, Ricardo?


viewtopic.php?f=5&t=143386
Ich habe jetzt gelernt, dass es ein absolutes Nogo ist, in 16 bit aufzunehmen. Man soll stattdessen lieber in 32 bit 96 kHz aufnehmen und dann die Datei bearbeiten. So hat es ein Tonstudioinhaber mir erklärt und mir dann das zuvor verlinkte Interface empfohlen.
Ich werde zukünftig also mit HighRes aufnehmen und restaurieren und zum Schluss im CD-Format (44 kHz 16bit) abspeichern.

Im HighRes-Format lässt sich ja offenbar das Knistern und Knacken besser verringern.
Aber wie sieht das mit der Rauschminderung aus?

Und gibt es eventuell ein Audioformat, dass sich zur Bearbeitung besser eignet als Wave?

Besonders wichtig ist aber auch, dass es bereits bei der Überspielung in den Computer weder rauscht noch knackt. Aber das ist ja meines Erachtens nur mit teuren Rundfunkplattenspielern realisierbar...

Ich habe ja bis jetzt immer nur deshalb in 16bit 44 kHz aufgenommen, weil das Resultat ja letztendlich eine CD werden soll. Also dachte ich immer, es sei besser, von vorne herein gleich im passenden Format aufzunehmen. Aber dieser Gedankengang war offenbar von vorne herein falsch...



Antwort von MK:

Das Interface kann bis zu 192kHz bei 24 Bit... in 32 Bit aufzunehmen bringt daher nichts weil es vom Treiber interpoliert wird.

24 Bit mit 96kHz sind aber ausreichend.



Antwort von vaio:

Prinzipiell würde ich zum digitalisieren einen MM-Tonabnehmer empfehlen. Teurere MC-Systeme können zwar etwas besser klingen (u.a. mit mehr Details), aber nur an einem entsprechend guten MC-Vorverstärker. Bedingt durch eine höhere Ausgangsspannung bieten die MM-Systeme aber einen besseren Signal-Rauschabstand. So oder so sollte der Tonabnehmer zum Plattenspieler passen (Laufwerk, Arm).
Hinsichtlich der Justage ist eine sphärische Nadel in der Praxis etwas genügsamer.
Meine frühere Erfahrung.

Ich bin nicht aktuell auf dem laufenden, aber ich vermute das die derzeit eher günstigen USB-Plattenspieler keine guten akustischen Voraussetzung zum digitalisieren bieten.



Antwort von Riki1979:

Mein Technics SL-BD20 hat einen einsteckbaren T4P-Tonabnehmer...
Aber wie wäre es denn mit diesem hier?https://www.amazon.com/dp/B077QSCXFH/re ... 330&sr=8-2



Antwort von Riki1979:

Noch eine Frage:
Eignet sich FLAC gut zur Audiorestauration alter Schallplattenaufnahmen (z.B. Denoiser, DeClicker
etc...) oder sollte ich doch lieber bei WAVE bleiben?




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