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Wie Atmo-Aufzeichnung bei Interviews vermeiden?



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Frage von rix111:


Hallo, ich habe folgendes Problem:

Beim Aufzeichnen von Interviews verwende ich das Rode Filmmaker Kit mit zwei Lavaliersan an separaten Audio-Eingängen der Kamera.
Je nach räumlichem Abstand der Interviewpartner und Umgebung (Innenräume) nimmt jedes Mikro natürlich auch den Ton des jeweiligen anderen Mikros mit auf.
Das ist erst einmal ganz normal, denke ich.

Was mich aber gravierend stört:
Jenes Mikro, das gerade "zuhört", regelt seine Empfindlichkeit beim "Zuhören" automatisch hoch, so dass die Atmo-Geräusche über dieses Mikro überdimensional aufgezeichnet werden. Das ist sehr unschön, weil der Gesamtklang negativ beeinflusst wird. Je nach Beschaffenheit des Raums wird der Gesamteindruck hallig und hört sich an wie aus der Blechbüchse.

In der Postproduktion habe ich dann jede Menge Fummelarbeit, um die Lautstärke aller "Zuhör"-Passagen abzusenken. Ich setze dann in der jeweiligen Tonspur je zwei Keyframes am Anfang und Ende jeder "Zuhör"-Passage und ziehe die Lautstärke dazwischen runter. So erziele ich ein Ergebnis, wie ich es mir wünsche.

Das aber ist mit dermaßen viel Arbeit verbunden, dass es einfach nur nervt.

Wie macht ihr das? Habt ihr eine bessere Lösung?
Danke im voraus.



Antwort von Jott:

Manuell pegeln?



Antwort von rix111:

Ja, das mache ich.
Trotzdem hätte ich es gern, dass das "Zuhör"-Mikro wenig bis gar nichts aufnimmt, während es zuhört.
Rein technisch ist das bei der Aufzeichnung wohl nicht zu lösen.

Im Grunde bin ich auf der Suche nach einem Trick für den Schnitt.
Ich benutze Davinci Resolve, da gibt es einen Limiter.
Sicher hat den auch jedes andere gute Schnittprogramm. Der Limiter begrenzt die Lautstärke nach oben.

Schön wäre ein Tool, das das "Zuhören" erkennt und dann automatisch runterregelt.








Antwort von pillepalle:

rix111 hat geschrieben:
Ja, das mache ich.
Trotzdem hätte ich es gern, dass das "Zuhör"-Mikro wenig bis gar nichts aufnimmt, während es zuhört.
Rein technisch ist das bei der Aufzeichnung wohl nicht zu lösen.

Im Grunde bin ich auf der Suche nach einem Trick für den Schnitt.
Ich benutze Davinci Resolve, da gibt es einen Limiter.
Sicher hat den auch jedes andere gute Schnittprogramm. Der Limiter begrenzt die Lautstärke nach oben.

Schön wäre ein Tool, das das "Zuhören" erkennt und dann automatisch runterregelt.
Den Effekt den Du meinst nennt man Übersprechen und das was Du suchst ist eine Automix oder Mixassist Funktion die z.B. einige Audiorecorder haben. Die gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Qualitäten, z.B. bei den Geräten von Zoom oder Sound devices. Das Ziel ist dabei Kammfilter und Phasingprobleme zu reduzieren, die durch mehrere Mikros entstehen können und den Pegel der Raumatmo konstant zu halten, egal wieviele Mikros 'offen' sind. Hier sind ein paar Beispielvideos dazu.





VG



Antwort von tvontheradio:

Die beste Möglichkeit wäre eigentlich das Mikro das gerade nicht verwendet wird direkt zu muten/weg zu schneiden, dann halbierst du die Raumatmo&Grundrauschen gleich noch mehr, schaffst platz für eine schöne angelegte Raumatmo die dann auch etwaige Lücken des Originaltons überdeckt - aber das ist natürlich Arbeit, und besonders in einer NLE mühsamer als es zb. in einer DAW wäre.

Automatisiert stehen dir 2 Möglichkeiten zur Verfügung -> Expander auf die jeweiligen Spuren - da gibts einen Threshold den du auf Sprachpegel der mikrofonierten Person einstellst, alles drunter wird dann um den von dir eingestellten Wert leiser gedreht (ich würd mal mit so 6-12dB anfangen für ein natürliches Ergebnis)

Alternativ könntest du auch Sidechain-Ducking betreiben falls dass in deinem Bearbeitungsprogramm vom Routing her möglich ist (kann auf jeden fall jede sinnvolle DAW) -> immer wenn Sprecher A spricht, wird das Signal vom Mikro von Sprecher B um x dB abgesenkt.



Antwort von rix111:

@ pillepalle:
Danke für die Tipps, die für meinen Zweck leider nicht anwendbar sind. Ich mache als Reporter-Kameramann Video-Interviews für Lokalfernsehen. Hätte ich vlt. schreiben sollen. Dabei ist Beweglichkeit gefragt und leichtes, transportables Equipment.
Grüß dich :)



Antwort von KaHa:

Manuell pegeln?
rix111 hat geschrieben:
Ja, das mache ich.
das passt nicht:
wenn er manuell pegelt (= konstant) dann zieht er auch nicht automatisch den background hoch.

und umgekehrt



Antwort von pillepalle:

rix111 hat geschrieben:
@ pillepalle:
Danke für die Tipps, die für meinen Zweck leider nicht anwendbar sind. Ich mache als Reporter-Kameramann Video-Interviews für Lokalfernsehen. Hätte ich vlt. schreiben sollen. Dabei ist Beweglichkeit gefragt und leichtes, transportables Equipment.
Grüß dich :)
Wieviele Mikros hat Du denn dann im Einsatz und welche? Kameramikros, Handgehaltene oder Lavalier-Mikrofone?

VG



Antwort von Frank Glencairn:

tvontheradio hat geschrieben:
aber das ist natürlich Arbeit, und besonders in einer NLE mühsamer als es zb. in einer DAW wäre.
Weil?

Ich kann jetzt nicht sehen an welcher Stelle das in einer dezidierten DAW anders funktionieren würde, als in Resolve.



Antwort von rix111:

tvontheradio hat geschrieben:
Die beste Möglichkeit wäre eigentlich das Mikro das gerade nicht verwendet wird direkt zu muten/weg zu schneiden, dann halbierst du die Raumatmo&Grundrauschen gleich noch mehr, schaffst platz für eine schöne angelegte Raumatmo die dann auch etwaige Lücken des Originaltons überdeckt - aber das ist natürlich Arbeit, und besonders in einer NLE mühsamer als es zb. in einer DAW wäre.

Automatisiert stehen dir 2 Möglichkeiten zur Verfügung -> Expander auf die jeweiligen Spuren - da gibts einen Threshold den du auf Sprachpegel der mikrofonierten Person einstellst, alles drunter wird dann um den von dir eingestellten Wert leiser gedreht (ich würd mal mit so 6-12dB anfangen für ein natürliches Ergebnis)

Alternativ könntest du auch Sidechain-Ducking betreiben falls dass in deinem Bearbeitungsprogramm vom Routing her möglich ist (kann auf jeden fall jede sinnvolle DAW) -> immer wenn Sprecher A spricht, wird das Signal vom Mikro von Sprecher B um x dB abgesenkt.
Danke, das sind sehr wertvolle Tipps. Mit Ducking habe ich mich sogar schon beschäftigt. Weiß nur nicht, wie das wechselseitig zwischen zwei Spuren eingestellt werden kann.



Antwort von rix111:

pillepalle hat geschrieben:
rix111 hat geschrieben:
@ pillepalle:
Danke für die Tipps, die für meinen Zweck leider nicht anwendbar sind. Ich mache als Reporter-Kameramann Video-Interviews für Lokalfernsehen. Hätte ich vlt. schreiben sollen. Dabei ist Beweglichkeit gefragt und leichtes, transportables Equipment.
Grüß dich :)
Wieviele Mikros hat Du denn dann im Einsatz und welche? Kameramikros, Handgehaltene oder Lavalier-Mikrofone?

VG
Zwei Lavaliers Rode Filmmaker Kit.



Antwort von rix111:

KaHa hat geschrieben:
Manuell pegeln?
rix111 hat geschrieben:
Ja, das mache ich.
das passt nicht:
wenn er manuell pegelt (= konstant) dann zieht er auch nicht automatisch den background hoch.

und umgekehrt
Ja, du hast recht. Das mit dem automatischen Hochregeln ist mir passiert, als die Mikros auf Automatik standen. Sorry.








Antwort von Frank Glencairn:

rix111 hat geschrieben:

Im Grunde bin ich auf der Suche nach einem Trick für den Schnitt.
Ich benutze Davinci Resolve, da gibt es einen Limiter.
Sicher hat den auch jedes andere gute Schnittprogramm. Der Limiter begrenzt die Lautstärke nach oben.
Du brachst keinen Limiter, sondern den Expander/Gate.

...und natürlich Mikros, die nicht selbständig unkontrolliert irgendwas rumregeln - kann man den Quatsch nicht abstellen?



Antwort von Frank Glencairn:

rix111 hat geschrieben:

Mit Ducking habe ich mich sogar schon beschäftigt. Weiß nur nicht, wie das wechselseitig zwischen zwei Spuren eingestellt werden kann.


Expander/Gate wäre aber die sauberere und einfachere Lösung.



Antwort von rix111:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
rix111 hat geschrieben:

Im Grunde bin ich auf der Suche nach einem Trick für den Schnitt.
Ich benutze Davinci Resolve, da gibt es einen Limiter.
Sicher hat den auch jedes andere gute Schnittprogramm. Der Limiter begrenzt die Lautstärke nach oben.
Du brachst keinen Limiter, sondern den Expander/Gate.

...und natürlich Mikros, die nicht selbständig unkontrolliert irgendwas rumregeln - kann man den Quatsch nicht abstellen?
Ja, Expander/Gate! Das ist es wohl, wonach ich suche :)



Antwort von Frank Glencairn:

Ist im selben Panel wie der Kompressor.



Antwort von pillepalle:

Das Audioducking in Resolve geht aber über eine Sidechain-Ducking des Kompressors. Ist hier am Beispiel zwar mit Hintergrundmusik vorgeführt, aber sollte auch mit zwei Kanälen Sprache funktionieren. Hab' aber selber noch nicht ausprobiert.



VG



Antwort von Blackbox:

Nachteil:
Es muss dann doch immer alles kontrollgehört werden und es ist i.d.R. kaum möglich mit exakt EINER Einstellung für threshold und die Regelzeiten auszukommen, da mit unterschiedlichen Pegeln gesprochen wird, ausserdem kann je nach Abstand der Sprechenden (in nicht-Coronazeiten) und Sprechrichtung und Aussteuerung der Fall eintreten, dass das gegeüberliegende Mikro mal lauter ist als das des /derSprechenden.
Bei mir gehts am schnellsten mit manueller Einstellung der Lautstärkekurven über Faderbox. Dabei lässt sich ja gleichzeitig schonmal grob auf die R128 Konstanz achten.
Leichtes Übersprechen ist aber u.U.zulässig, ja manchmal in Grenzen ratsam, wenn es z.B. darum geht Sprünge in der ggf. vorhandenen Atmo gering/unauffälliig zu halten (für den Fall dass NUR die zwei Lavalierspuren vorhanden sind).
NACH manueller Regelung kommen dann ggf. die Dynamicprozessoren / Restaurationstools rein, die dann auch keine 'Fehlinterpretationen' mehr liefern, da das Material ja in Bezug auf Pegelkonstanz bereits 'mundgerecht' vorbereitet ist.

Pumpende Automatikaufnahmen zu retten ist immer möglich, erfordert aber definitiv einiges an - auch manueller - Bearbeitungszeit!




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